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Die kostenintensive Erschließung weiterer Baugrundstücke in dem am östlichen Ortsrand gegenüber dem Friedhof gelegenen Baugebiet hatte in der Vergangenheit wiederholt zu kontroversen Diskussionen im Rathaus geführt. Ende 2010 sah es so aus, dass Dorfbewohner im Gebiet An der Lach II gerne bauen würden, allerdings nicht auf einer der zwei noch freien Parzellen. Heute sieht das anders aus: Eine dieser Parzellen wird bebaut, den Antrag dazu hat der Ausschuss am Dienstag befürwortet.
Noch im Oktober vergangenen Jahres hatte eine phasenweise hochemotionale Debatte im Planungsausschuss zu keinem Ergebnis geführt. Bürgermeister Ralf Ledertheil und die Mehrheit des Gremiums scheuten seinerzeit vor den hohen Erschließungskosten zurück. Zwei Varianten waren damals auf 85 000 Euro für die Kompletterschließung zweier weiterer Grundstücke beziehungsweise 180 000 Euro für sechs Bauplätze kalkuliert worden.
Nun also ist nur noch ein Grundstück zu haben, und der Druck aus dem Dorf wird höher, denn es gibt aktuell fünf weitere bauwillige Ickelheimer. Der Planungsausschuss hat daher einstimmig beschlossen, ein Ingenieurbüro mit der Entwurfsplanung für die Entwässerung und die Straßenbauarbeiten für das gesamte verbleibende Baugebiet zu beauftragen. Untersucht werden soll insbesondere auch die Tauglichkeit des weiterführenden vorhandenen Kanalnetzes im Hinblick auf die zu erwartende zusätzliche Abwasserbelastung. Diese Planung soll bis Dezember vorliegen und als Grundlage für die Ermittlung der Erschließungskosten dienen. Dann erst könnte die weitere Umsetzung des Vorhabens beschlossen werden. Kommt das Vorhaben zum Tragen, müsste dies in einem Nachtragshaushalt verankert werden. Finanzieren würde sich das Projekt laut Kämmerer Siegfried Heger angesichts der Zahl an Bauwilligen weitgehend über Grundstücksverkäufe, Erschließungskosten und Beiträge.
Während die Ickelheimer also auf weiteren Baugrund hoffen dürfen, ist die Erneuerung der Kanäle in dem Ortsteil auf unbestimmte Zeit verschoben. Zwar geht der Stadt dadurch nach Lage der Dinge ein Zuschuss von rund 110 000 Euro verloren, doch sieht die große Mehrheit der Ausschussmitglieder derzeit keine Möglichkeit, die geschätzten 600 000 bis 900 000 Euro an Eigenmitteln für die Sanierung aufzubringen.
Die Fördergelder gehen den Bach runter, weil das Wasserwirtschaftsamt nicht bereit ist, den Bewilligungszeitraum für die Erneuerung der Kanalisation abermals zu verlängern. Weil die Maßnahme bereits im Jahr 2001 in das Förderprogramm für den Bau von Abwasseranlagen aufgenommen worden war, seither aber nichts geschah, könne die Förderzusage nur aufrecht erhalten werden, wenn die Stadt Bad Windsheim noch in diesem Jahr die Arbeiten vergibt und diese auch tatsächlich beginnen. Dies würde zudem bedeuten, dass die Sanierung der Kanalisation im nächsten Jahr abgeschlossen werden müsste.
Gegen die Stimmen der beiden Ickelheimer Liste-Land-Stadtratsmitglieder Wilhelm Dehner und Reinhold Krebelder beschloss der Ausschuss, die Kanalsanierung weiter zu verschieben. Gründe dafür wurden einige genannt. So habe für Ickelheim die Bereitstellung von Haushaltsmitteln für die besagte weitere Erschließung des Baugebietes höhere Priorität. Vor allem seien im Bereich der nördlichen Ortsteile weitaus dringendere Abwasser-Maßnahmen abzuschließen, für die es zudem höhere Fördersätze gebe. Schließlich müssten andere Kanäle dringend saniert werden, etwa im Bereich der Spitalgasse oder im sogenannten Musikerviertel, außerdem stehe der Bau des Regenüberlaufbeckens am Holzmarkt an.
