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Ideen für den Bad Windsheimer Holzmarkt

Architekt stellt Pläne vor: Grünflächen und ein Stadttor neben Neubau von Gemeindehaus und Kindergarten - 05.12.2018 18:41 Uhr

Dieses Modell zeigt die mögliche Anordnung der Gebäude auf dem südlichen Holzmarkt-Areal. © Foto: Stefan Blank


"Ich habe ein bisschen was mitgebracht", kündigte Rainer Kriebel an und präsentierte den mit einer Ausnahme vollständig anwesenden Stadträten sowie rund 25 Gästen die vom Team des Büros Grellmann, Kriebel, Teichmann in enger Absprache mit Stadtverwaltung und Kirchengemeinde entwickelten Vorschläge. Bürgermeister Bernhard Kisch nannte den Holzmarkt eingangs "eine Ecke, wo Leben stattfindet". Rainer Kriebel schwärmte vom Altstadt-Flair, ehe er auf die "Rahmenbedingungen" einging. Untergebracht werden soll auf dem Areal wie berichtet der Neubau des evangelisch-lutherischen Gemeindehauses sowie der des Kindergartens St. Markus. Zudem müssen "nach ausführlichen Gesprächen mit den Denkmalpflegern", wie Kriebel erläuterte, zwei Häuser ganz im Norden der Fläche, die sich zwischen Hirschengasse im Westen, Holzmarkt im Norden und Bauhofwall im Süden befindet, "von der Länge her und der Dachneigung erhalten bleiben". Sie sollen ins Gemeindehaus integriert werden. Der "hochwertige Baumbestand" im Garten des Kindergartens solle laut Kriebel ebenso nicht angetastet werden.

Bei dem Projekt geht es den Planern aber auch um "Optimierung des Verkehrs- und Parkkonzepts", sagte Kriebel, sowie um Verbesserugen des "aktuell engen und unattraktiven Stadteingangs" und der Verbindungsachse zum Freilandmuseum. "Einer unserer ersten Gedanken war, mit einem kleinen Gebäude eine Attraktion zu schaffen, um die Leute über die Straße zu führen", sagte Rainer Kriebel. Er könne sich ein kleines Stadttor vorstellen, das in Sichtachse der Hirschengasse nördlich des Areals von Fußweg Richtung Museum und Spielplatz steht. Altbürgermeister Wolfgang Eckardt (FWG) zeigte sich später angetan von dieser Idee. "Man könnte schon ein Stadteingangstor in irgendeiner Form wiederaufbauen. Ich finde das gut." Bürgermeister Kisch meinte, mit Stadttoren würde man Gäste neugierig machen. "Mir gefällt der Gedanke gut, Sichtpunkte zu setzen", sagte Kisch. Auch SPD-Fraktionschef Matthias Oberth sprach von einer "sehr schönen Lösung", mahnte aber, die Anbindung über den Südring nicht zu vergessen. "Es ist wichtig, dass wir uns viele und kluge Gedanken machen."

Aktuell ist die Situation eine etwas andere. "Vom Freilandmuseum her kommend, weiß ich nicht, wo ich hingehen soll", fasste Kriebel seine Eindrücke zusammen. Der Weg zwischen Museum und Altstadt sei "aktuell eine traurige Geschichte", eine Überplanung dringend nötig. Kriebel schlug auch eine Überdachung vor.

Als sehr positiv und erhaltenswert bezeichnete der Würzburger Architekt, der ursprünglich von der Kirchengemeinde für die Planung des Gemeindehauses ausgewählt worden war, dagegen das Mäuerchen am Bauhofwall entlang. Mit den Bäumen im Hintergrund gebe es ein Bild, das ihn "als Architekt in meiner Seele berührt hat". Kriebel könne sich vorstellen, diese Mauer bis zur Hirschengasse fortzuführen.

Für die Anordnung des Kindergartens und des Gemeindehauses schlug Kriebel drei Varianten vor, die Stadträte plädierten am Ende aber einstimmig dafür, nur mit einer weiterzuplanen. Nach dieser würde das neue Gemeindehaus vom Holzmarkt aus begehbar sein. Ein Foyer und ein mögliches "Kirchencafé" sollten einladend wirken. Der gewünschte große Saal, der bei Bedarf in drei kleinere aufgeteilt werden kann, wäre in Nord-Süd-Richtung angebaut. Beide Gebäudeteile würden ein Satteldach erhalten. Der Kindergarten hätte eine L-Form.

Auf Nachfrage von CSU-Stadtrat Rainer Volkert und später von Eberhard Gurrath (FWG) erklärte Kriebel, dass die Fassade des Gemeindehauses sich vom Erscheinungsbild einfügen soll. "Fachwerk wird es wohl nicht, aber wir achten darauf, dass es passt." Von mehreren Seiten gelobt wurde auch Kriebels Vorschlag, gemeinsame Parkplätze anzupeilen, um nicht zu viel Fläche neben Gemeindehaus und Kindergarten damit zu verbauen. Als Rainer Kriebel noch auf Nachfrage von Werner Spieler (FWG) zusicherte, die Ausrichtung des Kindergartens nochmal anzusehen, um kein "trennendes Objekt zwischen zwei Grünflächen zu bauen" und Jürgen Heckels (WiR) Vorschlag, übrig gebliebene Fundamente der historischen Stadtmauer zu integrieren, aufnahm, war sich das Gremium sicher – wie es Gerhard Koslowski zusammenfasste: "Wir sind auf dem richtigen Weg." 

Stefan Blank

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