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Montag, 21.05.2018

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Im Krimi reicht sogar super nicht ganz

In einem packenden Bayernliga-Duell unterliegt der TVW Aufstiegsfavorit Regenstauf 31:33, 24:26 und 20:25 - 21.01.2018 19:23 Uhr

Ob hechtend, am Boden liegend oder mit den Fingerspitzen über der Netzkante: Der TV Bad Windsheim (hier, von links, Johannes Küffner, Robert Auerochs und Thorsten Meyerhöfer) gibt gegen Regenstauf alles – verliert aber trotzdem. © Foto: Stefan Blank


Am fehlenden Einsatz der Sechziger, die zwei Sätze lang durch extrem hohen Einsatz einen der Aufstiegsfavoriten ärgerten, lag es jedenfalls nicht, dass der TB/ASV Regenstauf mit 33:31, 26:24 und 25:20 die Zähler mitnahm. 

Vom ersten Aufschlag von TVW-Zuspieler Marcus Jüllich an zerrissen sich die Sechziger auf dem Feld. Hechteten jedem Ball hinterher, bugsierten in Billard-Manier Schmetterschläge der Regenstaufer doch noch übers Netz und punkteten selbst – angetrieben von ihrem erneut starken Kapitän Marcel Geißbarth (Stuber: "Der war schon richtig gut") sowie Talent Felix Dachlauer – durch variantenreiche Angriffe. "Wir mussten heute extrem hart arbeiten", sagte der Trainer des Turnerbunds Deutsche Eiche, Jürgen Stuber nach dem Spiel. Auch wenn es eher so wirkte, als wenn die Gäste gewannen, ohne in der Halle am Schulzentrum wirklich geglänzt zu haben.

Stuber brachte aber den entscheidenden Unterschied am Samstagabend zwischen dem Aufsteiger und dem Regionalliga-Absteiger auf den Punkt: "Wir haben nie viele Fehler hintereinander gemacht." Die Sechziger dagegen mussten aufgrund ihrer etwas geringeren Qualität mehr Risiko gehen. Die Folge: die Fehlerquote stieg. Für Xaver Frühwirth aber eine logische Konsequenz. "Die sind fast Tabellenführer. Einen Unterschied muss es ja geben. Da fehlt uns einfach die Erfahrung auf dem Niveau."

Bärenstarkes Dreigestirn

So waren die Sätze eins und zwei Krimis für Volleyball-Feinschmecker: Nur jeweils einmal gelangen beiden Teams vier Zähler in Serie. 6:6, 11:11, 17:17. Als der TVW auf 21:17 davonzog, waren die 150 Zuschauer euphorisiert. Gelingt die Sensation? Doch vor allem Sascha Jeckel und Luis Großmann sowie Zuspieler Christian Piesch, der beim Coup der Sechziger im Hinspiel noch fehlte, hatten etwas dagegen. Meist punktete dieses Trio gleich nach der ersten Annahme. Frühwirth: "Über das ganze Spiel gesehen, bekommst du die einfach nicht in den Griff."

Beim 22:22 war alles komplett offen und ein aufreibender Mix aus Nerven zeigen, individueller Klasse, Mut zum Risiko und Glück ließ die Führung hin und her wechseln. TVW-Anhänger haderten mit einer hohen Fehlerquote bei Angaben und Schmetterangriffen. Doch Frühwirth erklärt: "Du musst Risiko gehen. Wenn du die Bälle rüberschubst, knallen sie sie dir um die Ohren." Als es bis zum finalen 31:33 Hyänen-Fans nicht mehr auf den Sitzen hielt, versuchte es Frühwirth mit Erfahrung, doch auch Thorsten Meyerhöfer und Robert Auerochs konnten das 0:1 nicht verhindern.

Erneut ohne Happy-End

"Das war bitter und ein bisschen unglücklich", sagte Felix Dachlauer, der sich glücklich zeigte, dass sein Team und er selbst auf dem "tollen" Niveau mithalten konnten. Auch in Durchgang zwei. "Wir haben im zweiten nochmal Vollgas gegeben", sagt Dachlauer. Wieder entwickelte sich ein Duell zwischen den Größendifferenzen im Block clever nutzenden Regenstaufern und tapfer kämpfenden Kurstädtern. Bis Kleinigkeiten erneut den Ausschlag für die Gäste brachten.

24:26. Das Spiel war durch und Regenstauf, das laut Jürgen Stuber nun "ganz klar den Aufstieg anpeilt", spulte Satz drei souverän runter, während die Sechziger sich mühten, aber nur noch punktuell auftrumpfen konnten. 19.28 Uhr gab es Matchball für den TB/ASV, was TVW-Mittelblocker David Walter mit einem Schmetterer ins Aus erledigte. 20:25. Kein erhoffter Punkt für Bad Windsheim. Dafür aber ein Sonderlob von Stuber: "Für einen Aufsteiger war das super, da ziehe ich meinen Hut." Na immerhin.

TV Bad Windsheim: Auerochs, Fe. Dachlauer, Geißbarth, Jüllich, Küffner, Markus, Meyerhöfer, Walter, Wolff. 

STEFAN BLANK

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