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Ipsheim: Solarstrom von der ehemaligen Bauschuttdeponie

Ellwanger Ingenieurbüro plant Bürger-Fotovoltaik-Anlage am Blasenberg - 10.07.2013 10:34 Uhr

Eine Freiflächen-Fotovoltaik-Anlage ähnlich der bei Breitenau soll auf der ehemaligen Ipsheimer Bauschutt-Deponie am Blasenberg installiert werden.

Eine Freiflächen-Fotovoltaik-Anlage ähnlich der bei Breitenau soll auf der ehemaligen Ipsheimer Bauschutt-Deponie am Blasenberg installiert werden. © Gero Selg


Freiflächen-Fotovoltaik-Anlagen sind nur noch unter bestimmten Vor­aussetzungen möglich, sie dürfen in der Regel nur noch auf so genannten Konversionsflächen errichtet werden. Dazu zählen unter anderem Truppen­übungsplätze, Geländestreifen neben Bahnlinien oder Autobahnen oder auch Deponieflächen. In Ipsheim hat man hierfür die ehemalige, mittler­weile rekultivierte Bauschutt-Depo­nie ausgespäht. Einen Interessenten, der dort eine Bürger-Solaranlage in­stallieren will, gibt es bereits.

Wie Bürgermeister Frank Müller den Gemeinderäten berichtete, habe es bereits ein Vorgespräch im Land­ratsamt gegeben. Weder Naturschutz noch Abfallwirtschaft hätten zwin­gende Hinderungsgründe genannt, auch das Wasserwirtschaftsamt habe keine Bedenken geäußert. „Das Vor­haben ist prinzipiell umsetzbar“, sag­te Müller. Außerdem sei die ehemali­ge Bauschuttdeponie ein Ort, „wo das Ganze nicht unbedingt stört“.

Mit dem Projekt war ein Inge­nieurbüro aus Ellwangen an die Ge­meinde herangetreten. Es will auf ei­ner Fläche von rund 2,1 Hektar eine Fotovoltaik-Anlage mit einer Spit­zenleistung von knapp 600 Kilowatt­peak errichten. 

Keine Kosten für die Gemeinde

Deutlich machte Dritter Bürger­meister Karl Riedel, dass bei einer Realisierung der Anlage für die Ge­meinde keine Kosten entstehen dür­fen. „Deswegen ist zwingend ein städtebaulicher Vertrag erforder­lich“, sagte Diplom-Ingenieur Uwe Härtfelder, der als Fachmann zu der Beratung hinzugezogen worden war. Selbst für den erforderlichen Bebau­ungsplan müsse die Gemeinde nicht in Vorleistung treten, diese Kosten müssten ebenfalls vom Bauherrn übernommen werden. Auch der spä­tere Rückbau nach Ende der Laufzeit der Anlage gehe in aller Regel zulas­ten des Betreibers, sagte Uwe Härtfel­der.

Wie Gemeinde­kämmerer Wolf­gang Dornauer er­klärte, seien in ei­nem ersten Vertragsentwurf des Ell­wanger Ingenieurbüros keine Rück­bau- Vereinbarungen vorgesehen ge­wesen. Zwar habe man darüber mitt­lerweile gesprochen, jedoch sei über die genauen Modalitäten noch keine Einigung erzielt worden.

„Der Vertrag muss von uns festge­legt werden“, machte Bürger­meister Frank Müller unmissver­ständlich klar. Ebenso müsse die Planungshoheit bei der Gemeinde verbleiben. Sollte ei­ne Einigung nicht möglich sein, wer­de man sich nach anderen Interessen­ten umsehen. Deutlich machte er da­bei, dass in jedem Fall eine Bürger­Solaranlage gewünscht ist. Bedenken aus der Ratsrunde, dass sich nicht genügend Interessenten dafür fin­den werden, vermochte er ebensowe­nig wie Gemeinderätin Claudia Haas, die in der Branche arbeitet, teilen.

Letztlich beschloss der Gemeinde­rat gegen drei Stimmen, den vorha­benbezogenen Bebauungsplan „Bür­ger- Fotovoltaik-Anlage am Blasen­berg“ aufzustellen. Gleichzeitig soll die erforderliche Änderung des Flä­chennutzungsplanes erfolgen.   

GERO SELG

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