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Ipsheimer Winzer hoffen auf sonniges Finale

Optimistische Prognose für 2017-er in den Lagen um Burg Hoheneck - 01.09.2017 16:58 Uhr

Ipsheims Weinkönigin Anna Putz und Winzer Thomas Kreiselmayer erwarten beim Blick auf die "Traubenreife auf der Zielgeraden" einen "guten bis hervorragenden" 2017er. © Harald Munzinger


Sonnige, nicht allzu warme Tage und kühle Nächte wünschen sich die Winzer bis zur Hauptlese in den malerischen Lagen um Burg Hoheneck, die voraussichtlich Mitte September beginnen wird. Der Regen kam in diesen Tagen zur Unzeit, nicht nur im Hinblick auf den WeinWanderTag am 3. September, auf den die Vorbereitungen auf Hochtouren laufen. Zu viel Feuchtigkeit könnte nach Auskunft von Thomas Kreiselmeyer zur Fäulnisbildung führen.

Mit Weinkönigin Anna Putz blickte er jedoch zuversichtlich auf die Traubenreife, die sich "auf der Zielgeraden" befindet, und dankbar zurück auf das Vegetationsjahr. Nach einem sehr trockenen Winter habe der sehr warme März zu einem frühen Austreiben gesorgt, für Kreiselmeyer, Vorstandsmitglied im Weinbauverein Ipsheim, eine in den letzten Jahren zu beobachtende Auswirkung des Klimawandels.

Die Frostnacht vom 17 auf 18. April mit gravierenden Folgen in Teillagen "bremste den frühen Austrieb ein" und ließ einen Ernteausfall von 50 Prozent befürchten, der sich nach Einschätzung des Winzers "dank einer enorm elastischen Natur" auf zehn bis 20 Prozent reduzierte. Von Wetterextremen mit Starkregen oder gar Hagel verschont, wirkte sich das Ipsheimer Kleinklima mit kontinuierlich ausreichend Regen auf das Wachstum der Reben positiv aus.

Eine wunderbare Regentschaft

Insgesamt also gute Voraussetzungen, um hoffnungsvoll auf den 2017-er Jahrgang zu blicken, zu dessen Qualitätssteigerung teilweise Trauben ausgeschnitten wurden, wie es Thomas Kreiselmayer und Königin Anna Putz bei einer Weinbergsvisite wissen ließen. Auch sie bringt mit einem reichen Erfahrungsschatz eine "sehr gute Ernte" ihrer im November endenden, wunderbaren Regentschaft ein. Mit dieser habe sie eine tolle Chance erhalten, viel über die Arbeit im Weinberg und -keller zu lernen, den Winzerort auf Messen und Festen repräsentieren zu können, zieht sie eine vorläufige Bilanz vor zwei Höhepunkten ihrer Amtszeit. So wird sie am Sonntag, 3. September, mit Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt als dessen Schirmherr den WeinWanderTag mit Tausenden Gästen aus der Region und am 8. September das ebenfalls zugkräftige dreitägige Weinfest eröffnen. Zwei Genusstermine mit Erzeugnissen des ertragreichen 2016-ers mit sehr guten Qualitäten und auch anderen Jahrgängen.

Erste Lese für den "Federweißen"

Für den Federweißen sind die frühen Sorten bereits gelesen – die Ortega-Rebe mit 81 Oechslegraden, der Bacchus mit 75. Zulegen müssen noch der Müller-Thurgau mit dem flächenmäßig breitesten Raum in den Ipsheimer Weinbergen und der Silvaner, bei denen nach Auskunft von Thomas Kreiselmayer um die 70 beziehungsweise 60 Oechlse gemessen wurden. Sie haben auch noch rund drei Wochen Zeit zur Reife und zum Abbau der Säure. Während sich der Bacchus den Wein-Wanderer in der Gelbfärbung bereits glasig" zeige, sei der Silvaner noch im "grünen Gewand", beschreibt Weinbauvorstand Rudolf Fähnlein bildhaft den Blick in die Rebzeilen, in denen sich "einzelne Rotweinsorten bereits deutlich blau-rot färben".

Bei den Qualitätsprognosen blicke man zwar noch in die Glaskugel, doch Winzer Thomas Kreiselmayer gibt sich betont optimistisch. Das schränkt sich bei der Zukunftsprognose für seinen Berufsstand ein. Von 50 Winzern nach der Weinbergsbereinigung 1984 seien gegenwärtig noch etwa 20 aktiv, was sich wohl in den nächsten 20 Jahren halbieren werde.

Dass man auch auf der "Zielgeraden" von Schädlingsbefall verschont bleiben möge, hoffen Kreiselmeyer und seine Kollegen, die an Kontrollstellen insbesondere die Kirschessigfliege im Blick haben.  

Harald J. Munzinger

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