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Kletterer wollten hoch hinaus

Abenteurer in Österreich am Fußstein und Olperer: Zwei bezwingen sogar die Fußstein-Nordwand - 05.08. 14:30 Uhr

BAD WINDSHEIM/TUX  - Zu einem Kletter-Ausbildungs­wochenende in Eis und Fels, am Fußstein und Olperer, machte sich die Bad Windsheimer Hochtouren­gruppe der Abteilung Bergsport und Klettern des Skiclubs Neustadt Mitte Juli nach Österreich auf. Mit einem VW-Bus und acht Kletterern ging es auf die Reise.



Peter Höhn beim Abstieg vom Gipfel des Fußstein, der noch einmal volle Konzentration erforderte.
Peter Höhn beim Abstieg vom Gipfel des Fußstein, der noch einmal volle Konzentration erforderte.

Der Olperer ist die südwestliche Begrenzung des Tuxer Gletscherski­gebiets und ermöglicht mit einer Höhe von knapp 3500 Metern eine alpine Hochtour. Die Geraer Hütte, am Ende des Valstals, bildete das Basislager der Bad Windsheimer Kletterer. Gegen Abend begann die Gruppe mit dem Aufstieg zur Hütte, der über einen sehr schönen, wilden Wanderweg führt. Zirka 1000 Hö­henmeter waren zu überwinden, das dauerte bei zügigem Marsch zweieinhalb Stunden. Bei hervorra­gendem Wetter kam die Gruppe an der Hütte an und wurde dort gut verpflegt. Am Abend gab es noch eine kurze Tourbesprechung für den nächsten Tag.

Die Gruppe teilte sich auf. Zwei Kletterer bereiteten sich auf einen der ganz großen alpinen Klassiker in Österreich vor: die Fußstein-Nordwand. Die anderen Teilnehmer planten, den bekannten Weg zum Gipfel des Olperers zu nehmen. Die­se Tour ist für den Einstieg ins alpi­ne Klettern sehr gut geeignet, da der Gletscher übersichtlich ist und die Kletterstrecke mit etwa 400 Klettermetern nicht zu lang ist. Voraussetzung war ein sicheres Be­herrschen des fünften Grades im Vorstieg an der Bad Windsheimer Kletteranlage und im Frankenjura. Fertigkeiten wie das Abseilen mit den entsprechenden Knoten und die Kondition für eine Zwölf-Stunden-Tour verstehen sich von selbst.

Die Tour zum Fußstein prüft die komplette alpine Erfahrung. Es geht am Anfang kreuz und quer über den Gletscher, um den riesigen Spalten, die wie schwarze Löcher aussehen und bis 15 Meter tief sind, aus dem Weg zu gehen. Weitaus un­angenehmer sind die verschneiten Übergänge, bei denen nicht klar ist, ob sie halten oder ob der Kletterer einbricht. Danach kommt der Über­gang vom Eis zum Fels. Die Rand­spalte war so früh im Jahr nicht groß, aber der Fels erwies sich na­hezu überall als brüchig und locker. Am Samstag startete die Gruppe bei bestem Wetter um 6 Uhr mor­gens. Es war kalt und trocken, gute Voraussetzungen für das Bergaben­teuer. Der Gletscher hatte dieses Jahr kaum noch eine Schneeaufla­ge. Im steilen Bereich kämpften sich die Teilnehmer über das Blank­eis mit Steigeisen und Pickel unter­stützt. Am Gletscherbeginn trennt sich dann die Bergsteigergruppe. Benedikt Zelzer und Peter Höhn gingen in Richtung Fußstein-Nord­wand, die anderen (Sophie Bernail­le, Dr. Cornelia Höhn-Enser, Chri­stian und Alexander Toellner, Mar­tin Blank und Jonathan Thery) stie­gen in Richtung Olperer.

Ein erster Überhang

Die Nordwand des Fußsteins er­wartete die beiden Kletterer Zelzer und Höhn gleich mit einem Über­hang in der ersten Seillänge. Die Seillängen bewegten sich zwischen 40 und 50 Metern. 13 Seillängen wa­ren bis zum Gipfel zu überwinden. Die Sicherungen dazwischen bilde­ten wenige Schlaghaken. Zusätzlich hatte jeder noch etwa zehn Kilo­gramm an Rucksack und Material zu tragen.


Nach dem Gipfelsturm“: die Hochtourengruppe am Gipfel des Olperer in 3500 Meter Höhe (von links): Martin Blank, Alexander Toellner, Dr. Cornelia Höhn-Enser, Sophie Bernaille, Jonathan Thery und Christian Toellner.
Nach dem Gipfelsturm“: die Hochtourengruppe am Gipfel des Olperer in 3500 Meter Höhe (von links): Martin Blank, Alexander Toellner, Dr. Cornelia Höhn-Enser, Sophie Bernaille, Jonathan Thery und Christian Toellner.

Dadurch ist so eine alpine Tour, die mit der Kletterschwierigkeits­skala 5 minus bis 4 gekennzeichnet ist, nicht mit den Bedingungen in ei­ner Halle zu vergleichen. Der Ein­druck der beiden: Die Route kann nur sicher begangen werden, wenn man in der Halle im 7er- und 8er-Bereich sicher klettern kann. Sie fanden auch nicht immer die opti­male Kletterlinie und mussten so­mit Stellen überklettern, die deut­lich schwieriger waren. Zwischensi­cherungen sind in der Regel selbst zu legen. Mit Klemmkeilen und Spreizkeilen klappte das recht gut. Nur steht man häufig zehn bis 15 Meter über der letzten Sicherung, in der Kletterhalle stellt das die ge­samte Wandhöhe dar. Was die größ­ten Schwierigkeiten bereitete, war die Kommunikation, wenn die Seil­länge mehr als 50 Meter betrug und das Finden der Standplätze.

Da die Route nicht markiert ist, muss eine Seilschaft die Felsforma­tion ständig im Auge haben, um den optimalen Kletterweg zu finden. So­mit war das Duo statt der angegebe­nen 4,5 Stunden sieben Stunden zum Gipfel unterwegs. Der Abstieg erfolgte über eine gut markierte einfache Kletterroute, die seilfrei begangen werden konnte. Trotzdem erforderte diese noch einmal alle Konzentration, damit kein Fehltritt passierte. Nach drei Stunden er­reichten die beiden Klettterer die Geröll- und Schneefelder. Aller­dings spielte das Wetter dann nicht mehr mit: Nebel begrenzte die Sicht auf zehn Meter und forderte alle Na­vigationkünste heraus, um den Weg zur Hütte zu finden.

Die gesamte Gruppe feierte dort am Abend einen gelungenen Berg­steigertag. Für den darauffolgen­den Sonntag waren noch ein paar Übungen, wie das Abfangen eines Sturzes im steilen Schneefeld ge­plant. Aber es regnete kräftig, so dass die Gruppe gleich zu ihrem Fahrzeug abstieg, um die Heim­fahrt anzutreten

Wer Interesse am Klettern hat, kann gerne beim Training jeden Mittwoch und Freitag, jeweils ab 18 Uhr, im Bad Windsheimer Fitness­und Sportpark in der Matthäus-Me­rian- Straße vorbeischauen. 





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