Der Olperer ist die südwestliche Begrenzung des Tuxer Gletscherskigebiets und ermöglicht mit einer Höhe von knapp 3500 Metern eine alpine Hochtour. Die Geraer Hütte, am Ende des Valstals, bildete das Basislager der Bad Windsheimer Kletterer. Gegen Abend begann die Gruppe mit dem Aufstieg zur Hütte, der über einen sehr schönen, wilden Wanderweg führt. Zirka 1000 Höhenmeter waren zu überwinden, das dauerte bei zügigem Marsch zweieinhalb Stunden. Bei hervorragendem Wetter kam die Gruppe an der Hütte an und wurde dort gut verpflegt. Am Abend gab es noch eine kurze Tourbesprechung für den nächsten Tag.
Die Gruppe teilte sich auf. Zwei Kletterer bereiteten sich auf einen der ganz großen alpinen Klassiker in Österreich vor: die Fußstein-Nordwand. Die anderen Teilnehmer planten, den bekannten Weg zum Gipfel des Olperers zu nehmen. Diese Tour ist für den Einstieg ins alpine Klettern sehr gut geeignet, da der Gletscher übersichtlich ist und die Kletterstrecke mit etwa 400 Klettermetern nicht zu lang ist. Voraussetzung war ein sicheres Beherrschen des fünften Grades im Vorstieg an der Bad Windsheimer Kletteranlage und im Frankenjura. Fertigkeiten wie das Abseilen mit den entsprechenden Knoten und die Kondition für eine Zwölf-Stunden-Tour verstehen sich von selbst.
Die Tour zum Fußstein prüft die komplette alpine Erfahrung. Es geht am Anfang kreuz und quer über den Gletscher, um den riesigen Spalten, die wie schwarze Löcher aussehen und bis 15 Meter tief sind, aus dem Weg zu gehen. Weitaus unangenehmer sind die verschneiten Übergänge, bei denen nicht klar ist, ob sie halten oder ob der Kletterer einbricht. Danach kommt der Übergang vom Eis zum Fels. Die Randspalte war so früh im Jahr nicht groß, aber der Fels erwies sich nahezu überall als brüchig und locker. Am Samstag startete die Gruppe bei bestem Wetter um 6 Uhr morgens. Es war kalt und trocken, gute Voraussetzungen für das Bergabenteuer. Der Gletscher hatte dieses Jahr kaum noch eine Schneeauflage. Im steilen Bereich kämpften sich die Teilnehmer über das Blankeis mit Steigeisen und Pickel unterstützt. Am Gletscherbeginn trennt sich dann die Bergsteigergruppe. Benedikt Zelzer und Peter Höhn gingen in Richtung Fußstein-Nordwand, die anderen (Sophie Bernaille, Dr. Cornelia Höhn-Enser, Christian und Alexander Toellner, Martin Blank und Jonathan Thery) stiegen in Richtung Olperer.
Die Nordwand des Fußsteins erwartete die beiden Kletterer Zelzer und Höhn gleich mit einem Überhang in der ersten Seillänge. Die Seillängen bewegten sich zwischen 40 und 50 Metern. 13 Seillängen waren bis zum Gipfel zu überwinden. Die Sicherungen dazwischen bildeten wenige Schlaghaken. Zusätzlich hatte jeder noch etwa zehn Kilogramm an Rucksack und Material zu tragen.
Dadurch ist so eine alpine Tour, die mit der Kletterschwierigkeitsskala 5 minus bis 4 gekennzeichnet ist, nicht mit den Bedingungen in einer Halle zu vergleichen. Der Eindruck der beiden: Die Route kann nur sicher begangen werden, wenn man in der Halle im 7er- und 8er-Bereich sicher klettern kann. Sie fanden auch nicht immer die optimale Kletterlinie und mussten somit Stellen überklettern, die deutlich schwieriger waren. Zwischensicherungen sind in der Regel selbst zu legen. Mit Klemmkeilen und Spreizkeilen klappte das recht gut. Nur steht man häufig zehn bis 15 Meter über der letzten Sicherung, in der Kletterhalle stellt das die gesamte Wandhöhe dar. Was die größten Schwierigkeiten bereitete, war die Kommunikation, wenn die Seillänge mehr als 50 Meter betrug und das Finden der Standplätze.
Da die Route nicht markiert ist, muss eine Seilschaft die Felsformation ständig im Auge haben, um den optimalen Kletterweg zu finden. Somit war das Duo statt der angegebenen 4,5 Stunden sieben Stunden zum Gipfel unterwegs. Der Abstieg erfolgte über eine gut markierte einfache Kletterroute, die seilfrei begangen werden konnte. Trotzdem erforderte diese noch einmal alle Konzentration, damit kein Fehltritt passierte. Nach drei Stunden erreichten die beiden Klettterer die Geröll- und Schneefelder. Allerdings spielte das Wetter dann nicht mehr mit: Nebel begrenzte die Sicht auf zehn Meter und forderte alle Navigationkünste heraus, um den Weg zur Hütte zu finden.
Die gesamte Gruppe feierte dort am Abend einen gelungenen Bergsteigertag. Für den darauffolgenden Sonntag waren noch ein paar Übungen, wie das Abfangen eines Sturzes im steilen Schneefeld geplant. Aber es regnete kräftig, so dass die Gruppe gleich zu ihrem Fahrzeug abstieg, um die Heimfahrt anzutreten
Wer Interesse am Klettern hat, kann gerne beim Training jeden Mittwoch und Freitag, jeweils ab 18 Uhr, im Bad Windsheimer Fitnessund Sportpark in der Matthäus-Merian- Straße vorbeischauen.

In unserer hektischen Zeit kommt das Nachdenken oft zu kurz.