Dienstag, 11.12.2018

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Konzept für Streuobst-Kompetenzzentrum vorgestellt

Geschätzte Kosten von 2,63 Millionen Euro in Burgbernheim - 03.11.2014 08:26 Uhr

Zwischen dem Rathaus (links) und dem ehemaligen Schleckergebäude (rechts hinten) soll ein moderner Neubau entstehen, der Parkplatz wird aufgewertet. © Christine Berger


Eingebunden werden sollen das Anwesen Marktplatz 6, in dem bis vor einigen Jahren der örtliche Schlecker-Markt unterge­bracht war, und ein Neubau, der an­stelle des Gebäudes in der Oberen Rathausgasse 1 entstehen soll. Letzte­res, von Jechnerer wegen seines ein­gewachsenen und schlechten bau­lichen Zustands schlicht als Gebäude Dornröschen tituliert, soll durch ei­nen modernen Baukörper ersetzt werden, der sich deutlich von seinem Umfeld absetzt. Für eine Außenbe­wirtschaftung integriert werden könnte der Innenhof nördlich des frü­heren Schlecker-Marktes.

In diesem sollen unter anderem ein Verkaufs- und ein Verkostungsraum eingerichtet werden, im Oberge­schoss fänden ein Streuobstarchiv und die Verwaltung Platz. Der Neu­bau soll neben einer Lehrküche eine kleine Mosterei beheimaten, im ers­ten Stock könnten Schulungen und Seminare stattfinden. Knapp 700 Quadratmeter stünden durch den Alt- und Neubau für das Streuobst-Kompetenzzentrum zur Verfügung, mit Ausnahme der Bibliothek sind, auch dank eines Aufzugs, alle Gebäu­deteile barrierefrei erreichbar, legte Jechnerer dar.

Raunen im Saal

Als er zum Abschluss seiner Aus­führungen auf die Kostenschätzung zu sprechen kam, ging ein leises Rau­nen durch den Sitzungssaal: Mit Aus­gaben in Höhe von rund 2,63 Millio­nen Euro müsste nach seinen Plänen gerechnet werden, darin enthalten sind der Bau und die Haustechnik, rund 270.000 Euro für die Ausstattung des Kompetenzzentrums und die Außenanlagen sowie die Bauneben­kosten. Auch der Parkplatz des be­nachbarten Rat­hauses würde nach seinen Entwürfen aufgewertet. Ob und wie schnell die Pläne umge­setzt werden kön­nen, liegt nun zunächst am Erfolg der beiden Kommunalen Allianzen A7 Franken West und Aurach/Zenn bei der Bewerbung um die Aufnahme in den Europäischen Fonds für regiona­le Entwicklung (EFRE) und die Mög­lichkeit, Zuschüsse abzurufen.

„Im Moment reden wir von einem Konzept“, pochte Bürgermeister Mat­thias Schwarz zu Beginn der Präsen­tation auf Zurückhaltung. Zwar schafften die beiden Allianzen aus dem Landkreis den Sprung in die Endrunde, erst im kommenden Früh­jahr aber wird mit einer Entschei­dung gerechnet. Fürs Erste freute sich Schwarz über die Unterstützung der 20 Mitgliedsgemeinden für das Projekt in Burgbernheim, das dazu ausgewählt wurde, neben einer Handvoll weiterer möglicher Maß­nahmen der Bewerbung den nötigen Nachdruck zu verleihen.

Selbst wenn es mit den Fördermit­teln klappt und nicht auf einen Al­ternativplan zurückgegriffen werden muss, sieht Schwarz das Kompetenz­zentrum in einem frühen Entwick­lungsstadium: „Die Finanzierung bleibt eine Herausforderung, und auch der Betrieb.“ Wie dieser aussehen könnte, dazu gab Norbert Metz einen Einblick in sein Konzept. Er stellt sich eine Er­weiterung des Leitgedankens Streu­obst über den Regionalsaft Einheimi­scher hinaus um „einen bunten Strauß an Themen“ vor. Um eine breitere Öffentlichkeit zu erreichen, wird zusätzlich zu theoretischen Aspekten die Praxis eine große Rolle spielen. So soll die kleine Mosterei nicht nur Gruppen aus Kindergärten und Schulen offenstehen, sondern ebenso Gartenbesitzern, die ihren ei­genen Apfelsaft pressen wollen.

Ein persönliches Anliegen ist es ihm, die Bedeutung von Streuobstwie­sen herauszustellen, zu ihrem Erhalt beizutragen und ihre Sortenvielfalt zu bewahren. Dazu brachte Metz er­neut praktische In­halte ins Spiel, als er eine mögliche Kooperation mit den Landwirtschaft­lichen Lehranstalten in Triesdorf the­matisierte, um Kurse und Seminare anbieten zu können. Bis hin zur Idee einer Informationsbörse für Streu­obst, um sich auf kurzem Weg etwa über optimale Einkaufsquellen alter Apfelsorten austauschen zu können, reichten seine Vorschläge.

Historische Dimension

In seinem mehr als 20-seitigen Konzept verweist Metz zudem auf die historische Dimension von Streu­obst, für die im Kompetenzzentrum ebenfalls Raum sein soll. Für denk­bar hält er den Aufbau sowohl einer Fachbibliothek wie auch eines loka­len Streuobstarchivs, bestückt mit alten Pflanzlisten, Sortenhinweisen und Rezepten sowie mit Arbeiten des früheren Pfarrers Albrecht Eyring aus dem Raum Uffenheim, der als Wegbereiter der heutigen Obst- und Gartenbauvereine gilt. Mit der Aus­weisung von Streuobst-Wanderwegen oder Aktionen der regionalen Gas­tronomie könnte das Kompetenzzen­trum schließlich über Burgbern­heims Stadtgrenzen hinaus wirken. 

Christine Berger

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