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Dienstag, 25.09.2018

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Landratsamt will weniger Werbung an den Straßenrändern

Schilder sind künftig im Vorfeld meldepflichtig - Landrat setzt auf Einsicht - 26.03.2018 12:42 Uhr

Sehr kreativ sind die Hinweise auf eine Veranstaltung in Urphertshofen. Sie können auf Autofahrer jedoch ablenkend wirken – nicht zuletzt wegen der kleinen Schrift. © Privat


Probleme gibt es insbesondere dann, wenn die Sicherheit gefährdet wird, wenn Fahrer abgelenkt werden, weil sie versuchen, die Werbung zu entziffern. Darauf wies Rolf Weichselbaum, Sachgebietsleiter für das Verkehrswesen am Landratsamt, bei der Bürgermeisterdienstversammlung hin.

Der Landkreis möchte solche Werbung gerne einschränken, nicht jedoch ganz verhindern, wie Landrat Helmut Weiß klarstellte. Ein generelles Verbot wäre möglich, andere Kreise hielten dies so. Weiß setzt auf Einsicht und gute Zusammenarbeit mit den Werbenden.

Nach der Straßenverkehrsordnung darf die Sicherheit im Verkehr durch Werbung oder Propaganda in Bild, Schrift, Licht oder Ton an Straßen außerhalb von Ortschaften nicht gefährdet werden. Da die abstrakte Möglichkeit einer solchen Beeinträchtigung genüge, könne man solche Werbung grundsätzlich verbieten, führte er aus.

In seinem Vortrag machte er klar, welche Kriterien der Landkreis anlegt und was als besonders problematisch erachtet wird. Sogenannte Entscheidungswerbung kann den Fahrer besonders ablenken: Wird zum Beispiel auf das sehr leckere Schäufele im nahen Gasthaus hingewiesen und ist ein baldiges Abbiegen nötig, kann das zu einer Verkehrsgefährdung führen. Umso mehr, wenn das Schild mit Informationen überfrachtet ist: zum Beispiel Adresse und Preise genannt werden, und das noch in kleiner Schrift. Das könne der Fahrer nicht auf einen Blick erfassen, betonte Weichselbaum. Aber selbst sogenannte Erinnerungswerbung, er zeigte das Logo eines bekannten schwedischen Möbelhauses, könne ablenkend wirken, wenn sie nicht dezent gestaltet sei.

Blendfrei und nicht beweglich

Grundsätzlich sei eine Werbeanlage nur am Ort der Leistung, an der Betriebsstätte selbst, zulässig. Sie sollte nicht überdimensioniert, blendfrei, nicht beweglich und in Sekundenbruchteilen erfassbar sein. Auch dürfe sie die Sicht der Verkehrsteilnehmer nicht einschränken.

Verboten sind demnach Werbungen mit langen Botschaften sowie an Streckenabschnitten, die erhöhte Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer erfordern, wie an Einmündungen oder einem schwierig zu überblickenden Gelände. Gegebenenfalls ist laut Weichselbaum jedoch eine nichtamtliche oder touristische Beschilderung möglich.

Die Zulassung – nach Straßenrecht beziehungsweise Bauordnung – sollte nicht vergessen werden. Doch meistens würden die Schilder einfach aufgestellt, ohne zu fragen. Das soll in Zukunft anders werden. Landrat Helmut Weiß bat darum, sich beizeiten mit dem Amt in Verbindung zu setzen. Dann werde man schon den passenden Ort finden. Auch die Bürgermeister sollten darauf hinweisen. 

Claudia Lehner

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