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Markt Erlbach plant Neubaugebiet westlich von Eschenbach

Bislang 75 Bauplätze geplant - Erschließung schon 2019? - 13.07.2018 21:32 Uhr

Mehr als doppelt so viele Vormerkungen wie Grundstücke gibt es schon im Kirchsteigfeld. © Foto: Nico Christgau


"Die Nachfrage ist da", sagt Bürgermeisterin Birgit Kreß und das, obwohl sie "null Werbung gemacht" hat, meint Kreß, alles ging über Mund-Propaganda. Ein Grund, warum die Bauplätze so begehrt sind, könnte die Lage "am Rand des Speckgürtels Nürnberg-Fürth-Erlangen" sein. Demnächst beginne die Erschließungsplanung, im Herbst folge die Ausschreibung. Ende 2019 soll das 6,6 Hektar große "Kirchsteigfeld" erschlossen sein, ab Anfang 2020 verkauft werden. Jedes Haus soll einen Anschluss für das geplante Nahwärmenetz erhalten – wie auch 14 kommunale Gebäude – und ausschließlich mit regenerativen Energien versorgt werden. Außerdem hat die Telekom angekündigt, das Glasfasernetz auszubauen, erklärt Bauamtsleiter Michael Schlag. Die Kosten pro Quadratmeter werden bei mindestens 130 bis 140 Euro liegen, schätzt Kreß, Genaueres könne sie erst sagen, wenn die Kosten für die Erschließung stehen. Kalkuliert werde mit fünf bis sechs Millionen Euro.

"Bevor wir uns auf das Baugebiet gestürzt haben", habe der Gemeinderat die Erstellung eines Leerstandskatasters in Auftrag gegeben, sagt Kreß. Denn vor allem im Hauptort, in Linden und Eschenbach gebe es erschlossene potenzielle Bauplätze, die die Besitzer jedoch meistens nicht verkaufen wollen. Rund 300 sind es insgesamt, die Hälfte davon theoretisch sofort bebaubar. "Wir sind nicht scharf drauf, immer neue Infrastrukturen zu schaffen", sagt Kreß, sie werde auch weiterhin versuchen, die Leute von einem Verkauf zu überzeugen, gleichzeitig könne sie deren Haltung verstehen. "Wir können die Leute nicht zwingen", ergänzt der Bauamtsleiter.

Ein Bauplatz sei im Schnitt etwa 530 Quadratmeter groß, sagt Manfred Müller vom Ingenieurbüro Heffner und Müller, dann gibt es einige größere für Mehrfamilienhäuser und ein bis zwei für sozialen Wohnungsbau. "Wir sind in Verhandlungen mit entsprechenden Trägern", sagt Kreß. Denkt die Gemeinde bei so hoher Nachfrage schon über weitere Neubaugebiete nach? "Der Gemeinderat zieht die Bremse", sagt Kreß, sie selbst ist aber anderer Meinung. "Ich sehe den Bedarf und kann nicht an der Wirklichkeit vorbeigehen." Auf jeden Fall werde man die Leerstände nochmals abklappern.

Das Baugebiet Am Gehäuwald, dessen letzte Plätze – 44 waren es insgesamt – erst vor gut drei Jahren verkauft wurden, sei in drei Bauabschnitten erschlossen worden. Eine Erschließung auf Etappen habe man auch beim neuen angedacht, doch die hohe Nachfrage habe dagegen gesprochen. "Jetzt haben wir eine ganz andere Situation", sagt Kreß, derzeit gebe es einen Bauboom, 2008 steckte man mitten in der Wirtschaftskrise. "Sogar Kinowerbung haben wir da gemacht", sagt die Bürgermeisterin und lacht.

Geplant sei außerdem eine Umgehung für Eschenbach, nördlich am Ort vorbei, sagt Michael Schlag. "Die Erschließung folgt von der Umgehungsstraße aus", ergänzt Manfred Müller, ein Schutzwall beziehungsweise Garagen entlang der Straße sollen Anwohner vor Lärm bewahren. 

Nico Christgau

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