Montag, 24.09.2018

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Miniatur-Stadt nicht nur bei blinden Menschen beliebt

Weitere Modelle aufgestellt – Tastmodelle für Sehbehinderte in Planung - 14.03.2018 10:45 Uhr

Drei Modelle der Altstadt sind in Bad Windsheim verteilt: am Marktplatz, am Bahnhofsvorplatz und im Pavillon am Parkplatz des Fränkischen Freilandmuseums (im Bild). © Foto: Hans-Bernd Glanz


Bevor das Kunstwerk seinen neuen Platz im Pavillon im Eingangsbereich des Fränkischen Freilandmuseums findet, muss an der Unterseite die massive Halterung angeschraubt werden. Erst dann kann das Relief, mit dem Sehbehinderte und Blinde durch das Abtasten mit den Händen einen Eindruck von der Kurstadt bekommen, endgültig auf den 90 Zentimeter hohen Sockel gehoben werden. Dieser ist einbetoniert, die Schrauben sind verschweißt – dies soll das Modell vor Vandalismus und Diebstahl schützen.

Das erste Modell steht bereits seit Juni 2015 vor dem Rathaus und ist ein Anziehungspunkt für Touristen und Einheimische. Je ein weiteres steht seit gestern am Bahnhofsvorplatz und am Freilandmuseum. Die Modelle, an denen die Sehenswürdigkeiten in Blindenschrift erklärt sind, zeigen die Innenstadt im Maßstab 1:600.

Für Rollstuhlfahrer und Kinder

Die Höhe von 90 Zentimetern ist so konzipiert, dass Rollstuhlfahrer sie problemlos unterfahren und Kinder sie überblicken können. Da für das erste Modell eine Vorlage gefertigt wurde, konnten relativ einfach weitere gegossen werden, die zwischenzeitlich im Bauhof gelagert worden waren. "Gerade von den Stadtführerinnen bekommen wir Rückmeldung, dass die Tastmodelle sehr beliebt sind", erklärt Ralf Spyra vom Stadtbauamt. Als Preis nennt er zirka 10.000 Euro pro Miniaturstadt, außerdem gebe es eine Förderung.

Das neue Modell am Freilandmuseum soll nicht das einzige bleiben: Im Eingangsbereich, in der Nähe der Holztafel mit dem Übersichtsplan, soll ebenfalls ein Tastmodell für Sehbehinderte entstehen, wie die Museumspädagogin Dr. Beate Partheymüller erklärt. Es soll einen Überblick über das Gelände geben, Baugruppen, Wege und Gewässer fühlbar machen – und damit speziell auf die Bedürfnisse von Blinden eingehen.

Detailgenauigkeit wie auf den Altstadtmodellen sei nicht nötig: "Aber jedes Modell ist auch für Sehende von Nutzen." Außerdem könne man es in den erst vergangene Saison eingeführten Audioguide eingliedern. Dieser weise den Nutzer auf das Modell hin. Ein genauer Aufstelltermin steht noch nicht: "Es soll aber in dieser Saison sein", sagt Partheymüller. 

HANS-BERND GLANZUND NICO CHRISTGAU

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