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Notfall-Symposium beschäftigt sich mit Nöten der Retter

Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes lud nach Ipsheim ein - 11.05.2012 10:42 Uhr

IPSHEIM  - Das Blaulicht im Rückspiegel, dazu das laute Martins­horn im Ohr – für viele Autofahrer ist dies purer Stress, eine falsche Reak­tion somit verständlich. Dass auch die Fahrer der Einsatzfahrzeuge er­höhtem Stress ausgesetzt sind, dass auch die Helfer manches Mal Hilfe brauchen, wurde während eines Not­fall-Symposiums im Ipsheimer Kastenbau deutlich.

Werner Hofmann, Rettungsdienstleiter in Neustadt, demonstriert bei René Hanisch, dem Chef der Rettungswache Uffenheim, den neuen Zerstäubers.
Werner Hofmann, Rettungsdienstleiter in Neustadt, demonstriert bei René Hanisch, dem Chef der Rettungswache Uffenheim, den neuen Zerstäubers.
Foto: Hans-Bernd Glanz
Werner Hofmann, Rettungsdienstleiter in Neustadt, demonstriert bei René Hanisch, dem Chef der Rettungswache Uffenheim, den neuen Zerstäubers.
Werner Hofmann, Rettungsdienstleiter in Neustadt, demonstriert bei René Hanisch, dem Chef der Rettungswache Uffenheim, den neuen Zerstäubers.
Foto: Hans-Bernd Glanz

Eingeladen hatte der Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) dazu Notärzte, Ärzte und Ret­tungsdienstler. Mit teils drastischen Bildern verdeutlichte Dr. Ralf Herde­rich, ärztlicher Leiter des Rettungs­dienstes im Bereich Ansbach, welche Folgen schnelle Einsatzfahrten haben können, wie die möglichst rasche Hil­fe für Kranke oder Unfallopfer zur Gefahr für Arzt und Rettungsdienst­mitarbeiter werden kann.

Dies könne passieren, wenn eine umsichtige Fahrweise dem sogenannten Blau­lichtsyndrom untergeordnet wird. „Fahr langsam, denn wir haben es eilig“, zitierte Herderich aus einer Studie, die Einsatzfahrten mit Fahr­ten ohne Sonderrechte vergleicht. Wer mit Warnsignal unterwegs ist, hat so ein vierfach höheres Risiko, tödlich zu verunglücken. Acht mal so groß ist die Gefahr, schwer verletzt zu werden, um das 20-fache steigt das Risiko von Blechschäden.

Drei Viertel aller Unfälle passieren auf der Fahrt zum Patienten, meist tagsüber während des Berufsver­kehrs innerhalb geschlossener Ort­schaften. Fast zu zwei Dritteln sind davon Notarzt-Einsatzfahrzeuge be­troffen, die schneller, kleiner und da­mit von anderen Verkehrsteilneh­mern oft schlechter wahrgenommen werden. Mit einem dreiminütigen Film von verunglückten Einsatzfahr­zeugen und einem eindrucksvollen Crashtest eines Rettungswagens zeig­te Ralf Herderich, welch großem Risi­ko sich die Retter Tag für Tag ausset­zen, um zu den Patienten zu gelangen.

Bereits vorab wurden die Ärzte und Rettungsdienstmitarbeiter über Fahrten mit sogenannten Sonder-We­gerecht belehrt. Dabei erfuhren die Fahrer der Einsatzfahrzeuge bei­spielsweise, dass trotz Einsatzfahrt das Überqueren von Bahnübergän­gen bei Rotlicht oder gar das Umfah­ren von Halbschranken verboten ist. Im Landkreis sind diese vor allem in der Kurstadt, in Burgbernheim oder seit Kurzem auch auf der Bundesstra­ße 470 bei Ipsheim zu finden. Zerstäuber für Medikamente Neuerungen, mit denen aufgrund des Qualitätmanagements innerhalb des BRK-Kreisverbandes alle Ein­satzfahrzeuge ausgestattet sind, wur­den während des Symposiums den Teilnehmern ebenfalls vorgestellt.

Darunter auch der sogenannte Muco­sal Atomization Device (MAD). Er kann auf eine ganz normale Spritze aufgesetzt werden. Mithilfe dieses Zerstäubers können dann Medika­mente als feiner Nebel in die Nase des Patienten gesprüht werden. Be­sonders bei Schwerstverletzten, wenn in der Kürze der Zeit kein venö­ser Zugang möglich erscheint, oder bei Einsätzen, bei denen Kinder be­troffen sind, habe sich dieses neue Ge­rät bewährt, wurde erklärt. Nach weiteren Fachvorträgen wur­den die Mediziner und Rettungs­dienstmitarbeiter von der Schnellein­satzgruppe des BRK kulinarisch ver­sorgt. 

gla


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