Dienstag, 13.11.2018

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Obernzenn nach der Flut: So groß sind die Schäden

Warum hat das Landratsamt nicht den Katastrophenalarm ausgerufen? - 07.06.2016 06:00 Uhr

An der Hauswand lässt sich ablesen, wie hoch das Wasser stand. Die Schäden gehen in die Millionen. © Windsheimer Zeitung


Für eine genaue Schätzung ist es immer noch zu früh, sagt Markus Heindel. Sicher ist eine gute Woche nach der Hochwasserkatastrophe für den Bürgermeister von Obernzenn aber bereits, dass die Schäden im Millionenbereich liegen. Aktuell seien wohl "fünf bis zehn Häuser nicht mehr bewohnbar", so Bürgermeister Heindel. Zum Teil habe es auch ortsansässige Betriebe schlimm erwischt.

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Die Straßen überflutet, die Pegel bedrohlich hoch: Im Markt Obernzenn (Landkreis Bad Windsheim/Neustadt an der Aisch) kämpften Feuerwehr und THW nach einem schweren Unwetter am Sonntagabend gegen die Wassermassen. Erdrutsche und unterspülte Bauten erschwerten den Einsatz der Einsatzkräfte, zahlreiche Autos standen unter Wasser. Eine Turnhalle war komplett überflutet.


Dazu kämen auch erhebliche Aufwendungen für die Kommune. Straßengräben müssten ausgebaggert, mehrere Feldwege und die Kanalisation instand gesetzt werden. Für das ebenfalls betroffene Flachslanden rechnet Bürgermeister Hans Henniger "über den Daumen gepeilt" mit mindestens drei Millionen Euro Schaden. Auch die Kosten für den Einsatz von Feuerwehr und THW seien "erheblich" und lägen "zwischen 50.000 und 100.000 Euro".

Weil der Katastrophenalarm vom Landratsamt nicht ausgelöst wurde, muss dafür eigentlich die Gemeinde geradestehen. Im Kern sei die Entscheidung auch nicht falsch gewesen, eine Überforderung der örtlichen Hilfskräfte habe es nicht gegeben. Trotzdem fragt sich Henninger mit Blick auf seine ohnehin belastete Kasse, "ob der Landkreis nicht jetzt doch so tun könnte, als ob es Katastrophenalarm gegeben hätte".

Mit den Folgen der Flut haben vor allem auch die betroffenen Hausbesitzer zu kämpfen. Für eines der am schlimmsten betroffenen Häuser in der Uffenheimer Straße 19 in Obernzenn kann Eigentümer Johannes Treuheit noch nicht sagen, wie es weitergeht. Hier stand das Wasser über einen Meter hoch in den Räumen, das gesamte Mobiliar ist zerstört, der Putz musste von den Wänden geschlagen, die Böden herausgerissen werden. Treuheit wird in diesen Tagen Soforthilfe beantragen. Ob er die Renovierung seines Hauses stemmen will und kann, weiß er jedoch noch nicht.

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Zerstörung durch die Flutmassen: Das Aufräumen nach den Unwettern

Das schwere Unwetter hat am Sonntagabend im Zenngrund große Schäden verursacht. Nun sinken die Pegel wieder und die Menschen haben mit den Aufräumarbeiten begonnen. Keller wurden ausgepumpt und Straßen vom Schlamm befreit.


 

Arno Stoffels E-Mail

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