-1°

Mittwoch, 21.02. - 21:54 Uhr

|

ÖPVN im Raum Bad Windsheim soll attraktiver werden

Förderprogramm eröffnet Möglichkeiten zur Ergänzung der Infrastruktur - 03.02.2018 14:05 Uhr

Zug, Bus, Taxi. Der Personennahverkehr hat viele Facetten. Diesen mit zusätzlichen Elementen weiter auszubauen, ist Ziel des neuen Förderprogramms Mobilität im ländlichen Raum. © Günter Blank


Bürgermeister Bernhard Kisch skizzierte einführend "ein schwieriges Thema", ohne dass es bislang seitens der Stadt ein "konkretes Vorhaben" gebe. Da der Landkreis aktuell einen Nahverkehrsplan erarbeite, sollten etwaige Projekte in diesen eingebunden werden. "Es ist ein schwieriges Thema, aber man muss auch wissen, was man will", bestätigte Geidner Kisch und motivierte damit zugleich die Ratsmitglieder. Hintergrund der nun angestoßenen Initiative ist nicht zuletzt das neue, auf einer fünfjährigen Anschubfinanzierung basierende staatliche Förderprogramm "Mobilität im ländlichen Raum", mit dessen Hilfe die ländlichen Regionen aufgewertet werden sollen.

Denkbar und machbar ist vieles: Der sogenannte Stadtverkehr mit festen Fahrplänen und Haltestellen sowie Fahrpreisen gemäß den Tarifen des Verkehrsverbunds Großraum Nürnberg (VGN) – wahlweise in der "Aufgabenträgerschaft" der Stadt oder des Landkreises – ebenso wie "Bedarfsverkehre", umgesetzt mittels Anruf-Sammel-Taxi oder Rufbus. Daneben gibt es Bürgerbusse mit ehrenamtlichen Fahrern, eventuell einem Verein sowie von der Stadt oder Werbefirmen gestellten Fahrzeugen.

Charmanter Vorteil

Nicht zuletzt aufgrund der Empfehlungen von Oskar Geidner richtete sich der Fokus bei der Sitzung alsbald auf die Bedarfsverkehre. Geidner plädierte für ein gemeinsames Vorgehen mit Landkreis, VGN und gegebenenfalls, wie von WiR-Fraktionssprecher Jürgen Heckel empfohlen, mit Nachbargemeinden. Je nachdem, ob Stadt oder Kreis als Aufgabenträger fungieren, könnte das Projekt sogar kostenlos für die Stadt sein. So oder so biete das neue Förderprogramm ungeahnte Möglichkeiten, müssten die Kommunen nur 20 Prozent der Kosten tragen. Und der Bedarfsverkehr habe den Vorteil: "Wenn keiner mitfährt, kostet es auch nichts."

Oskar Geidner machte den Ratsmitgliedern Appetit auf den Bedarfsverkehr: "Sie haben den charmanten Vorteil, dass Sie in das Programm fallen. Sie zahlen nur noch zwanzig Prozent. Die anderen, die es nicht erwarten konnten, zahlen hundert Prozent." Was konkret machbar wäre in der Kurstadt und deren Umfeld, ist noch nicht zu erkennen. Stichworte, die fielen, waren zum Beispiel der "Zu- und Abbringerverkehr" für Bahnhöfe. "Das bringt auch der Schiene mehr Fahrgäste", sagte Geidner, wobei grundsätzlich keine Konkurrenz zu bestehenden Anbietern geschaffen werden dürfe; Letzteres gelte für den VGN beispielsweise ebenso wie für Taxi- oder Busunternehmen. 

"Bei der Schiene wird es kritisch werden", sagte Geidner auf die Frage von SPD-Fraktionssprecher Matthias Oberth, ob es vorstellbar wäre, zwischen den im Stundentakt verkehrenden Regionalbahnen Anrufsammeltaxen einzusetzen. Es könne aber durchaus sein, Derartiges "zwischenzuschalten für andere Ziele als den Bahnhof", ergänzte Geidner. Auch nachts, wenn etwa Nürnberg-Heimkehrer auf dem Weg nach Bad Windsheim mit der Bahn in Neustadt stranden, könnte wie auch immer gearteter Bedarfsverkehr sie nach Hause bringen.

Ohne Plan geht nichts

Der Einsatzmöglichkeiten für Bedarfsverkehr gäbe es viele, die rechtlichen Grundlagen sind verzwickt. Doch eines ist klar, wie Bernhard Kisch deutlich machte: "Ohne Planung geht es nicht." Letztlich erfüllte ihm der Stadtrat den Wunsch nach einem Votum, an den Landkreis den Antrag stellen zu dürfen, bei der Fortschreibung des Nahverkehrsplans die Möglichkeiten für Bedarfsverkehre für Bad Windsheim und Umgebung zu untersuchen. Ziel sollte es sein, "ein Mobilitätskonzept für den Landkreis zu erstellen, das nicht nur den ÖPNV betrifft".  

Günter Blank

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Name:

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Bad Windsheim