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Montag, 18.06.2018

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Plädoyer für Erhalt des Panzerturms bei Nordheim

Abrisspläne empören die Bewohner der umliegenden Gemeinden – Initiative gegründet - 10.03.2018 19:25 Uhr

Der Markt Nordheimer Panzerturm hat sich zu einem beliebten Ausflugsziel entwickelt. © Foto: Martin Stern


Eingeladen zu dieser Veranstaltung hatte der Geschichts- und Brauchtums-Stammtisch Weigenheim. Gertraud Nöth, die Vorsitzende des Vereins, Feuerwehrkommandant Martin Stern und viele Bürger, für die der Turm zu ihrem Dorf und ihrer Geschichte gehört, organisierten daraufhin diesen Abend, zu dem sich etwa 300 Interessierte ins Gasthaus Schwarzer Adler einfanden.

Martin Stern verlor zunächst einige Worte über die Geschichte des Turms: Dieser sei 1938 erbaut worden. Bis 1941 sei er der Mittelpunkt des rund um den Turm angelegten Testgeländes der Luftwaffe gewesen, die dort das Abwerfen von Bomben übte. Anschließend habe er für die Beobachtung von Schießübungen der Flaks und den Test von Bombenzündern gedient. Seit dem Kriegsende sei der Turm mit 80 Zentimeter dicken Mauern zu einem beliebten Ausflugsziel geworden. Mit einer Höhe von 22 Metern sei er weltweit der einzige Beobachtungsturm, der noch vorhanden ist. "Deswegen muss er erhalten bleiben, weil er ganz einfach einzigartig ist", sage Stern.

Setzen sich für den Erhalt des Turms ein (von rechts): Anton und Marlen, die einen Brief an Minister Christian Schmidt geschrieben haben, Helga Baritsch-Schmitt, Gertraut Nöth, Rainer Mayer und Harald Endreß. © Foto: Sylvia Fehlinger


Auch Rainer Mayer, Bürgermeister von Weigenheim, unterstrich, "dass wir diese Pläne der BImA nicht so einfach hinnehmen müssen". Der Andrang der Besucher zeige, dass der Protest nicht nur eine Spinnerei von ein paar Leuten sei. Harald Endreß, Bürgermeister von Markt Nordheim, wünschte der Initiative Erfolg, Reinhold Klein, Bürgermeister von Sugenheim, gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass die BImA noch einmal umdenke und "wir zuerst einmal Zeit gewinnen, um eine Sprengung im Oktober zu verhindern".

Helga Baritsch-Schmitt, Kreisheimatpflegerin, zeigte sich erstaunt über das Interesse, ein unter Denkmalschutz stehendes Bauwerk zu erhalten: "Meistens erlebe ich das Gegenteil". Altlandrat Walter Schneider legte nach: "Für den Bund dürfte es finanziell kein Problem sein, diesen zu sanieren". Mit Augenzwinkern wies er auch darauf hin, dass im Herbst Wahlen seien: "Also ist die Gelegenheit günstig, den Wunsch der Bevölkerung zu erfüllen."

Für den Erhalt einsetzen wollen sich auch Kreisrat Ewald Geißendörfer aus Uffenheim und Franz Stegner, Lehrer für Heimatkunde in Bad Windsheim. Letzterer forderte: "Solche Objekte müssen erhalten bleiben, damit kann man unsere Geschichte mit den Jugendlichen direkt vor Ort aufarbeiten". Wie es mit dem Turm weitergehen wird, werden die mit den zuständigen Behörden geplanten Verhandlungen ergeben. Die Aktivisten des Stammtisches sammelten jedenfalls schon Unterschriften von allen, die am Erhalt des Turms interessiert sind. 

Sylvia Fehlinger

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