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Plastik-Recycling: Pläne für Anlage in Burgbernheim stehen

Unternehmensgruppe Reiling will 2020 den Betrieb in Mittelfranken aufnehmen - 27.03.2018 17:57 Uhr

Verpresste Plastikflaschen lagern bereits vor dem Reiling-Unternehmensstandort im nordrhein-westfälischen Hamm. Dort wird ebenfalls Plastik im großen Stil recycelt. © Privat


"Natürlich" sei mittelfristig der Betrieb in drei Schichten an sieben Wochentagen geplant, beantwortete der Geschäftsführer bei der Vorstellung der Planungen eine Frage und umriss die Bedeutung des künftigen Standorts Burgbernheim: Allein in die Recyclinganlage investiert das Unternehmen mit Sitz in Nordrhein-Westfalen eine Summe zwischen 17 und 18 Millionen Euro. Bis zu 40 Mitarbeiter sollen auf dem Gelände Im Grund beschäftigt werden.

Wie berichtet soll mit dem Betrieb in Burgbernheim der süddeutsche Raum abgedeckt werden. "Sie können diese Flaschen nur regional verarbeiten", legte Bentele dar, der Verkauf der Plastik-Flakes als Endprodukt wiederum erfolgt an Abnehmer europaweit. "Die Textilindustrie nimmt sehr viel", schlüsselte er auf, außerdem entstehen unter anderem recycelte Flaschen oder Verpackungen.

Als Grundlage zermahlen

Angeliefert werden die Plastikflaschen in Burgbernheim in gepressten Ballen, in der dafür vorgesehenen Halle werden diese geöffnet, Bentele zufolge sei daher nicht mit unkontrolliert verstreuten Flaschen zu rechnen. "Das eine oder andere Etikett wird da schon herumfliegen", auch deshalb sei eine umlaufende Begrünung vorgesehen. In verschiedenen Stufen werden die Flaschen sortiert, gereinigt und zu kleinen Flakes als Grundlage für neue Produkte zermahlen. Im ersten Bauabschnitt ist die Errichtung eines Bürogebäudes und einer Werkstatt geplant, außerdem entstehen Lagerflächen. Denn, dies machte Bentele deutlich, die im vergangenen Jahr aufgekaufte Menge von zirka 4500 Tonnen Plastik genüge nicht, bis Ende 2018 sollen es zwischen 8000 und 10.000 Tonnen sein, um an einen effizienten Start zu denken.

Die Recyclinganlage selbst wird auf dem 35.000 Quadratmeter großen Grundstück an der Bundesstraße 470 etwa 5000 Quadratmeter belegen, rund 3000 Quadratmeter dienen allein der Sortierung. Ein Teil der Lagerfläche wird zudem der Unterbringung von Solarpaneelen vorbehalten sein, deren Recycling aber nicht in Burgbernheim stattfindet, versicherte Bentele. Ohnehin sei die Technik zur Wiederverwertung der Solarpaneele am Entstehen, "so richtig zufrieden sind wir noch nicht", wie er bekannte. Für die Anlieferung von Plastikflaschen werde zum Auftakt des Betriebs mit etwa zehn Lastern am Tag zu rechnen sein, bei voller Auslastung mehr.

Bedenken im Stadtrat

Bei der Reinigung der Flaschen kommt dreiprozentige Natronlauge zum Einsatz, informierte er und verwies auf einen aus seiner Sicht problematischeren Stoff: Der Zucker aus den Restmengen Limonaden in den Flaschen wirke sich gravierender aus. Ein Punkt, an dem sich Bürgermeister Matthias Schwarz einschaltete, etwa 200 Einwohnergleichwerte wurden für die Kläranlage berechnet. Gebaut sei diese für 8000 Einwohnergleichwerte, aktuell liege die Auslastung bei etwa 6500. "Wir reden nicht über gefährliche Abfälle, wir reden über Lebensmittelverpackungen", war dem Reiling-Geschäftsführer in diesem Zusammenhang wichtig.

Bedenken in zweierlei Hinsicht machte Stadtrat Martin Schwarz geltend, er sorgte sich um möglichen Plastik- und Papiermüll, der in der Landschaft verteilt werden könnte. Darüber hinaus befürchtete er, dass die Wiesen und Felder im Umgriff durchnässt werden, wenn zusätzlich das Oberflächenwasser des Unternehmensstandorts abgeleitet wird. Bürgermeister Schwarz verwies auf die Sammlung zunächst über die Regenrückhaltung und Berechnungen des Wasserwirtschaftsamtes. 

Christine Berger

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