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Psychosoziale Versorgung in der Uffenheimer Klinik

Ärzte, Therapeuten und Berater treffen sich für gemeinsame Fortbildung - 11.11.2017 14:56 Uhr

Maren Weickert und Martin Hemm stellten psychiatrischen und psychotherapeutischen Angebote für Kinder und Jugendliche vor. © privat


Beratungsstellen und Therapieeinrichtungen der "Psychosoziale Versorgung im Landkreis" stellten sich Ärzten, Psychotherapeuten und Berater in einer gemeinsamen Fortbildung vor. Dazu hatte Dr. Georg Deichhardt, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbandes, in Kooperation mit Stefanie Schindler, Geschäftsstellenleitung der Gesundheitsregionplus in die psychosomatische Klinik Heiligenfeld Uffenheim eingeladen. 

Am Thema "Psychische Gesundheit – professionelle Hilfe, Beratung und Therapie im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim" zeigten etwa 90 Ärzte, Psychotherapeuten und Berater Interesse. Vorbereitet hatte die Fortbildung der Arbeitskreis "Psychische Gesundheit" unter Leitung des Projektteams Dipl.-Psych. Beate Hopfengärtner, Psychotherapeutin in Neustadt, Dr. Birgit Schwarz, Psychiaterin in Bad Windsheim und Michael Koch, Chefarzt der Heiligenfeld Klinik Uffenheim. Er führte die Gäste durch die Klinik und erläuterte deren Konzept.

Danach präsentierten sich insgesamt 20 Beratungsstellen und Einrichtungen zu den Bereichen Kinder und Jugendliche - wie beispielsweise die Erziehungs- und Lebensberatungsstelle, die schulpsychologische Beratung oder die Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie - und Erwachsene, darunter der Sozialpsychiatrischer Dienst, die Tagesstätte "AischTreff", die Suchtberatung und der Krisendienst Mittelfranken. Neben der Heiligenfeld Klinik Uffenheim stellten sich auch die Psychiatrische Institutsambulanz und Tagesklink in Neustadt vor. Parallel zu den Vorträgen konnten sich die Teilnehmer weitere Informationen an den jeweiligen Ständen und im persönlichen Gespräch einholen. 

Die Fortbildung stellte einen Anfang dar, sowohl Fachleute als auch die Bevölkerung intensiver über die Beratungs- und Therapieangebote im Landkreis zu informieren. Die Fortbildungsteilnehmer waren über die Fülle an Informationen über engagierte Beratungs- und Therapieangebote im Landkreis erfreut und waren sicher, hiervon für ihre Praxis gut profitieren zu können.

Wegweiser Psychische Gesundheit 

Zusätzlich entwickelte im Vorfeld der "AK Psychische Gesundheit" einen Ordner, der als "Wegweiser Psychische Gesundheit" fungieren soll. Dort sind alle Einrichtungen, die sich bei der Fortbildung vorgestellt haben, mit ihrem Kurzprofil abgebildet. Zudem sind die psychotherapeutischen und nervenärztlichen Praxen des Landkreises übersichtlich aufgelistet. 70 Ordner wurden an die Teilnehmer der Fortbildung verteilt. Die Kurzprofile der Einrichtungen werden im Laufe des November im pdf-Format auf der Homepage der Gesundheitsregionplus zur Verfügung gestellt. So können alle, die sich für dieses Thema interessieren, die gesammelten Informationen einsehen. Zukünftig wird es einen digitalen Wegweiser geben, der sich noch im Aufbau befindet – die Gesundheitsregionplus informiert darüber, sobald dieser online zur Verfügung steht. Lotsenfunktion 

Deren Geschäftsstellenleiterin Stefanie Schindler stellte fest, dass etwa ein Drittel der Bevölkerung im Laufe eines Jahres den Wunsch habe, sich für ein psychisches Problem Hilfe zu holen. Die meisten Ratsuchenden wendeten sich zunächst an ihren Hausarzt, der die erste Not "auffängt". Hier haben Ärzte eine wichtige "Lotsenfunktion" in der psychosozialen Versorgung der Bevölkerung, indem sie die Patienten möglichst passgenau an die entsprechende Beratungs- oder Therapieeinrichtung weiter verweisen. Auch die psychotherapeutischen Praxen müssen angesichts des hohen Therapiebedarfs eine Lotsenfunktion wahrnehmen und die Patienten über alternative Beratungsmöglichkeiten im Landkreis informieren, wenn die Wartezeiten auf einen Therapieplatz zu lange sind. 

Daher war es das Ziel der Fortbildung, im Kollegenkreis der Ärzte, Berater und Psychotherapeuten, über die konkreten regionalen Angebote praxisnah zu informieren und persönliche Kontakte herzustellen. Im Landkreis gibt es sehr gute Anlaufstellen, die laut einer Bürgerbefragung der Gesundheitsregionplus in Kooperation mit dem Regionalmanagement "leider nicht Jedem bekannt sind". Dort gaben 36 Prozent der Befragten an, dass es schwer beziehungsweise sehr schwer sei, Informationen über Unterstützungsmöglichkeiten bei psychischen Problemen wie Stress oder Depression zu finden. Um dies zu ändern und sowohl die Landkreisbevölkerung als auch Fachleute und Entscheidungsträger über Themen der psychischen Gesundheit zu informieren, gründete die Gesundheitsregionplus den "Arbeitskreis Psychische Gesundheit". Die Teilnehmer entwickeln verschiedenen Aktivitäten, um mehr Transparenz in der psychosozialen Versorgungslandschaft zu schaffen, wie dies beispielsweise mit der "Themenwoche Psychische Gesundheit" Anfang des Jahres erfolgte. 

nb

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