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Donnerstag, 19.07.2018

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Studenten stellten Explosions-Szenario nach

Herangehensweise der Rettungsdienstmitarbeiter wurde getestet - 13.03.2018 20:42 Uhr

Zweierteams des Rettungsdienstes müssen Verletzte in Kategorien einteilen. So wird die Behandlungsreihenfolge festgelegt. © Christian Schleißinger


In der Rettungswache in Bad Windsheim fand der praktische Teil statt – mit viel Filmblut und Schauspielerei, damit die Rettungskräfte, die im Fokus standen, authentische Bedingungen vorfanden. "Wir wollten etwas Praktisches machen, das jedem etwas bringt", erklärt die Diespeckerin Stefanie Kramer, die selbst als Notfallsanitäterin für den Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes Einsätze übernimmt. Mit ihren Kommilitonen Christian Schleißinger, Martin Hartmann und Lydia Moser erarbeitete sie zunächst die Fragestellung: Erörtern will das Quartett, ob die Rettungsdienstmitarbeiter des BRK-Kreisverbands in der Lage sind, im Falle eines Massenanfalls von Verletzten korrekt nach dem Algorithmus Modell Bayern der Ärztlichen Leiter Rettungsdienst Bayern vorzusichten.

17 Mimen wurden dafür von professionellen Schminkern des Notfalldarstellungsteams bemalt, mit künstlichem Blut wurden verschiedene Verletzungen dargestellt. Ganz nach Anweisung der Studenten, die sich im Vorfeld natürlich ein Verletzungsbild, das bei Gasexplosionen gegeben ist, überlegt hatten – für jeden einzelnen Patienten. Verbrennungen an verschiedenen Körperstellen beispielsweise. Alles ist auf Kärtchen genau festgehalten, auch wie die Opfer ihre Rollen zu spielen haben. So etwa "die laufende Kopfplatzwunde", erklärt die 23-Jährige. Sechs Rettungsdienstteams, die freiwillig an der Übung teilnahmen, erhielten die gleiche Aufgabe. Sie waren nach der Feuerwehr, die den Unfallort bereits gesichert hat, das zweite Team vor Ort.

Sie mussten die Opfer in Kategorien Rot, Gelb und Grün einteilen und somit eine Reihenfolge der Behandlung durch einen Notarzt bestimmen. "Es ist nichts anderes, als zu kategorisieren, wer als Nächstes behandelt wird. Das muss man üben, weil es Gott sei dank nicht alltäglich ist", erklärt Kramer. Bei Rot besteht unmittelbare Lebensgefahr, "Grün kann laufen und schreien, also muss er warten". Es kann aber auch vorkommen, das ein zunächst "grüner" Patient später "rot" wird, weil er ein Schädelhirntrauma hat, sagt Kramer.

Ergebnisse im April

Eigentlich sei die Einteilung eine ärztliche Sache, wenn aber nicht genügend Ärzte da sind, muss der Rettungsdienst einspringen. Die Teams – die Teilnehmer waren zwischen 20 und Ende 50 Jahre alt – wussten im Vorfeld nicht, was sie erwartet. Etwas, was Kramer sofort aufgefallen sei, dass Jung und Alt unterschiedlich an die Sache herangegangen sind. Je nach dem, wer die Schulung zum Algorithmus gemacht hat beziehungsweise, wer sie bei Übungen schon vertiefen konnte, erklärt Kramer.

Die Auswertung erfolgt derzeit, da Kramer mit den Testpersonen zusammenarbeitet, ist sie dabei raus. Im April wird das Ergebnis feststehen, die Arbeit abgegeben. Auf das Ergebnis freut sich Spiros Sklawenas, der Rettungsdienstleiter im Kreis, der das Projekt unterstützt hat: "Nur durch solche Übungen kann die tägliche Arbeit verbessert und vielleicht geändert werden." Kreisgeschäftsführer Ralph Engelbrecht findet: "Verbesserungspotenzial gibt es immer" und kündigt an: "Was umzusetzen ist, werden wir auch umsetzen, wenn es leistbar ist." 

Katrin Müller

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