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Montag, 21.05.2018

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Tauben kommen hinter Rathaus-Netz zu Tode

Loch im Abwehrgitter noch nicht gefunden - Stadt wird langsam aktiv - 31.01.2018 16:48 Uhr

Wohl durch ein Loch in den Maschen verirren sich in jüngster Zeit immer wieder Tauben zwischen Netz und Rathaus-Fassade. © Privat


Vergangenen Freitagabend ist eine Passantin auf ein solches Tier aufmerksam geworden. Sie informierte Mitarbeiter des Rathauses und die Windsheimer Zeitung über die Situation. "Wir haben das Problem erkannt", erklärt Stadtbaumeister Thomas Geismann auf Nachfrage.

In die Jahre gekommenes Netz

Irgendwo im Netz, welches die komplette Fassade umschließt, sei ein Loch. Allerdings sei dies wohl an einer Stelle, die man nicht so leicht findet. "Die zwängen sich da irgendwo rein", erklärt Geismann. Er sagt aber auch, dass die meisten Vögel den Weg nach außen von alleine wieder finden. Gelegentlich sterbe ein Tier.

Das Netz habe man 2001 angebracht. "Die komplette Fassade war verdreckt, die Tauben haben auf den Fensterbrettern gebrütet", erzählt der Stadtbaumeister. In Regensburg sei er auf solche Netze an Gebäuden aufmerksam geworden. Sein Vorschlag, die Idee in Bad Windsheim zu übernehmen, stieß bei den meisten, aber nicht allen Stadtoberen auf Zustimmung, erklärt Geismann. Die Kosten, es waren ein "paar Tausend D-Mark", wurden als zu teuer gesehen.

Heckel fordert Tier-Rechte ein

Jetzt sei das Netz in die "Jahre gekommen", habe seinen "Dienst aber getan". In zwei Wochen gebe es einen Termin mit einer Fachfirma. Das Netz werde durch ein neues ersetzt, sagt Geismann. Hinter die paar Tausend könne man dann wahrscheinlich Euro schreiben, sagt er, aber die Fassade bleibe geschützt.

Diese Information ging auch an die Bürgerin, die am Sonntag in einer E-Mail an die Windsheimer Zeitung von einer "verdursteten Taube" schrieb und sich zudem an Stadtrat Jürgen Heckel wandte, der wiederum seine Frau, Tierärztin Dr. Annette Volkamer, ins Boot holte. Volkamer fordere, dass das Netz von der Feuerwehr aufgeschnitten werde, damit die Vögel nicht gequält werden. "Die armen Kreaturen! Haben Lebewesen denn überhaupt keine Rechte mehr bei uns in Bad Windsheim?" fragt Jürgen Heckel. Er kündigte an, dafür kämpfen zu wollen, dass den Tauben alsbald geholfen wird. 

Katrin Müller

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