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Tierheim fängt Streuner im Kurpark ein

Nach drei Wochen in der Kälte ist der Mischlingsrüde jetzt in Sicherheit - 14.02.2012 13:27 Uhr

 

Verängstigt quetscht sich Ghost an die Wand seines Zwingers. Streicheln lässt er sich bisher nur von Diane Kölbl. Sie will den Misch­lingsrüden in den nächsten Wochen aufpeppeln.

Verängstigt quetscht sich Ghost an die Wand seines Zwingers. Streicheln lässt er sich bisher nur von Diane Kölbl. Sie will den Misch­lingsrüden in den nächsten Wochen aufpeppeln. © Katrin Müller


Fressen tut er nur, wenn nie­mand zusieht. Rund drei Wochen streunte der Mi­schlingsrüde in und um Bad Winds­heim herum (wir berichteten). Jetzt gelang es Diane Kölbl, der Hundebe­auftragten des Tierheims, mit fünf Freunden und vier Hunden das ver­wahrloste und verschreckte Tier ein­zufangen. Seit einer Woche hatte sie den Hund immer wieder an der selben Stelle zwischen Gräf und Kurpark ge­füttert.

Das scheue Tier wagte sich je­doch erst zur Futterstelle, wenn nie­mand mehr zu sehen war. Zahlreiche Versuche des Tierschutzvereins, den Hund anzulocken, waren gescheitert. Am Sonntagmorgen trommelte Kölbl in einer „spontanen Aktion“ Freunde zusammen. Sie legten sich mit vier Hunden zwischen Gräf und Kurpark auf die Lauer. „Ich hab mir gesagt: Heute geh’ ich nicht ohne die­sen Hund heim“, erzählt Kölbl. Es dauerte nicht lange und der Streuner ließ sich blicken. Vorsichtig gesellte er sich zu dem Hunderudel.

Be­sonders angetan war er von Chakira, einer Ridgeback-Hündin. Er spielte sogar mit ihr, sagt Kölbl. Zwei Stun­den harrten die sechs Freunde in der Kälte auf dem Feld aus und ließen die Tiere toben. Sobald sich aber ein Mensch dem Mischling näherte, rann­te er weg. Also entschloss sich das Sextett, ihn in einen Hinterhalt zu locken. Den Freunden gelang es, das Tier mit den Hunden in den „nächstbesten Garten“ am Hasengarn zu lotsen. Dort drängten sie es in eine Ecke und fingen es mit Leinen ein. Der Hund sträubte sich so, dass die Freunde zu kämpfen hatten, ihn ins Auto zu be­kommen.

Mit einer Leine um den Hals und einer um den Bauch schafften sie es schließlich,ihn zu dritt in den Wagen zu hieven. Sie brachten ihn ins Tier­heim. Dort will ihn Kölbl jetzt aufpep­peln und ihm beibringen, wieder Ver­trauen zu Menschen aufzubauen.

Den Namen Ghost gab Kölbl dem Hund, weil er in den vergangenen Wochen immer wieder verschwunden und dann wieder aufgetaucht war, „wie ein Geist eben“. Gestern setzte sie sich eine halbe Stunde zu ihm in die Box. Er näherte sich nur langsam an und ließ sich sogar ein wenig von ihr streicheln.

Da Ghost ein Halsband trägt, vermutet die Hundepflegerin, dass er ausgesetzt wurde. Es verwun­dert, dass der Hund bei dieser Kälte so lange dort draußen überlebt hat. Kölbl vermutet, dass er in irgendwel­chen Verschlägen oder Gartenhäus­chen, die es dort draußen gibt, die Nächte verbracht hat.

Wer das Tier kennt und weiß wo es hingehört, soll sich unter der Telefon­nummer 0152/06 37 76 35 im Hunde­haus melden. 

KATRIN MÜLLER

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