Mittwoch, 14.11.2018

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Urphertshofen feiert seine 800-jährige Geschichte

Landesbischof Bedford-Strohm und Minister Schmidt zu Gast - 15.07.2014 10:23 Uhr

Teile der Kirche Sankt Jakobus und Nikolaus könnten im 12. oder 13. Jahrhundert entstanden sein. © Jakob Baumann


In einzelne Aspekte der langen Ge­schichte des Ortes eintauchen können Besucher am Festwochenende selbst. Ausführlicher ist diese in der eigens zusammengestellten Chronik nachzu­lesen, für die Bernd Uhlmann viel in Archiven geforscht hat. Weit zurück reicht die Historie des Ortes, dessen Name wohl auf die Höfe eines Ritters Udelwart zurückgeht. Als Udelwar­teshovin wird er 1214 in einer Urkun­de erwähnt. Der Geistliche Arnoldus Camerarius, Pfarrer in Obernzenn, übertrug dem Stift Sankt Gumbertus in Ansbach ein von ihm gekauftes Grundstück in dem besagten Ort.

Teilweise im romanischen Stil

Die Endung auf -hofen legt nahe, dass es den Ort schon früher gab, zur Zeit der Karolinger im 8. oder 9. Jahrhundert. Doch bis sich der heuti­ge Name durchsetzte, dauerte es lan­ge. Als Ulberßoffen (1393), Ulwertz­houen (1478) und dann als Urpherz­hoffen (1478) wird er bezeichnet. Die­se Vielfalt gehe wohl auf das Unver­mögen der Schreiber zurück, den et­was komplizierten Namen wiederzu­geben, heißt es in der Chronik.

Die Existenz der Kirche ist nicht so früh zu belegen, auch wenn ihr teil­weise romanischer Baustil auf das 12. und 13. Jahrhundert hinweist. Ur­kunden zur Stiftung und zur Bauge­schichte fielen wie das Pfarrhaus zwei Bränden (1576 und 1677) zum Opfer. Die Sammlung der ältesten er­haltenen Rechnungen, wohl ur­sprünglich andernorts aufbewahrt, stammt aus dem Jahr 1614. Von Bau­maßnahmen am Gotteshaus, aber auch von Bewirtung im Gasthaus zu besonderen Anlässen ist da die Rede. Für Uhlmann der Hinweis auf eine gesellige Dorfgemeinschaft.

Die wird sich auch am Wochenende wieder zusammenfinden. Reinhard Blank vom Organisationsteam hofft, dass auch möglichst viele Gäste mit­feiern wollen. Obernzenns Bürger­meister Markus Heindel obliegt es, das Fest am Samstagabend um 19 Uhr zu eröffnen. Ab 20 Uhr wird es dann gemütlich. Es spielt Allein­unterhalter Stefan Mening.

Historische Aufnahmen

Mit einem Festgottesdienst mit Abendmahl in der romanischen Kir­che beginnt um 9.30 Uhr der Fest­sonntag. Dazu hat sich Landesbischof Bedford-Strohm als prominenter Festprediger angesagt. Für Musik sorgen Bernd Uhlmann und der Pro­jektchor Urphertshofen. Weiter geht es im Festzelt mit Grußworten der Ehrengäste, darunter auch Schirm­herr Landwirtschaftsminister Chris­tian Schmidt. Anschließend gibt es Mittagessen. Ab 14 Uhr spielt der Musikverein Obernzenn. Es gibt Kaf­fee und Kuchen sowie reichlich Gele­genheit für die Erwachsenen, sich entspannt zu unterhalten, für Kinder ist ein eigenes Programm geboten.

Sich zurückerinnern, etwas Neues über den Ort lernen, das können Er­wachsene oder aber die ganze Fami­lie bei einer Bilderschau beziehungs­weise zwei Führungen. In der Kirche werden unter dem Motto „Urpherts­hofen, einst und jetzt“ historische Aufnahmen gezeigt. Besucht werden können an diesem Tag aber auch die Bestelmeyer-Kapelle im Waldheim sowie der Linden-Krieger-Hain. Mit einem festlichen Konzert en­den die Feierlichkeiten am Sonntag in der Kirche Sankt Jakobus und Ni­kolaus. Ab 17 Uhr wird dort unter der Leitung von Kantor Bernd Uhl­mann musiziert. Trompetenklänge werden zu hören sein, ein kleines Or­chester, Solisten sowie die Kleine Kantorei. 

CLAUDIA LEHNER

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