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Viele offene Fragen: Wildbad in Rothenburg zu kaufen?

Einen Interessenten aus Bad Windsheim gibt es bereits - 07.10.2017 10:44 Uhr

Das Wildbad in Rothenburg ist als Tagungshaus und Veranstaltungsort eine Institution in der Region. Möglicherweise wird es verkauft. © Foto: Silvia Schäfer


Die bayerische evangelische Landeskirche prüft den Verkauf ihrer Tagungsstätte Wildbad Rothenburg. Es liege aktuell ein Kaufangebot für die Immobilie vor, sagte der landeskirchliche Finanzchef Erich Theodor Barzen dem Sonntagsblatt - Evangelische Wochenzeitung für Bayern.

Der Kaufinteressent könne sich auch eine Kooperation vorstellen, bei der die kirchliche Prägung des Hauses erhalten bleibe. Man habe die gut 50 Mitarbeiter über den Sachstand informiert, heißt es im Sonntagsblatt weiter: "Um konkrete Gespräche über die Immobilie in exklusiver Lage unterhalb der historischen Altstadt im Taubertal zu führen, müssten Bauexperten sie genau begutachten."

Grund für den Verkauf könnten die hohen Kosten für die Einrichtung sein. Laut kirchlichem Finanzchef bezuschusste bisher die Landeskirche den Betrieb und Erhalt des luxuriösen Kurhotels mit einer Million Euro pro Jahr, berichtet der Bayerische Rundfunk. Dabei entfallen etwa 500.000 Euro auf den baulichen Erhalt des Rothenburger Wildbades und etwa weitere 500.000 Euro auf die Bezuschussung des laufenden Betriebs der Tagungsstätte. Großmaßnahmen sind da noch nicht eingeschlossen. Deshalb soll das malerische Denkmal nun unter den Hammer kommen.

Der in Sachen Immobilien und Hotels erfahrenen Peter Hahn war namentlich zunächst nicht genannt worden. Aber in Rothenburg machte die Personalie schnell die Runde. Von einem bevorstehenden Kauf oder gar einer unterschriftsreifen Vereinbarung könne aber überhaupt keine Rede sein, es gehe zunächst nur um "das erklärte ernsthafte Interesse an einer Kooperation und auch zur Prüfung eines möglichen Kaufes".

Der Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Rechtsbeistand hat mit seinem Wirtschaftsberatungsunternehmen jahrzehntelange Erfahrung und beweist gerade durch Millionen-Investitionen in den Ausbau des Traditions-Hotels "Rappen" zum noch leistungsfähigeren Tagungsbetrieb, dass ihm Rothenburg als Standort wichtig ist.

"Wir haben den Kontakt zum Wildbad aufgenommen wegen einer möglichen Zusammenarbeit, weil wir einfach in unseren Häusern nicht alle Tagungen unterbringen konnten", erläuterte Hahn gestern auf Nachfrage. Das Wildbad selbst sei schließlich immer wieder auf Caterer angewiesen. Auf die Anfrage hin sei man gefragt worden, ob auch ein Kauf des Objekts denkbar wäre. Hahn: "Aber es hat bis heute keinerlei Kaufpreisverhandlungen gegeben und auch sonst ging man nicht in die Details." Denkbar ist für ihn auch eine enge Zusammenarbeit.

Wie Johannes Minkus, Pressesprecher der Landeskirche, gestern erklärte, sollen Gutachter erst baulichen Zustand und Sanierungsbedarf ermitteln. Vor einem Beschluss des Landeskirchenrates sollen alle Beteiligten angehört werden.  

Silvia Schäfer/ynn/evo

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