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56 Bauwerke stellt der Bezirk Mittelfranken heuer für „besondere denkmalpflegerische Leistung“ heraus. Aus dem hiesigen Landkreis werden sieben Objekte gewürdigt, unter anderem die Restaurierung einer Haus-Madonna im Anwesen Altmannshausen 11 bei Markt Bibart, zwei Bildstöcke in Neustadt – Weiße Marter in der Nürnberger Straße und Rote Marter in der Riedfelder Ortsstraße – sowie die Gesamtsanierung des Schlosses Frankenberg bei Weigenheim und die Erweiterung des Amtshauses zum Café.
Eines der ausgezeichneten Gebäude ist die schlichte Pfarrkirche St. Maria, die Christoph Friedrich von Seckendorff um 1730 nach Plänen des Ansbacher Hofbaubüros neu errichten ließ. Teile des Bauwerks stammen aus dem 15. Jahrhundert, wie die Chormauern und das Untergeschoss des Turms. Besonders bestach die kleine Kirche, so Daniela Sandner in der Begründung der Auszeichnung, durch Altar, Kanzel und Taufstein aus der Erbauungszeit sowie ihre neugotische Orgel. „Dank der vorbildhaften Maßnahmen erinnert heute kaum mehr etwas an das Feuer“, würdigt Sandner die Maßnahme. Die Vertrauensfrau der Kirchengemeinde, Inge Hofmann, ist glücklich über das Ergebnis. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sieht sie in ihrer Kirche. Die Mühe hat sich gelohnt „aus Verantwortung für die, die vorher restauriert haben, und für die, die nach uns kommen.“
Aus dem frühen 19. Jahrhundert stammt die Fachwerkscheune in der Hinteren Eisengasse, ganz in der Nähe das Bauhofwalls. Sie trägt ein für den Bautyp eher seltes, vornehm wirkendes Mansarddach. „Angesichts der Tatsache, dass der Eigentümer seine Scheune anfangs noch abbrechen wollte, ist seine Entscheidung für die jüngst erfolgte, aufwendige Sanierungsmaßnahme hoch einzuschätzen“, so Julia Krieger, stellvertretende Bezirksheimatpflegerin. Der Bau musste statisch gesichert, die gesamte Holzkonstruktion repariert und die Dachkonstruktion saniert werden. Auf der einen Seite wurde mit alten historischen Ziegeln, auf der anderen mit neuen, historisch passenden Biberschwanzziegeln eingedeckt. Nun sei die Scheune „eine optische Bereicherung des Gebäudeensembles am Bauhofwall“, heißt es in der Begründung.
Im Bad Windsheimer Ortsteil Rüdisbronn steht ein weiteres prämiertes Gebäude. Aus dem Jahr 1788 stammt das Fachwerk-Wohnstallhaus in der Waldstraße 4. Nach fast 30-jährigem Leerstand war das Wohnstallhaus außerordentlich heruntergekommen. Es gab aber wenig Eingriffe neueren Datums, die erbauungszeitliche Grundrissstruktur war unverändert und die Innenausstattung war auf dem Stand der 1920er Jahre. Dies machte das Gebäude für den neuen Eigentümer, einen Restaurator interessant. „Mit beachtlicher Sachkenntnis und Könnerschaft hat er das Gebäude bis auf wenige Gewerke – etwa Zimmerarbeiten oder haustechnische Installationen – in Eigenleistung saniert und vorbildhaft restauriert“, schreibt Julia Krieger.
Westheim 25 lautet die Adresse eines prämierten Wohn- und Austragshauses. Auf das Baudatum im Jahr 1781 verweist der reich verzierte Eckpfeiler an der Einfahrt. Im Hof selbst steht ein mit Fachwerk geschmücktes Toilettenhäuschen mit aufgesetztem Taubenschlag aus der Zeit um 1900. Die Holzvertäfelung der guten Stube stammt noch aus dem Jahr 1794 und „ist in ihrer außergewöhnlichen Gestaltung von überregionaler Bedeutung“, sagt Sandner.
Ab 2010 wurde die reiche, aber stark geschädigte Fachwerkfassade renoviert. Statische Schäden am Fachwerkgiebel mussten ebenso behoben werden. Heute zeigt sich die Fassade wieder in ihrer rot-weißen Erstfassung. „Bei allen Maßnahmen achtete man auf eine möglichst substanzschonende Vorgehensweise“, so Daniela Sandner.
