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Vorsicht beim Verzichten in der Fastenzeit

Mit dem Faschingsende wollen viele Menschen auch ihre Lebensgewohnheiten ändern - 13.02.2018 18:23 Uhr

Nur Wasser und Brot muss es in der Fastenzeit nicht heißen. Jeder kann auf seine Art fasten. © Claudia Lehner


Manche fasten mit, manche ohne religiösen Hintergrund. Dabei im christlichen Sinn geht es aber nur vordergründig um Verzicht, es geht auch um ein Mehr, um eine Besinnung auf das, was einem wichtig ist, erklärt die Bad Windsheimer Dekanin Karin Hüttel.

Kein Fleisch an Freitagen, weil der Tag an den Tod Christi erinnert. Ansonsten nur eine volle Mahlzeit am Tag und zwei kleinere Stärkungen, Sonntag ausgenommen. Das sind Fastenregeln, wie sie auf dem Internetportal der katholischen Kirche in Deutschland formuliert werden. Außerdem sollen die Gläubigen "als äußeres Zeichen von Buße und Besinnung" auf Dinge verzichten, die ihnen angenehm und lieb sind – etwa auf Schokolade, Alkohol oder das Autofahren. Auch in der evangelischen Kirche ist Fasten üblich, wie Dekanin Karin Hüttel erklärt. Deren Fastenaktion steht heuer unter dem Motto: Zeig Dich! Sieben Wochen ohne Kneifen.

Auf Süßes zu verzichten oder allgemein weniger zu essen, vielleicht gleich beim Heilfasten ganz feste Nahrung wegzulassen, sind allerdings immer noch Klassiker beim Fasten: Für so manchen spielt dabei der Wunsch abzunehmen eine große Rolle. Die Gesundheitskasse AOK hat sich als Gesundheitskasse des Themas angenommen und rät in einer Pressemitteilung dazu, die Erwartungen nicht zu hoch zu stecken. Nach einem radikalen Verzicht seien die Pfunde sonst allzu schnell wieder drauf. Wer auf feste Nahrung verzichtet, soll seinen Hausarzt konsultieren. In Eigenregie soll nicht länger als eine Woche so gefastet werden.

Nicht direkt mit Fasten hat ein Angebot der Kirchengemeinden in Bad Windsheim zu tun: "Ökumenische Alltagsexerzitien". Allerdings sei dafür "stille Zeit" nötig, erklärt Dekanin Hüttel auf WZ-Nachfrage, also jeden Tag eine halbe Stunde, die man sich nimmt, etwas anderes dafür nicht tut. Der Kurs soll dem neu Spüren oder Vertiefen der eigenen Spiritualität dienen und steht heuer unter dem Motto "Fürchte dich nicht – lebe!". Die Teilnehmenden beschäftigen sich täglich etwa eine halbe Stunde zu Hause mit einem Gebet oder einem biblischen Text. Beim wöchentlichen Gruppentreffen werden die Erfahrungen ausgetauscht.

Die katholische Gemeinde macht dieses Angebot schon länger. Los geht es am Aschermittwoch gegen 20.30 Uhr, nach dem Gottesdienst, im Haus Martha und Maria. Seit 2017 gibt es dies auch bei den Elops: Beginn ist am Mittwoch, 21. Februar, um 19 Uhr im Wohnprojekt auf dem Elopshof. Laut Elisabeth Derrer, der Leiterin, können Interessierte einfach vorbeikommen. Neu dabei ist heuer die evangelischen Gemeinde. Die Treffen finden statt im 2. Stock des Lutherhauses ab Montag, 19. Februar, jeweils um 19.30 Uhr. Interessierte können sich bis Freitag anmelden, bei Erika Dietrich-Kämpf oder Dekanin Hüttel, Telefon 09841/2114. Die Gruppe ist auf zwölf Personen beschränkt. 

Claudia Lehner

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