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Wohin mit dem Klärschlamm aus dem Landkreis?

Verordnung erschwert landwirtschaftliche Nutzung - 22.07.2017 15:10 Uhr

Gepresster Klärschlamm aus Bad Windsheim wird zur Rekultivierung in den östlichen Teil der Bundesrepublik gebracht und so entsorgt. Schlamm aus vielen kleineren Anlagen wird bisher auch als Dünger genutzt. © Stefan Blank


Aufgrund einer im Juni in Kraft getretenen Neufassung einer Verordnung ist die landwirtschaftliche Nutzung deutlich erschwert. Nun sollen sich die Gemeinden in Bereichen um die großen Kläranlagen herum zusammentun, um eine Lösung zu finden.

"Für Kommunen, die Klärschlamm landwirtschaftlich entsorgen, ist es sinnvoll, sich um andere Entsorgungsmöglichkeiten zu kümmern", riet Hermann Popp vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF). Eine Möglichkeit stellte Alexander Kutscher, der zur Sitzung eingeladene Geschäftsleiter des Zweckverbands Abfallwirtschaft im Raum Würzburg, vor. Der Landkreis arbeitet mit dem Zweckverband bereits zusammen und laut Kutscher könnte Klärschlamm auch in der Verbrennungsanlage entsorgt werden.

Aber: Die Zeit drängt, weil die Kapazitäten begrenzt sind, und zudem braucht der Klärschlamm einen bestimmten Trocknungsgrad. Dafür muss dieser gelagert und mit speziellen Maschinen gepresst werden, wie dies in Bad Windsheim bereits seit Jahren der Fall ist. Der Schlamm von dort wird jedoch aktuell zur Rekultivierung in den östlichen Teil Deutschlands gebracht. "Etliche Gemeinden werden es alleine nicht schaffen", sagte Claus Seifert und forderte wie Landrat Helmut Weiß die Kommunen auf, in "Clusterregionen" zusammenzuarbeiten: Bad Windsheim, Burgbernheim, Scheinfeld, Neustadt, Uffenheim, Uehlfeld, Markt Erlbach, Emskirchen. Dort, wo es Kapazitäten und Fachkräfte gebe.

Regeln machen Schwierigkeiten

Nötig sind all die Anstrengungen aufgrund eines Trios an rechtlichen Grundlagen: Klärschlammverordnung, Düngemittelverordnung, Düngeverordnung – diese regeln, wann wie viel Klärschlamm auf Äckern entsorgt werden darf. Popp erklärte, dass verlängerte Sperrfristen in Herbst und Winter, neue Deklarierungsvorschriften sowie Einschränkungen bei der Herbstdüngung Schwierigkeiten machen können, zudem müssen unter anderem größere Abstände zu Gewässern eingehalten werden.

Für die landwirtschaftliche Nutzung des Klärschlamms bedeutet das: Ausbringung nach Ernte der Hauptfrucht ist nur noch bei Zwischenfrüchten, Winterraps und Feldfrucht möglich, die bis 15. September ausgesät wurde, sowie bei Getreidevorfrucht, die vor Oktober aufs Feld kam. "Nicht mehr erlaubt ist Strohdüngung", sagte Popp. Auch zur Herbstaussaat von Winterroggen, Triticale und Winterweizen ist es künftig untersagt, ebenso, wenn relativ viel Phosphat im Boden enthalten ist. "Das ist eine deutliche Einschränkung für die Betriebe", sagte Popp. Und bei der Entsorgung für die Kommunen.

"Klärschlamm ist nur eines von vielen Problemen beim Abwasser", sagte Claus Seifert. "Wenn wir uns jetzt zusammentun, haben wir aber vielleicht die Chance, Verpasstes aufzuholen. Und eine Lösung für den Klärschlamm zu finden." 

Stefan Blank

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