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Montag, 24.09.2018

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Zwischen den Reben: Erstes Ipsheimer Open-Air-Weinfest

Nur eine Woche später steht der traditionelle "WeinWandertag" an - 23.08.2018 18:07 Uhr

Vorsitzender Thomas Kreiselmayer und Weinkönigin Daniela sehen mit den Vorstandskollegen Bernd Hofmann, Matthias Räuchle und Andreas Popp (v. l.) in Ipsheim einem "historischen Jahrgang" entgegen. © Harald J. Munzinger


Dazu hat der extreme Sommer allerdings die Winzer auch in den letzten Wochen mit durch Hitze und Trockenheit bedingte Maßnahmen gefordert, wie es Vorsitzender Thomas Kreiselmayer mit Weinkönigin Daniela Schuster und Vorstandskollegen bei der Ernteprognose schilderten und "ein Hoch auf diesen Jahrgang anstimmten". Von einem Jahrhundertjahrgang wollte Kreiselmayer nicht sprechen, wohl aber von "einem besonderen", ja von einem "historischer Jahrgang".

Denn in die Geschichte werde das Weinjahr 2018 zweifellos mit der langanhaltenden Hitze und Trockenheit eingehen, die heuer noch früher als "im hochgelobten Jahrgang 2003" zur Lese zwinge. Für den Federweißen geht es in diesen Tagen los, mit der Hauptlese nach dem Weinfest. Den Weingenießern werden mit dem "2018er sehr kräftige, aromatische Weine" angekündigt, bei deren Säure im Keller teilweise auch mit natürlicher Weinsäure nachgebessert werden muss, da der Zuckergehalt höher und Säuregehalt geringer ausfällt, wie es erste Proben mit erfreulich hohen Oechslewerten ergaben. Geringer wird mit Lage-Unterschieden auch infolge der Trockenheit der Ertrag sein, was für die Winzer die hohe Qualität des nicht von Fäulnis befallenen Erntegutes ausgleicht, die im letzten Jahr Sorgen bereitet hatte, man aber einen sehr guten Jahrgang in die Flaschen brachte.

Rasante Entwicklung hielt Winzer auf Trab

Nun geht Thomas Kreiselmayer von einem "Potenzial für einen der besten Weine der vergangenen Jahre" aus. Bereits im April habe man sehr hohe Temperaturen gehabt und einen entsprechend frühen Austrieb sowie eine rasante Entwicklung in den Weinbergen erlebt, die von Spätfrösten verschont geblieben seien. Das schnelle Wachstum habe den Winzern einiges abverlangt. Lange Arbeitstage seien nötig gewesen, um die Laubarbeiten in den Weinbergen bewältigen zu können blieben, schilderten auch Andreas Popp und Bernd Hofmann das "Weinjahr", in dem insbesondere junge Reben unter der Trockenheit gelitten hätten, teilweise Bewässerungen nötig gewesen seien.

Die Keuperböden speicherten Wasser sehr gut und die alten, tief verwurzelten Rebstöcke seien mit den letzten Wasserreserven ausgekommen. Setzten sich heiße und trockene Sommer fort, werde man die Bewässerung professionalisieren müssen, blickte Hofmann ihn eine Zukunft, in der die Winzer wohl noch mehr als bisher mit Wetterextremen leben müssen. Auf die Trockenheit reagierten sie "Ertragsreduktion, die über das normale Maß hinausgingen, um die Stöcke zu entlasten." Das erfordert viel Aufwand, aber nur so werden die verbleibenden Trauben optimal versorgt, berichtete der Winzer Andreas Popp.

Abkühlung ist willkommen

Zwar sehnen sich die Winzer einen schonenden Niederschlag herbei und zeigen sich nach dem Wetterradar zuversichtlich dass das erste Weinfest im ganz neuen Format trocken über die Freilichtbühne um das Bewirtungshaus geht. Die angekündigte Abkühlung käme dazu genau richtig, da bei 20 Grad der Wein nunmal besser genossen werden kann als bei 30 plus und auch für die Lese deutlich angenehmer wären. Bei gemäßigt-warmen Temperaturen und kühlen Nächten könnten zudem die Trauben der späteren Sorten noch ihr jeweils typisches Aroma optimal ausbilden.

Ipsheims Weinkönigin Daniela Schuster freut sich auf die erste "Summer Wine Time" inmitten der Weinberge, zu der sie am Samstag, 25. August ab 13 Uhr einlädt. Die Eröffnung findet dann um 19 Uhr statt, wozu sie alle Kolleginnen von der "Mittelfränkischen Bocksbeutelstraße" erwartet. Die Band "Haidmühlner Wurschtwasser Orchestra" sorgt mit Sommerhits auf der Partybühne für Stimmung; bei freiem Eintritt. Am Sonntag beginnt die Bewirtung um 11 Uhr. Es spielt der Musikverein Ipsheim. An beiden Tagen gibt es neben Grillspezialitäten auch fränkische Brotzeiten sowie Kaffee und Kuchen. "Auserlesene Weine sowie eine Weincocktailbar garantieren fröhliche Stunden", verheißt der Weinbauverein.

Minister Herrmann beim „WeinWanderTag“

Nur eine Woche später ist er Gastgeber beim traditionellen "WeinWandertag", der am Sonntag, 2. September, bereits zum 23. Mal stattfindet. Vier Winzer verwöhnen neben einer Aroma-Brennerei und dem Weinbauverein Ipsheim in ihren "Weinnestern" entlang der gut ausgebauten Weinbergswege die Gäste mit kulinarischen Köstlichkeiten und erlesenen Weinen. An der Spitze zahlreicher prominenter Gäste wird Bayerns Innenminister Joachim Herrmann erwartet.

Die Rebanlagen um Burg Hoheneck ziehen zum ersten Open-Air-Weinfest sowie zum 23. "WeinWanderTag" wieder Gäste nicht nur aus der Metropolregion ins Zentrum Wein-Mittelfrankens. © Harald Munzinger


Die Eröffnung des "WeinWanderTages" findet, wie gewohnt, um 11 Uhr am Weinnest "Sonnenuhr" statt. "Auf den Wanderungen durch die Weinberge kann man sich aktuell über den Vegetationszustand der Rebstöcke und der Trauben informieren, ebenso die umfassende Biodiversität kennen lernen und dabei das herrliche Panorama der Windsheimer Bucht genießen", macht der Weinbauverein Lust auf den Besuch des Events mit einer Reihe von Attraktionen an den Weinnestern. Gegen 11.45 Uhr startet eine geführte Weinwanderung für fachlich Interessierte mit Winzer Rolf Kilian.

Die Deutsche Bahn bietet neben dem regulären Fahrplan erneut zwei Sonderzüge aus Nürnberg, Fürth beziehungsweise Neustadt/Aisch an. Nähere Informationen dazu sind auf der Homepage der DB und des Weinbauvereins Ipsheim unter www.weinbauverein-ipsheim.de zu finden.

Am 8. September wählt der Weinbauverein die neue Weinprinzessin. Daniela Schuster beschließt ihre Amtszeit als eine der ersten Hoheiten an der "Mittelfränkischen Bocksbeutelstraße" mit etwas Wehmut, wofür zunächst aber zwei Mega-Event im Wein-Mittelfranken keine Zeit lassen. 

Harald J. Munzinger

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