Dienstag, 20.11.2018

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Bahnlärm ärgert Anwohner im Nürnberger Land

Neuer Aktionsplan des Eisenbahn-Bundesamts - Beteiligung der Bürger - 11.02.2018 21:10 Uhr

Viele Anwohner wirken nach Jahren vom Bahn-Lärm regelrecht demoralisiert. Die Marktgemeinde rief ihre Bürger kürzlich zur Beteiligung am Lärm-Aktionsplan auf. © Geist


Die Züge fegen geradezu durch ihre Vorgärten. Daran dürfte für die Anwohner direkt bei den Güterzügen auch der neue Lärm-Aktionsplan des Eisenbahn-Bundesamts wenig ändern. Aus dem südlichen Landkreis beteiligten sich im vergangenen Sommer allein 67 Feuchter und 184 Burgthanner Bürger an Teil A des Lärm-Aktionsplans. Die Ergebnisse stellte das Eisenbahn-Bundesamt kürzlich vor.

Die Statistik gibt unter anderem Auskunft über bestehende und geplante Lärmschutzmaßnahmen sowie die Zahl betroffener Bürger. Demnach sind in Feucht 70 Personen einer Lärmbelastung von mehr als 75 Dezibel ausgesetzt, im Gemeindegebiet Burgthann sogar 100. Zum Vergleich: Einen Rasenmäher taxieren Akustiker mit etwa 70, einen Presslufthammer mit circa 80 Dezibel. Auf Schallschutzwände hoffen sollten die Anwohner dennoch nicht.

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Aktionsplan gegen Bahnlärm: Was Anwohner dazu sagen

Nach der Befragung im Sommer 2017 geht es diesmal nicht um Bahnlärm, sondern um das Prozedere des Lärmaktionsplans. Die Verantwortlichen möchten wissen, ob sich die Bürger informiert fühlen und wie sie den Ablauf bewerten.


Teil A des Lärm-Aktionsplans schreibt von 2,2 Kilometern Wand in Feucht und zwei Kilometern in Burgthann. Weitere sind weder in Bau noch in Planung - noch laufen irgendwo schalltechnische Untersuchungen. Feuchts Bürgermeister Konrad Rupprecht (CSU) ist schon froh, dass sich überhaupt ein grün-weißer Korridor durch seinen Ort zieht. "Die erste Planung der Bahn war fragmentartig und nur zwei Meter hoch, das hätte große Nachteile bedeutet", sagt Rupprecht und erinnert sich an zähe wie intensive Verhandlungen, um den Status quo zu erzielen.

Bürger sollen sich selbst am Lärmaktionsplan beteiligen 

Einer Verlängerung der Wand stünden auch rechtliche Gründe in Form eines Bebauungsplans entgegen. Statt Bund und Bahn könnten lediglich die Eigentümer der anliegenden Grundstücke und Häuser tätig werden. Oder die Kommune. Doch das schließt Rupprecht aus und verweist auf die Lärmbelastung durch Verkehrsachsen wie B8 oder Nürnberger Straße, deren Anwohner ebenfalls leidgeprüft sind. Da möchte die Gemeinde nicht mit zweierlei Maß messen. Die Marktgemeinde rief ihre Bürger kürzlich per Pressemitteilung zur Beteiligung am Lärmaktionsplan auf. "Man muss immer wieder auf sich aufmerksam machen", sagt Rupprecht, "vielleicht höhlt steter Tropfen ja doch den Stein".

Gleis 3 für mehr Lärmschutz? Burgthanns Bürgermeister Heinz Meyer (CSU) betrachtet den Lärm-Aktionsplan ganz pragmatisch. "Am Lärmschutz wird sich dadurch nichts ändern. Der kommt erst, wenn das dritte Gleis gebaut wird, weil dann die gesetzliche Regelung greift und nicht mehr der Bestandsschutz." Beteiligen werde sich die Kommune am Lärm-Aktionsplan zwar trotzdem. Nur seinen Bürgern suggerieren, dass sie durch ein Kreuzchen an der richtigen Stelle eine Lärmschutzwand bekämen, das möchte er tunlichst vermeiden. Nach der Befragung im Sommer 2017 geht es diesmal jedoch nicht um Bahnlärm, sondern um das Prozedere des Aktionsplans. Unter anderem möchten die Verantwortlichen wissen, ob sich die Bürger ausreichend über den Plan informiert fühlen oder wie sie den Ablauf bewerten. Und zu guter Letzt stellt das Eisenbahn-Bundesamt die Frage: "Wie wichtig finden Sie das Erscheinungsbild von Lärmschutzmaßnahmen entlang der Strecke?" 

Noch bis Mittwoch, 7. März, können sich Bürger per Post oder im Internet unter www.laermaktionsplanung-schiene.de an Teil B des Verfahrens beteiligen. 

mm/chg

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