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Mit einer großangelegten Razzia in mehreren bayerischen Regierungsbezirken ist die Polizei gegen verschiedene Rockerclubs vorgegangen. Neben zahlreichen Waffen seien am Mittwoch auch Drogen sichergestellt worden, sagte ein Polizeisprecher. Über die Menge und auch mögliche Festnahmen machte er zunächst keine Angaben. Einzelheiten wollten Polizei und Staatsanwaltschaft am Nachmittag mitteilen.
Etwa 1700 Beamte aus dem gesamten Bundesgebiet hatten am frühen Morgen 136 Wohnungen und Büros in der Oberpfalz, in Niederbayern, Oberbayern und auch in Mittelfranken durchsucht. Die Aktion richtete sich vor allem gegen die Motorradclubs Bandidos, MC Trust und einen Club in Niederbayern mit dem Namen MC Mongols. Mehreren Angehörigen der betroffenen Clubs wirft die Staatsanwaltschaft Regensburg illegalen Besitz von Waffen und Betäubungsmitteln vor.
Auf die Spur der Clubs waren die Ermittler nach einer Großrazzia vor einem Jahr gekommen. Damals hatten die Beamten vor allem illegale Waffenbesitzer in Ostbayern und im Großraum Trier unter die Lupe genommen. Dabei waren auch Verdächtige aus der Neonazi-Szene festgenommen worden.
Nach Angaben der Polizei wurden dabei am Mittwoch 86 Schusswaffen, etwa 2000 Schuss Munition, 5,5 Kilo Drogen sowie etliche verbotene Gegenstände wie Messer und Schlagringe beschlagnahmt. Fünf Verdächtige wurden festgenommen, gegen drei von ihnen sollte ein Haftbefehl beantragt werden.
Beteiligt waren 350 Spezialkräfte aus allen Bundesländern, weil die Polizei das Risiko einkalkulierte, dass einzelne Rocker sich wehren oder sogar schießen könnten. So nahmen auch Spezialisten des des Bayerischen Landeskriminalamtes, die speziell für das Erkennen und Entschärfen von Bomben ausgebildet sind, teil. Zudem waren Polizeihubschrauber und zahlreiche Sprengstoff- und Rauschgifthunde im Einsatz.
Zwischenfälle gab es aber nicht. „Nach derzeitigem Stand ist es nirgendwo zu bewaffnetem Widerstand gekommen“, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Mit der Aktion sei ein wichtiger Schlag gegen den Waffenhandel gelungen.
Die Aktion richtete sich vor allem gegen die Clubs Bandidos, MC Trust und einen Club in Niederbayern mit dem Namen MC Mongols. Unter den 146 durchsuchten Objekten in der Oberpfalz, in Niederbayern, Oberbayern und Mittelfranken seien fünf Clubheime gewesen. Auslöser der Razzien waren Ermittlungsverfahren aus dem vergangenen Jahr. Damals hatten die Beamten vor allem illegale Waffenbesitzer in Ostbayern und im Großraum Trier unter die Lupe genommen. Auch Verdächtige aus der Neonazi-Szene waren festgenommen worden.
Die Polizei hatte zudem viele Deko-Waffen gefunden, die zu echten Waffen umgebaut worden waren. „Das hat zu 25 rechtskräftigen Verurteilungen mit Haftstrafen zwischen zweieinhalb und vier Jahren geführt“, sagte Herrmann. Die Rockerclubs widersprechen regelmäßig den Vorwürfen, sie seien kriminelle Vereinigungen. Herrmann sagte dazu: „Die stellen sich so als harmlose Motorradfahrer dar, die ein bisschen einen anderen Lebensentwurf haben.“ Doch die Probleme mit Rockerclubs hätten in den vergangenen Jahren stark zugenommen.
Dieser Artikel wurde zuletzt am 6. März 2013 um 20.00 aktualisiert.
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