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Für die Handelsstruktur in der Altstadt bietet der Filialist neben dem traditionellen Familienbetrieb Reingruber noch einen wichtigen Mosaikstein. Bei einer Schließung müsste unter Umständen zunächst mit einem weiteren Leerstand gerechnet werden, ehe sich dann ein Nachpächter fände – und dabei ahnt man häufig nichts gutes, denn oft wird das rein touristische Segment mit Souvenirläden zulasten des Fachhandels bedient.
Schlecker hat mehr als 6000 Filialen mit rund 32000 Mitarbeitern in Deutschland. Da laut jüngster Nachrichten immer noch die meisten schwarze Zahlen schreiben, sieht der Insolvenzverwalter offenbar gar nicht so schwarz, was die Zukunft anbelangt. Vielmehr soll die Drogeriekette noch eine Chance bekommen, wobei man sich bereits mit rund 150 wichtigen Lieferanten geeinigt hat.
In Rothenburgs schon seit langem bestehender Filiale in der Altstadt sind fünf Arbeitsplätze vorhanden, davon zwei in Teilzeit. Von den Mitarbeiterinnen selbst ist verständlicherweise keinerlei Auskunft zu bekommen, denn alle Filialen haben von der Firmenleitung die Anweisung erhalten auf die Leitung beziehungsweise Pressestelle zu verweisen. Jedenfalls gibt es derzeit überhaupt keinen Anhaltspunkt über möglicherweise auf der Streichliste stehende Läden.
Das Gebäude in der Hafengasse ist im Besitz der Familie Klingler. Wie uns Brigitte Klingler, die auch Stadträtin ist, sagte, gibt es bislang keine Anfrage oder gar Pachtkündigung von der Firma Schlecker. Sie hofft mit den Angestellten, dass es weitergeht und betont wie wichtig es ist, dass in der Altstadt noch entsprechende Angebote der Grundversorgung vorhanden sind. Der Drogeriemarkt lebt ebenso wie viele andere Fachgeschäfte im Zentrum in erheblichem Umfang von den Touristen, ohne die sich der Handel ohnehin kaum noch halten könnte.
Immerhin ist von „mehreren hundert Filialen“ die Rede, die zumachen sollen und die Mitarbeiterinnen fühlen sich schon ein bisschen wie vom Damoklesschwert bedroht. Nun hofft man, dass der Rothenburger Laden soviel abwirft, dass er nicht auf die Streichliste kommt. Was allerdings die Schaufenstergestaltung betrifft, könnte man sich Schöneres vorstellen, aber vielleicht gibt es ja auch hier künftig Verbesserungen. Meike Schlecker, Tochter des schwerer zugänglichen Firmengründers aus Ehingen, gab sich jedenfalls aufgeschlossener und tatsächlich hatte Schlecker schon viel Geld in eine Restrukturierung gesteckt.
Und selbst die Gewerkschaft verdi stellt inzwischen fest, dass die frühere Schlecker-Kritik in Bezug auf Arbeitsplätze nicht mehr berechtigt ist, denn es handele sich heute überwiegend um Festangestellte. Deshalb kämpft verdi auch um deren Erhalt.