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Dem finanziell angeschlagenen Nürnberger Flughafen will ein Bündnis aus Politik und regionaler Wirtschaft mit einem neuen Leitbild unter die Arme greifen. „Wir wollen die Potenziale des Flughafens ausloten. Das ist kein Sanierungskonzept, sondern ein Entwicklungskonzept“, erläuterte Finanzminister Markus Söder (CSU) am Freitag.
Ziel sei es zu ergründen, wie die Infrastruktur des Flughafens und damit seine Einnahmen so ausgebaut werden könnten, dass die Gebühren für die Fluggesellschaften sinken könnten. Dafür müsse der für die ganze Region wichtige Flughafen breiter aufgestellt und besser vernetzt werden, forderte Söder. Dies könne etwa durch weitere Geschäfte in den Terminals oder das schon seit langem angedachte Kongresszentrum am Flughafen geschehen - die Stadt und ihre Messegesellschaft haben sich ohnehin die Ausweitung des Kongressgeschäftes auf ihre Fahnen geschrieben. Auch die Steigerung des Frachtverkehrs durch eine Verknüpfung mit dem Hafen sei möglich, ergänzte Verkehrsstaatssekretärin Katja Hessel (FDP).
Außerdem gebe es Bedarf an weiteren Verbindungen etwa nach Osteuropa. Die Tourismuszentrale ist ebenfalls eingebunden. Für die Erarbeitung des Leitfadens, der Mitte 2013 vorgestellt werden soll, stellt das Finanzministerium 200 000 Euro bereit.
Im Rahmen der sogenannten Flughafenkonferenz habe sich auch Air Berlin zum Standort Nürnberg bekannt, hieß es. Die Gesellschaft hat ein Drehkreuz in Franken, baut aber ihre Präsenz in der Hauptstadt aus. „Der Kostendruck der Airlines bei kleineren Flughäfen, bei kleineren Maschinen muss erleichtert werden“, forderte Söder. Nach drei Jahren mit roten Zahlen hatten die beiden Flughafen- Gesellschafter, die Stadt Nürnberg und der Freistaat Bayern, im Sommer 2011 mit einer Finanzspritze über 40 Millionen Euro und Bürgschaften aushelfen müssen. „Wir rechnen damit, dass wir 2016 wieder positive Zahlen schreiben“, sagte Geschäftsführer Karl-Heinz Krüger.