Montag, 17.12.2018

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Darum machen Bayerns Spielbanken wieder Gewinne

Zocker ließen 2016 insgesamt 64,5 Millionen Euro in den Häusern - 02.02.2017 05:43 Uhr

Die Spielbank Feuchtwangen lockt wegen ihrer Lage an der A9 auch Gäste aus Baden-Württemberg an. © nn


Neun Spielbanken stehen im Freistaat unter staatlicher Regie. Seit Jahren musste das Finanzministerium aus Steuermitteln Millionen Euro zuschießen. Zu stark war die Konkurrenz der Spielhallen und der Angebote im Internet. Vor allem der schnell wachsende Umsatz bei den Sportwetten hatte Zocker vom Roulettetisch an die Bildschirme in den einschlägigen Läden gezogen, die auch in Kleinstädten wie Pilze aus dem Boden schießen.

Sind die Spieler in die Casinos zurückgekehrt? Ein klares Nein. Im Jahr 2016 ließen die Besucher nur 64,5 Millionen in den neun staatlichen Häusern, das ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang von weiteren vier Millionen Euro. Allerdings haben die Casinos durch Umstrukturierungen fixe Kosten gesenkt. Vor allem beim Personal - zuletzt 613 Angestellte - wurde kräftig gespart - und dafür in einigen Häusern der Automatensektor aufgewertet, der gegenüber den Spieltischen an Beliebtheit gewinnt.

Längst ist der Krawattenzwang aufgehoben, auch dem Rauchverbot begegneten die Casinos mit Sonderzonen, um keine Kunden zu verlieren. Obendrein wurde mit Live-Musik und aufgewerteter Gastronomie das Angebot in den einzelnen Häusern aufgepeppt.

Feuchtwangen gehört zu den Gewinnern

Das Casino Feuchtwangen, das wegen seiner günstigen Lage an der Autobahn auch viele Besucher aus Baden-Württemberg anlockt, gehört zu den drei Gewinnern. Neben den Spielbanken in Bad Wiessee und Garmisch konnte Feuchtwangen mit einer positiven Bilanz glänzen, die im Gesamtergebnis auch "Sorgenkinder" wie Bad Steben oder Bad Kissingen ins Plus brachte: Auf 138.000 Euro beläuft sich der Überschuss der staatlichen Spielbanken für 2016 nach vorläufigen Zahlen, berichtete Finanzstaatssekretär Albert Füracker.

Finanzminister Markus Söder lobte: Die Spielbank "Feuchtwangen ist ein Rückgrat der bayerischen Spielbanken. Sie wirft Gewinn für den Staatshaushalt ab und stärkt die Region." Füracker spricht von einem Ende der "schwierigen Jahre" und von einer "langfristigen Stabilisierung". Der Freistaat hatte an den Casinos in Bad Steben und Kötzting festgehalten, weil sie trotz Zuschüssen als weitere Attraktion in einem schwierigen Tourismusumfeld gelten, also gleichsam Strukturförderung bedeuten. Allerdings sind keine neuen Zuschüsse des Freistaats im laufenden Doppelhaushalt eingeplant. 

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