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Wandern, Radfahren und Co.: Der Hesselberg im Portrait

Im Sommer zieht die höchste Erhebung Mittelfrankens viele Outdoor-Fans an - 30.06.2018 14:56 Uhr

Für Radfahrer hält der Hesselberg mit seinen 689 Metern Höhe einige kräftezehrende Anstiege bereit. © Kurt Pachl


Vor 200 Millionen Jahren lag die Hesselbergregion mit den heutigen Gemeinden Ehingen, Gerolfingen, Röckingen, Weiltingen und Wittelshofen noch am Meer. Genauer gesagt erstreckte sich die Nordsee damals noch bis tief in den Süden. Bereits in der vorgeschichtlichen Zeit tummelten sich Siedler auf der Erhöhung, bevor viele Jahre später die Kelten den Berg für sich entdeckten.

Auch die Römer waren auf dem Hesselberg unterwegs. Ihr Grenzwall “Limes” verlief auf einer Strecke von etwa 28 Kilometern quer durch die Region. Heute erinnert der Römerpark in Ruffenhofen an die antiken Bewohner. Das angrenzende “Limeseum” ist der erste Museumsneubau in Bayern seit der Ernennung des Limes zum UNESCO-Welterbe im Jahr 2005.

Auf der Ehinger Bergseite und dem Schlößleinsbuck finden sich noch heute Reste von mittelalterlichen Burganlagen. Ein besonders wichtiges Datum in der Geschichte des Hesselbergs ist der 10. Juni 1803. An diesem Tag schleppte sich der preußische König Friedrich Wilhelm III. die 689 Meter nach oben, um sich selbst ein Bild vom mittelfränkischen Wahrzeichen zu machen.

In der Zeit des Nationalsozialismus versammelte Gauleiter Julius Streicher seine Gefolgschaft zu den Frankentagen am Hesselberg, um Pläne für zukünftige Bauten zu schmieden. Unter anderem sollte eine Adolf-Hitler-Schule und ein Julius-Streicher-Mausoleum entstehen. Umgesetzt haben die Nazis ihre Vorhaben nie. Die Frankentage waren neben den Nürnberger Reichsparteitagen die größten nationalsozialistischen Kundgebungen mit 100.000 Zuhörern in der Region.

Nach dem zweiten Weltkrieg zog die evangelische Landvolkshochschule auf den Berg. 15.000 Besucher kommen jährlich am Pfingstmontag zum traditionellen Kirchentag.

Most in aller Munde

Auch Liebhaber eines ganz speziellen Getränks – nämlich des fränkischen Apfelmosts – kommen in der Hesselbergregion auf den Geschmack. Neben Streuobstanlagen florieren ebenso Imkereien und die Gastronomie. Im Jahr 2001 wurde die fränkische Moststraße gegründet, die sich über 20 Gemeinden erstreckt. An insgesamt 32 Stationen können Besucher sich an der Landschaft erfreuen, einen Blick auf die Obstverarbeitung werfen oder in einem Gasthaus das süffige Getränk verkosten.

Barocke Schönheit aus Mittelfranken

Ein weiterer Blickfang in der Region ist das Schloss Dennenlohe. Jährlich zieht das Denkmal eine Vielzahl von Besuchern an, die Veranstaltungen wie die Schloss- und Gartentage oder den Klangpark genießen.

Auch bei Brautpaaren ist das barocke Schloss als Austragungsort für Hochzeiten beliebt. Im angrenzenden Park befindet sich ein botanischer Garten, der über 500 Rhododendron- und Azaleenpflanzen beherbergt. Er ist der größte Rhododendronpark Süddeutschlands. 

Ricarda Dufentester, Anne Rauh, Ramona Zobel-Fetean & Eva Orttenburger / FrankenSein

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