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Endlich: Nadelöhr auf der A6 bei Nürnberg ist ausgebaut

Fernstraße soll bis zur Landesgrenze Baden-Württembergs sechsstreifig werden - 09.08.2017 20:17 Uhr

Auch beim Bändchendurchschneiden muss alles seine Ordnung haben: Während Verkehrsminister Joachim Herrmann mit der goldenen Schere zur Tat schreitet, bleiben für andere Honoratioren nur die Haushaltsscheren. © Foto: Marie Zahout


Kaum etwas hat in Deutschland einen so hohen folkloristischen Wert wie die Freigabe einer Autobahn. Die Straßenwärterkapelle spielt "In Harmonie vereint", während der Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt und sein bayerischer Amtskollege Joachim Herrmann in ihren Dienstlimousinen anrollen. Eine überdachte Holztribüne wartet mitten auf der Autobahn bei der Anschlussstelle Langwasser auf die Redner, flankiert von den bayerischen und deutschen Staatswappen, zwei Olivenbäumchen und einem Sonnenblumengesteck.

Die Hinweisschilder "Verkehrsfreigabe" irritieren indes etwas bei der Anfahrt, schließlich wird man mitten durch eine Großbaustelle geleitet und sieht die Straße kaum vor lauter Warnbaken. "Am Donnerstag ist das alles weg", verspricht Reinhard Pirner, Präsident der Autobahndirektion Nordbayern.

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Was lange währt, wird endlich gut: A6 bei Nürnberg ist ausgebaut

Das Nadelöhr auf der A6 zwischen Nürnberg-Süd und Nürnberg-Ost ist endlich sechsstreifig ausgebaut. Zur feierlichen Einweihung gaben sich nicht nur Bundesverkehrsminister Dobrindt und Bayerns Innenminister Herrmann die Ehre.


Alles kann aber beileibe nicht über Nacht weggeschafft werden. Doch immerhin soll die A6 in Richtung Heilbronn ab Mittwoch dreistreifig befahrbar sein, auch die dazugehörige Anschlussstelle in Langwasser soll öffnen.

Die Einfahrt in Richtung Amberg und die drei Fahrspuren gen Osten sollen allerdings erst ab 16./17. August uneingeschränkt nutzbar sein. Zuvor müssen zum Beispiel noch die Fahrbahnabtrennungen aus der Bauzeit entfernt werden. Die letzten Arbeiten sollen nachts vonstattengehen.

Blechschilder zeigen Tempo 120

Auch die Anzeigetafeln sind noch nicht in Betrieb. So werden zunächst Blechschilder auf Tempo 120 hinweisen. Wo noch Lücken im Mittelstreifen klaffen, darf der Tacho sogar höchstens 80 anzeigen.

Aber zurück zu Joachim Herrmann und den Olivenbäumchen. "Wir haben lange darauf gewartet", sagt der Verkehrsminister, während hinter ihm die Lkw-Fahrer zur Begrüßung hupen und Beifahrer das Spektakel mit ihrem Smartphone filmen.

Hermann meint mit seinen Worten natürlich den Ausbau der A6 zwischen den Kreuzen Nürnberg-Süd und Nürnberg-Ost. 5,7 Kilometer Autobahn sind für 80 Millionen Euro sechsstreifig ausgebaut worden. Die Bewohner des Nürnberger Stadtteils Moorenbrunn profitieren von 1,6 Kilometer langen Gabionen mit aufgesetzten Lärmschutzwänden sowie Flüsterasphalt auf einer Länge von 3,2 Kilometern.

Herrmann erinnert daran, dass er sich den sechsstreifigen Ausbau der A6 bis zur Landesgrenze Baden-Württembergs wünscht. 2019 soll der Abschnitt zwischen Roth und Schwabach-West erweitert sein, möglichst gleich im Anschluss möchte man die A6 auf elf weiteren Kilometern bis Triebendorf sechsstreifig ausbauen.

"Ich kann Ihnen versprechen, dass die Baufreigaben zügig kommen werden, sobald die Planfeststellungsbeschlüsse da sind", versichert Bundesverkehrsminister Dobrindt.

Mit 1,76 Milliarden Euro steht Bayern in diesem Jahr so viel Geld für den Ausbau der Fernstraßen zur Verfügung wie nie zuvor. Die Folge: Baustellen allerorten. Die nächste große bahnt sich mit dem Ausbau des Autobahnkreuzes Nürnberg-Ost auch schon an. Schon 2019 könnte es losgehen. Weil die Eingriffe in den Bannwald so groß sind, braucht es dafür allerdings noch eine Ausnahmegenehmigung der Regierung von Mittelfranken, die noch nicht erteilt wurde. 

Martin Müller

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