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300 Jahre altes Haus wird in Ermreuth saniert

Kommunalpolitiker finden die Aktion lobenswert - 23.09.2017 15:00 Uhr

In Ermreuth wird ein bis ins 17. Jahrhundert zurückreichendes ehemaliges Bauernhaus renoviert. Die Kommunalpolitiker finden dies lobenswert bis auf den links davor befindlichen Zaun. Etliche empfinden den als Störfaktor. © Harald Hofmann


Für das Anwesen (Ermreuther Straße 35) lag dem Rathausgremium in der Septembersitzung ein Antrag auf Gewährung von Fördermitteln vor. Das Bauprogramm beinhaltet eine grundlegende Sanierung der Fachwerkfassade einschließlich neuem Farbverputz sowie eine Aufarbeitung der bestehenden Fenster und der Haustür. Zur denkmalpflegerischen Beratung wurde auch der Stadtplaner der Altstadtfreunde Forchheim herangezogen.

Staat schießt zu

Nach vorliegenden Firmenangeboten belaufen sich die voraussichtlichen Renovierungskosten auf 28 417 Euro. Bei dieser Summe ergäbe sich eine mögliche Bezuschussung von gut 8500 Euro (der Höchstbetrag ist auf 10 000 Euro gedeckelt), die zu 60 Prozent aus dem staatlichen Städtebau-Förderungsprogramm und zu 40 Prozent von der Gemeinde getragen würden.

Inzwischen verdeckt ein Zaun, je nach Ansichtsstandort, das massive Erdgeschoss des Gebäudes. Der sei als Schmutzschild zur Straße gedacht und wird von etlichen Gemeinderäten als störend und unschön empfunden. "Für mich passt das Gesamtbild nicht", folgerte daraus SPD-Fraktionschef Andreas Pfister und stellte die kommunale Zuwendung von maximal 4000 Euro auf den Prüfstand. Von der hängt wiederum der staatliche Zuschuss ab.

Bei acht Gegenstimmen wurde der Förderantrag nur denkbar knapp befürwortet. Unter anderem setzten sich Martin Walz (CSU), Karl Germeroth (FWG), Bettina Wittmann (Grüne) und Ortsheimatpfleger Ernst Wölfel für die Förderzusage ein, teils mit dem Argument, dass sich die Denkmalsanierung hauptsächlich auf das Fachwerk-Obergeschoss erstreckt. Das sei uneingeschränkt sichtbar.

Über den Zaun will man sich aber nochmals im Bauausschuss unterhalten.

Zum Konter angesetzt

Den Ortsteil Ermreuth und das angrenzende Gleisenhof betrafen noch zwei weitere Tagesordnungspunkte. In Gleisenhof hat der Dorfplatzverein eine Stromanschluss-Säule am Buswendeplatz gefordert. Dieses Areal wird auch als Veranstaltungsort (unter anderem beim Kirschblütenfest) genutzt.

Aus Sicht der Gemeindeverwaltung handelt es sich aber um eine Verkehrsfläche, und der Gemeinderat schmetterte den Wunsch nach einer 9300 Euro teuren Stromsäule ab. Mehr noch: Die Kommune betrachtet eine dort befindliche Hütte mit angebauter Kühlzelle als Schwarzbau und will beim Landratsamt eine Beseitigungsanordnung erreichen.

Aufgearbeitet werden müssen auch noch juristische Nachwehen zu Gehweg-Erneuerungen, die bis zum Spätjahr 2014 auf dem Ermreuther Marktplatz erfolgten. Gegen einen Ausbaubeitrags-Bescheid war Widerspruch eingelegt worden.

Zuletzt befasste sich das Verwaltungsgericht Bayreuth mit der Angelegenheit Es bestätigte die Beitragspflicht, hielt sie allerdings für ein größeres Umfeld (und damit auf mehr Schultern verteilt) erforderlich. Der Gemeinderat plädierte dafür, einen Berufungsantrag beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof einzureichen.

Ein weiteres Sitzungsthema: Schon seit längerem nimmt die Marktgemeinde ihre Ortsstraße unter die Lupe, um den Erhaltungszustand der Fahrbahnen und des Untergrunds zu erkunden. Zuletzt stand eine Tragfähigkeitsanalyse der Ortsstraßen auf dem Programm, bei dem ein Fahrzeug mit Messarm zum Einsatz kam und die Einsenkungen der Straßenfläche registrierte.

Die Untersuchung nahm die Nürnberger Niederlassung des "TÜV Rheinland LGA Bautechnik" vor. Dessen Vertreterin Barbara Koch erläuterte die technische Vorgehensweise und die sich daraus ergebenden Konsequenzen. Letztere werden noch mit dem Neunkirchener Bauamt zur Erstellung einer Reparatur-Prioritätenliste und zur Ermittlung des Finanzbedarfs abgestimmt.

Dringende Reparaturen

Kleiner Vorgeschmack: Dringender Handlungsbedarf besteht unter anderem auf Teilabschnitten der Goldwitzer- und der Rödlaser Straße sowie auf dem Verbindungssträßchen zwischen Ebersbach und Marloffstein.

  

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