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Der beauftragte Architekt Wilhelm Schlegtendal aus Nürnberg hatte deshalb ein in mehrfacher Hinsicht kompromissloses Bauwerk zu entwerfen, unter Verzicht auf einen hochragenden Turm und mit Formelementen, die sich in dieser Umgebung behaupten und den besonderen Sinn des Gebäudes als Gotteshaus deutlich machen.
Seine Ideen stellte der Architekt nun in einer Gemeindeversammlung vor, nicht unvermittelt, sondern nach einem ausführlichen Lichtbildervortrag über den Kirchenbau in Vergangenheit und Gegenwart, vom Straßburger Münster bis zu le Corbusier. Vor diesem Hintergrund konnte sein Werk recht gut bestehen, wie ihm der lebhafte Beifall der Versammlung bezeugte. Es kam nicht einmal zu einer Diskussion.
Bald werden auf der noch freien Fläche zwischen dem Baugebiet an der Brucker Straße und dem Umspannwerk die ersten Arbeiten beginnen. Sobald der Frost weicht, wächst dort zunächst das Pfarrhaus, das bis zum Ende des Jahres seiner Bestimmung übergeben werden soll. Schon für den Sommer erwartete man daneben die Grundsteinlegung für die Erlöserkirche. Wenn die behördlichen Verfahren rechtzeitig abgeschlossen werden, kann zum Ende des Jahres der Rohbau der Kirche stehen. Für die weiteren Abschnitte, einen Kindergarten und ein Gemeindehaus, wurden indessen noch keine Termine genannt.
Da die Hochspannungsleitung das Baugelände durchschneidet und eine etwa 60 Meter breite, von jeder Bebauung freigehaltene Schneise erfordert, ist die gesamte Anlage des Anger-Gemeindezentrums verhältnismäßig weiträumig. Sie beansprucht rund 10000 Quadratmeter Gelände.
Die Kirche liegt westlich der Hochspannungsleitung und rechts der Einmündung der Neckarstraße in den Erlanger Weg. Die Neckarstraße ist bis jetzt nur zum Teil ausgebaut. Sie zweigt vor der Fußgängerampel von der Äußeren Brucker Straße nach Westen ab und wird später über die jetzt noch vorhandenen Wiesen erheblich verlängert. Der Erlanger Weg kommt von Norden und führt jetzt zum Umspannwerk. Er muss jedoch dort der Schnellstraße weichen und wird deshalb etwas nach Osten verlegt.
Mit diesem Winkel entsteht das Gotteshaus inmitten einer beachtlichen Grünfläche, wenig nördlich der projektierten Wohnhochhäuser, im übrigen von kleineren Wohnbauten umgeben, jedoch mit freier Sicht in den Regnitzgrund, da die Stadtplanung auf einen Wohnblock verzichtete. Außerdem wird für den Kirchenbau ein kleiner, etwa einen Meter hoher Hügel aufgeschüttet.
Das Eigentümliche der Konstruktion besteht darin, dass die Erlöserkirche von zwei „geschwungenen“ Wänden umschlossen wird, wie „von zwei Händen, die behüten“. Dennoch handelt es sich nicht um einen Rundbau. Der Grundriss nähert sich vielmehr einem großen Dreieck...