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Sonntag, 23.09.2018

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80 Jahre alte Schönbacher Geige im Bubenreutheum

Karl Ernst Fischer aus München macht Museum sein Instrument zum Präsent - 31.08.2018 15:00 Uhr

Ingrid Fischer und Karl Ernst Fischer, Christian Hoyer vom Museumsverein, Renate Todt, Lebensgefährtin von Fischers verstorbenem Schulfreund Norbert Junger (v.li.). © Bubenreutheum


Die Museumsmacher in Bubenreuth freuen sich über den Zugang dieses Instruments sehr, handelt es sich doch um eine Violine, die noch in Schönbach gefertigt wurde.

Für die heimatvertriebenen Egerländer aus der Musikstadt Schönbach war in Bubenreuth ab 1949 eine eigene "Siedlung der Schönbacher Geigenbauer" entstanden. Seit 1979 dokumentiert eine Ausstellung im Rathaus die Geschichte von Integration und Musikinstrumentenbau in Bubenreuth.

Instrumente aus Schönbach sind allerdings in Bubenreuth eher selten zu sehen, da bei der Vertreibung keine Instrumente mitgenommen werden durften. Die Schenkung aus München ist daher sehr willkommen. Das Exponat ist ein aussagekräftiger Sachzeuge seiner Zeit.

Geschenk vom Opa

Zum 10. Geburtstag erhielt Karl Ernst Fischer von seinem Großvater 1937 die in Schönbach gebaute Geige geschenkt. Unterricht erhielt er in der städtischen Musikschule in Eger (heute Cheb) unter ihrem Direktor Scholz. Die Geige war auch beim Einsatz zum Reichsarbeitsdienst mit von der Partie, ehe Fischer Ende 1944 mit 17 Jahren zum Kriegsdienst einberufen wurde.

Gefährlicher Weg

Nach Kriegsende gelang es Fischer mehrfach, Haushaltsgegenstände seiner Familie von Eger nach Neualbenreuth in Bayern zu schmuggeln — unter Gefährdung seines Lebens, denn die tschechoslowakischen Grenzsoldaten schossen scharf. So gelangte auch die geliebte Geige nach Bayern, wo er sie nach der Vertreibung seiner Familie aus Eger auch abholen konnte. Seither war die "Schönbacherin" für Fischer endlich wieder ein steter Begleiter.

Nach über 80 Jahren in seinem Besitz übergab Fischer seine Geige nun persönlich in Bubenreuth den Museumsmachern. Denn mit Bubenreuth verband Fischer die enge Freundschaft zu seinem Klassenkameraden Norbert Junger (1927 bis 2008), der Geschäftsführer der Saitenfabrik Pyramid war.

Es bestand für Fischer daher kein Zweifel daran, dass sein Instrument den Nachfolgern der Schönbacher Geigenbauer zusteht: "Ich freue mich über ihren vermutlich letzten Platz im Bubenreutheum in Bubenreuth", betont Fischer dabei.  

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