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Aktive Frauen besiegen den Krebs

In Erlangen verwirklichen DAK und «MediTrain» ein Bewegungsprogramm für Patientinnen - 07.10.2008

Sie machen Bewegungstraining mit Gummibändern im «MediTrain» vor: (v. l.) Brigitte Flatau, Konrad Dörrmann und Claudia Hallauer-Schüssel. © Greiner


Beide arbeiten bei einem einschlägigen Programm zusammen, das die DAK als erste gesetzliche Krankenkasse zusammen mit dem Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie entwickelt hat. Der DVGS, 1983 gegründet, zählt rund 3000 Mitglieder, vornehmlich Sportwissenschaftler und -pädagogen, und wird in Erlangen durch den 2. Bundesvorsitzenden, Prof. Klaus Pfeifer vom Institut für Sportwissenschaft und Sport der Friedrich-Alexander-Universität, vertreten. Partner der DAK in Erlangen ist «MediTrain» in der Karl-Zucker-Straße, eines von 17 im Bundesgebiet von der Kasse für dieses spezielle Programm zugelassenen Studios.

Gegründet vor zehn Jahren von Brigitte Flatau, arbeiten dort sechs Sport- und sieben Physiotherapeuten mit modernster computergesteuerter Einrichtung auf 854 Quadratmetern. Einige von ihnen leiten selbst Fortbildungen oder bekleiden Lehraufträge an der Uni Erlangen - so auch Claudia Hallauer-Schüssel, die sich der Kurse für Brustkrebs-Patientinnen annehmen wird. Die Gebühr für den zwölf Wochen á 60 Minuten pro Woche dauernden Grundkurs - zwei Einheiten sind für Information und Aufklärung reserviert - übernimmt bis auf eine kleine Eigenbeteiligung die DAK.

Das Brustkrebs-Bewegungsprogramm der DAK fußt auf vier Pilotprojekten mit 150 Teilnehmerinnen in Berlin, Hamburg, Köln und München, begleitet von der Uni Heidelberg. Der dortige Prof. Gerhard Huber bestätigt, dass die Therapie die körperliche Leistungsfähigkeit und das physische Wohlbefinden nachweisbar verbessert hat. So konnten die für Krebspatientinnen typischen Erschöpfungszustände spürbar gemildert werden.

Die Ausdauer der Teilnehmerinnen steigerte sich innerhalb weniger Wochen. Ein anderes Körpergefühl und die Gruppenerlebnisse stärkten das Selbstbewusstsein, wodurch Ängste abgebaut und Depressionen gemildert wurden.

Forschungsergebnisse deuten ferner auf einen wichtigen Aspekt hin: Durch körperliche Aktivität reduziert sich das Risiko für Neuerkrankungen, spielt doch ein durch das Programm optimiertes Immunsystem bei der Bekämpfung von Krebszellen eine durchaus entscheidende Rolle. UDO B. GREINER 

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