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Ulrike Götz und Jan Thorleiv Bunsen trafen sich einst als Kunstgeschichte-Studenten in der Hugenottenstadt. Weil sie sich nicht nur in fachlicher Hinsicht gut verstanden, gründeten sie nach Abschluss ihrer Ausbildung in Erlangen die Galerie „arsprototo“, mit der sie sich rasch einen guten Ruf erwarben. In ihren Ausstellungsräumen wurde die Kunst nicht einfach aufgehängt und -gestellt, sondern stets originell und ästhetisch ansprechend in Szene gesetzt.
Formal setzte das Duo Götz/Bunsen von Anfang an auf handwerkliche Solidität, eine stilistische Festlegung war jedoch nie vorgesehen. Vielmehr demonstrierte das Erlanger Ausstellungsprogramm eine grundsätzliche Offenheit für alle möglichen Inhalte und Handschriften. So wurden zum Beispiel der kritisch-satirische Neorealismus von Johannes Grützke ebenso mehrmals präsentiert wie die poetischen Naturbetrachtungen des jungen Malers Jörg Schemmann. Der exzentrische Londoner Pop-Maler John Walter wurde nicht weniger nachdrücklich empfohlen wie der neoexpressionistische ostdeutsche Bildhauer Hans Scheib oder der „kleine Katastophen“-Objekte bastelnde Andreas Welzenbach.
Bundesweites Aufsehen erregte im Jahr 2010 eine von der Galerie „arsprototo“ verantwortete Kunstausstellung in der Erlanger Herz-Jesu-Kirche. Der in Nürnberg lebende ungarische Maler und Zeichner Béla Faragó hatte sich das Thema „Todsünden“ vorgenommen. Seine Interpretation der „Wollust“ war aber für den Geschmack einiger Gemeindemitglieder allzu realistisch ausgefallen. Pfarrer, Künstler und Galeristen wurden verbal attackiert. Götz und Bunsen haben sich nicht schrecken lassen. Auch in Nürnberg wollen sie ihrem Konzept der inhaltlichen Offenheit treu bleiben. Weiterhin werden die beiden Galeristen vorzugsweise Malerei, Plastiken und Objekte vorstellen, die im weitesten Sinn vom Gegenständlichen oder Figürlichen ausgehen. Ausbauen wollen sie ihre Verbindungen zu zeitgenössischen Künstlern aus Skandinavien, die bei uns noch weitgehend unbekannt sind.
Den Namen „arsprototo“ haben sie übrigens seit vergangenen Herbst gegen die nüchterne, allgemein verständliche Bezeichnung „BunsenGötz-Galerie“ eingetauscht. So werden sie künftig auch in Nürberg firmieren. Zum Einstand in der Noris zeigen sie semiabstrakte Architekturmalereien der renommierten Münchner Künstlerin Elke Zauner. Das sind Bilder, in deren geheimnisvoller Räumlichkeit sich der Betrachter förmlich „verlieren“ kann. Ihre opulente Farbigkeit bestätigt überdies einen Satz von Picasso, den Götz/Bunsen zum Galerie-Motto erklärt haben: „Kunst ist dazu da, den Staub des Alltags von der Seele zu waschen“.
BunsenGötz-Galerie, Kressenstr. 11 in Nürnberg. bis 1. Februar tägl. 11 bis 20 Uhr geöffnet, danach: Di./Mi./Fr. 11 bis 20 (Do. bis 21) und Sa. 11 bis 16 Uhr.

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