Mittwoch, 12.12.2018

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Architektouren zeigen schöne und «praktische» Häuser

Erlangen bei der 14. Veranstaltung stark vertreten - Bauherren und Architekten sprechen aus dem «Nähkästchen» - 29.06.2009

Architekt Tim Gräßel (an der Hauswand) hat der Familie Busch am Hang des Burgbergs ein Haus geplant und bis zur Schlüsselübergabe betreut, das der Jury der Architektenkammer als ausgesprochen vorzeigbar gilt. © Bernd Böhner


Großes Interesse fand beispielsweise das «Haus am Berg» des Architekten Tim Gräßel. In der Essenbacher Straße 11 a hatten sich das Ehepaar Birgit und Armin Busch zum Umbau eines Doppelhauses entschlossen, das in den 50er und - der Anbau - in den 70er Jahren entstanden war. Ziel war nicht nur, durch Aufstockung mehr Platz zu gewinnen, sondern auch die Bausubstanz und damit die Energieeffizienz und Nachhaltigkeit des Hauses zu verbessern.

Nach einem «harten Ringen mit der städtischen Baubehörde» gelang es Architekt und Bauherr, einen Plan genehmigt zu bekommen, der dem Wunsch nach Raumgewinn nachkam - heute steht, von der Straße nicht einsehbar, ein ästhetisch ansprechendes Gebäude in dem Grundstück, das über Merkmale verfügt, wie sie heute von Bauherren an Neubauten gerichtet werden: Klare Linienführung, große Transparenz mit viel Lichteinfall, ein fließender Übergang vom Garten ins Haus, eine große Dachterrasse. Zudem wurde Platz für einen Anbau gefunden, in dem eine abgeschlossene Wohnung (teils im Souterrain) errichtet wurde, die von der Formensprache bestens zum größeren Baukörper dahinter passt.

Das Haus wurde ab dem ersten Stock in Holzrahmenbauweise neu aufgebaut und hat heute so gute Dämmwerte, dass das Ehepaar Busch das gesamte Haus mit einer Holzpelletsheizung mühelos warm bekommt und nur noch ein Drittel des früheren Energieeinsatzes (und damit auch Heizkosten) benötigt.

Auch Passivhäuser

Der Aspekt der baulichen und ästhetischen Qualität sowie die Auswirkungen der angekündigten Verschärfungen bei der Energie-Einsparverordnung auch im Hausbau spielten aber auch bei anderen Projekten eine Rolle, beispielsweise bei den Passiv-Häusern der Architektin Nouri Schellinger im Röthelheimpark. Interessant dabei: In der Architektenschaft gibt es in verschärftem Maß eine Debatte darüber, wie weit Energiesparverordnungen in die gestalterische Freiheit der Architekten eingreifen, und wo der Punkt liegt, an dem der Mehraufwand für die Wärmedämmung vor allem von Altbauten Kosten hervorruft, die der Energieeinsparung und dem Wohn-Wohlgefühl entgegnen. 

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