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Im vergangenen Jahr rückte das Engagement von Areva als Kultur-Förderer bundesweit in den Fokus, als es Proteste gegen das Sponsoring des Marktführers im Bereich Nukleartechnik beim Poetenfest gab (wir berichteten mehrfach). Die Bürgerinitiative „Poesie ohne Uranstaub“, vermeldet nun: „Wir haben es geschafft. 15000 Euro sind erreicht!“ In einem Schreiben ans Kulturreferat und an Oberbürgermeister Siegfried Balleis wird nun der Stadt diese Summe, die dem jährlichen Areva-Sponsorenbeitrag entspricht, angeboten. „Wir verbinden damit die Forderung, dass Sie für 2012 und die kommenden Jahre auf den bisherigen Sponsor verzichten“, heißt es im Schreiben des BI-Sprechers Stephan Kolb. Ausführlich wird dazu auf die Risiken einer der „umstrittensten Technologien der Gegenwart“ sowie die Praktiken im Uranabbau verwiesen und sich mit der generellen Rolle von Sponsoren auseinandergesetzt, die dem „Ruf und der positiven Außendarstellung der Kultur selbst und aller Beteiligen schaden“ könnten.
Auch bei Areva hat man sich noch einmal mit den Diskussionen rund ums Poetenfest auseinandergesetzt. „Die intensive Medienberichterstattung rund um Areva als Hauptförderer des Poetenfests muss immer vor dem Hintergrund der seinerzeit sehr emotional geführten Debatte rund um die Kernenergie gesehen werden. In der Nachschau hat diese Debatte sicherlich dazu geführt, dass der Frage, wie viel privatwirtschaftliche Förderung der Kulturbetrieb insgesamt verträgt und welche Maßstäbe hier anzulegen sind, mehr Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Wir haben uns dieser Diskussion selbstverständlich und, so denken wir, mit großer Offenheit, gestellt“, erklärt Mathias Schuch, Leiter Unternehmenskommunikation. Und er betont für Areva: „Wir stehen zu unserem Engagement und haben dies den Verantwortlichen gegenüber auch persönlich zum Ausdruck gebracht. Am Ende muss der Veranstalter entscheiden, welche Partner er heute und in Zukunft mit an Bord haben möchte.“
Nun hat das Poetenfest also zwei potenzielle Sponsoren. Im Frühjahr wird sich der Stadtrat mit dieser ungewöhnlichen Situation auseinandersetzen.
