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Auf die Hoffnung folgt der Schock für Erlangen

Die HSG Erlangen/Niederlindach steigt in die Frauenhandball-Bezirksklasse ab - 25.04.2018 11:25 Uhr

Großer Kampf, große Niederlage: Die Handballerinnen der HSG Erlangen/Niederlindach (hier Carmen Essl) sind abgestiegen. © Foto: Sascha Maisel


Bitterer kann ein Abstieg kaum sein. Denn die Hoffnung, sie war da, sie lebte, genährt von einem 17:14-Heimsieg im Hinspiel der Relegation. Samstagabend, nach einer starken Leistung gegen die Reserve des HC Sulzbach-Rosenberg, glaubten die HSG-Handballerinnen wieder an ihre Chance. Keine 24 Stunden später aber war der Abstieg besiegelt.

Erlangen/Niederlindach unterlag im Rückspiel mit 8:11. In der Addition beider Relegationsspiele stand es 25:25 - die Zahl der mehr erzielten Auswärtstore gab den Ausschlag zu Gunsten der Oberpfälzerinnen. Nicht verloren und trotzdem alles verloren, "die Mädels", sagt ihr Trainer Kevin Gumbert, "waren ziemlich fertig". Direkt nach Abpfiff war von "Heulausbruch bis absolute Betäubung" alles dabei. "Wir waren Samstag guter Dinge, der Schock war deshalb umso größer."

Vor zwei Jahren hat der 26-Jährige das Damen-Team gemeinsam mit Robin Schmieding übernommen, beide spielen in der Herren-Mannschaft der HSG. Gegen den Abstieg haben sie mit ihren Handballerinnen immer gespielt, doch als Vor- und Drittletzter hatte es bislang stets gerade so gereicht. Auch diesmal ergaben drei Siege in 14 Partien in der Endabrechnung den vorletzten Rang in der Bezirksliga West, allerdings stand nun noch eine Relegation an.

"Uns hat in der kompletten Saison die Konstanz gefehlt", sagt Gumbert. "Wir hatten gute Spiele gegen gute Gegner, schlechte gegen schwächere Gegner." Bald stand der vorletzte Platz fest, die Mannschaft konnte sich gut auf die Relegationsspiele einstellen, trainierte hart, bereitete sich taktisch und mental auf den Tabellenvorletzten der Staffel Ost vor.

Die HSG hat Sulzbach-Rosenberg defensivstark erwartet: "Wenn die einmal hinten ihre Formation gefunden haben, ist es schwer, Chancen herauszuspielen", meint der Trainer. "Im Rückspiel stand die Abwehr dann sehr defensiv, sie haben extrem hart gespielt, am Rande der Legalität." Die Erlangerinnen mussten daher immer wieder versuchen, aus dem Rückraum zu werfen. Doch anders als am Vortag erwischte die Torhüterin beinahe jeden Ball. "Sie war viel besser als im Hinspiel."

Der Plan war, mit viel Tempo schnelle Tore zu erzielen, solange die gegnerische Abwehr unsortiert ist. "Wir haben deshalb eine offensive Abwehr gespielt." Schnelle Ballgewinne waren das Ziel. Diese gelangen auch, doch zu oft fehlte dem folgenden Pass die Genauigkeiten. "Wir haben es nicht geschafft, schnell genug umzuschalten", sagt Gumbert. "Wir hätten das Spiel schnell machen müssen, doch stattdessen wurde uns das langsame Spiel aufgezwungen." Am Ende fehlte dann ein einziges Tor, um die Rechnung aus Hin- und Rückspiel positiv zu gestalten.

Während die HG Eckental als Spitzenreiter die Liga nach oben verlässt, muss die HSG nach unten weichen. "Das ist extrem ärgerlich, wir haben die Qualität für diese Liga", meint Gumbert. "Es ist aber auch nicht das absolute Ende für uns und den Verein, eigentlich ändert sich für die kommende Saison jetzt nur das Ziel." Die HSG möchte möglichst schnell wieder aufsteigen. Doch allzu leicht dürfte es auch in der Bezirksklasse nicht werden.

"Die unterste Liga ist immer etwas blöd", sagt der Trainer. Es gibt manchmal Teams außer Konkurrenz, Mannschaften die sich während der Saison wieder abmelden, neue Reserve-Teams. "Wenn nun zum Beispiel der HC Erlangen eine zweite Damen-Mannschaft in die Liga schicken würde, wäre sofort ein starker Gegner da. Dann kann es extrem schwierig werden, aus der Liga wieder herauszukommen", sagt Gumbert, der aber auch einfach weiß: "Abstiege gehören eben zum Sport."

Seine Spielerinnen haben den Schock mittlerweile auch ganz gut verkraftet. "Wir haben uns nach dem Relegationsspiel in der Halle lange sammeln müssen, nach der Heimfahrt ist jeder nach Hause gegangen in sein Bett." Zwei Spiele innerhalb von nicht einmal 24 Stunden haben Kraft gekostet. Bereits am Montag aber hat sich das Team wieder in der Halle zum Training getroffen. "Bis zur Bergkirchweih machen wir jetzt Spaß-Training." Und spätestens danach ist der Abstieg vergessen.

HSG (Tore im Hinspiel/Rückspiel): Fischer; Büttner (0/1), Essl (12/2), Fretschner, Gimberlein (0/1), Gumbert (1/1), Götz (0/1), Hartung (1/0), Lai, Röckelein (nur Hinspiel), Stimpfle (2/2), Tully, Wirth, Zenkel (1/0). 

Katharina Tontsch Sportredakteurin in Erlangen E-Mail

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