Donnerstag, 15.11.2018

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Äußerst ungewöhnlicher Fund für die Region

Spardorf: Archäologen entdecken bei Grabungen Scherben aus grauer Vorzeit - 04.12.2012

Archäologische Funde bei Spardorf: Grabungsleiterin Michalda Chrestels (im roten Anorak) auf dem Grabungsfeld. © Bernd Böhner


Die Spardorfer Wiesen sind schneebedeckt, doch auf den Flächen rund um das Gelände des Sportvereins Spardorf wird fleißig weitergearbeitet. Stück für Stück werden einzelne Schichten Erde abgetragen und markiert, hin und wieder stecken einzelne Nägel im weichen Schnee, wozu die ganze Arbeit aber dienen soll war bisher unklar.

Doch kurz vor Baubeginn des neugeplanten Siedlungsgebiet Spardorf-West im April 2013 entdeckten dort die Archäologen Verfärbungen des Bodens und kleinere Wandscherben. „Es ist noch ungewiss aus welcher Zeit die Befunde stammen, es gibt allerdings einige Anzeichen für die vorgeschichtliche Zeit und das Mittelalter.“, so Grabungsleiterin Michalda Chrestels.

Insgesamt liegt die Anzahl der bisherigen Befunde bei etwa 400 Stück, hochgerechnet auf die gesamte Fläche von rund 1804 Quadratmetern könnte diese Zahl noch auf 850 Stück ansteigen. „Für die Region ist so ein Fund äußerst ungewöhnlich“, so auch der Leiter des Landesamtes für Denkmalpflege Nürnberg, Martin Nadler.

Bereits vor einigen Jahren gab es diese Verdachtsfälle, die durch einen ehrenamtlichen Mitarbeiter auf der Karte markiert wurden. Deshalb hat man nun vor der Bebauung der Fläche die ärchäolgische Untersuchung aufgenommen.Unter den bisherigen Funden entdeckten die Forscher neben unterschiedlichen Verfärbungen des Bodenbelags, kleinere Scherbenstücke.

Da diese noch keine Verziehrungen oder sonstige Beschmückung aufweisen könnten sie von vor etwa 1000 v. Chr. stammen. Die Stücke wurden dementgegen nur einzeln aufgefunden und passen bisher zudem nicht aneinander. dadurch kann man die genaue Epoche noch nicht weiter einschränken. Sie weisen aber indessen auf eine Bebauung durch Menschen hin. Die dunkleren Bereiche des Bodens sind Holzkohlerückstände und skizzieren vermutlich die Grundflächen der einzelnen Holzhäuser, deutlich sichtbar parallel zum Hang. Genauere Erkenntnisse über die Zeit und Art der Materialien werden sich aber erst in den nächsten Wochen zeigen. Dennoch ist diese Ausgrabung etwas Besonderes für die Region — die letzte verzeichnete archäologische Grabung im Großraum Erlangen fand 1979 statt.

Für das Baugebiet-West sehen die Planer als auch Bürgermeister Bernd Höhlein allerdings keinen Grund zur Sorge. Geplant ist es, bis spätestens März mit den Untersuchungen fertig zu sein, damit dort, wo heute noch geforscht wird, die Trassen für das Wohngebiet verlegt werden können. In den nächsten Tagen und Wochen wird also trotz Wind und Wetter weiterhin vermessen und dokumentiert.

Für alle Schatzsucher und Archäologie-Interessierten haben die Wissenschaftler allerdings eine frustrierende Nachricht: „Momentan lassen sich hier — zur Enttäuschung aller Spardorfer — leider keine Schätze finden“, so Nadler. 

VON FLORIAN ECKL

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