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Baiersdorf investiert Millionen in den Hochwasserschutz

2023 soll die rund zwei Kilometer lange Südableitung fertig sein - 21.07.2017 10:00 Uhr

Schon vor zehn Jahren diskutierten die vom Hochwasser betroffenen Bürgermeister mit Abgeordneten und Fachleuten über den Hochwasserschutz. Getan hat sich seither aber wenig. © Klaus-Dieter Schreiter


In Baiersdorf waren 1300 Haushalte überschwemmt, rund 70 Millionen Euro Schaden waren in der Meerrettichstadt entstanden. "Allein die Sanierung der Dreifachturnhalle hat sechs Millionen Euro gekostet", sagte Bürgermeister Andreas Galster, als er das Hochwasserschutzkonzept Baiersdorf vorstellte.

Dieses Konzept ist eine Wiederholung aus dem Jahr 2008. Ein Jahr nach der großen Flut wollte Baiersdorf, dass sich solche Überschwemmungen nicht mehr ereignen können. 2010 war dieses Konzept fertig, das Planfeststellungsverfahren war eingeleitet worden. Bei diesem Verfahren geht es im Wesentlichen darum, größere Bauvorhaben näher zu untersuchen. 2013 zog die Stadt Baiersdorf das Planfeststellungsverfahren zurück.

Andreas Galster: "Wir wollten und wollen auf jeden Fall, dass Baiersdorf geschützt ist. Vor neun Jahren kam der Vorschlag aus München, dass die vom Hochwasser betroffenen Städte und Gemeinden gemeinsam ein Hochwasserkonzept entwickeln."

Doch der ins Auge gefasste Hochwasserschutz-Zweckverband mit Forchheim, Baiersdorf, Marloffstein, Poxdorf, Bubenreuth und Langensendelbach wurde aus verschiedenen Gründen nie ins Leben gerufen. In Langensendelbach etwa scheiterten die Bemühen der Gemeinde die für den Hochwasserschutz benötigten Grundstücke zu erwerben. 

Bilderstrecke zum Thema

Boote auf der Autobahn: Das Hochwasser 2007 bei Baiersdorf

Sintflutartige Regenfälle haben im Juli 2007 in der Region ein Menschenleben und mindestens zehn Verletzte gefordert sowie Sachschäden in Millionenhöhe angerichtet. In den Landkreisen Forchheim und Erlangen-Höchstadt wurde Katastrophenalarm ausgelöst.


Weil die Stadt Baiersdorf für diesen Zweckverband jährlich 300 000 Euro bereit stellen wollte, nimmt sie jetzt diesen Betrag pro Jahr in die Hand, um die Südableitung zu finanzieren.

Dabei ist vorgesehen, die eventuell wieder aus Langensendelbach kommenden Fluten am Neuweiher abzufangen und in eigens dafür geeignete Gräben zur Regnitz zu führen. Rund zwei Kilometer beträgt die Strecke, die das Wasser fließen muss. Etwa 300 Meter unterirdische Rohre müssen dafür gebaut werden, damit das Wasser ohne Umwege zur Regnitz abgeleitet wird.

Östlich der ICE-Trasse wird ein Hochwasser-Rückhaltebecken mit einem Volumen von 70 000 Kubikmetern geplant, Platz also für 70 Millionen Liter.

Ulrich Fitzthum vom Wasserwirtschaftsamt Nürnberg sagt, dass die Kapazität der Südableitung 6000 Liter pro Sekunde beträgt.

 Wegen des Hochwassers vor zehn Jahren hätten es eigentlich 8000 Liter pro Sekunde sein müssen, aber die Leistung sei jetzt so berechnet, dass auch ein "15- prozentiger Klimazuschlag dabei ist".

Auch habe sich in den vergangenen zehn Jahren die Vorwarnzeit vor Unwetter verbessert. Vor zehn Jahren kam das Unglück plötzlich über die betroffenen Städte und Gemeinden. Jetzt betrage die Vorwarnzeit bis zu einer Stunde. Sollte doch noch mehr Wasser den Berg von Marloffstein nach Baiersdorf fließen als die Südableitung verkraften kann, "ist viel Wasser schon weg, es würde dann deutlich weniger Wasser nach Baiersdorf fließen".

Für Ulrich Fitzthum hat die Südableitung absolut Sinn: "Wir befürchten Gefahr für Leib und Leben, wenn es noch mehr Hochwasser geben sollte." 

Egbert M. Reinhold Erlanger Nachrichten E-Mail

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