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Bald grüne Omnibusse im Landkreis ERH?

Kreistagsfraktionen von Freien Wählern und FDP beantragen Machbarkeitsstudie für E-Mobile - 02.07.2017 11:00 Uhr

Landrat Alexander Tritthart (2. v. r.) mit Bürgermeistern und Firmenvertretern in Röttenbach vor dem getesteten Elektrobus. © Frank Heidler


Geklärt werden soll, "in welchem Zeitraum ist ein Umstieg oder teilweiser Umstieg von Dieselbussen auf solche mit Elektromotoren realisierbar". Es geht um mögliche Trassenverläufe, Fördermöglichkeiten und einen etwaigen Finanzierungsbedarf.

Eines war Landrat, Bürgermeistern und anwesenden Busunternehmern klar: Ohne entsprechende Anschubfinanzierung ist ein Umstieg auf Elektrobusse nicht möglich. Der Durchschnittspreis für einen dieselbetrieben Reisebus beträgt 250 000 Euro, für einen Elektrobus aber glatt das Doppelte.

Bevor sich die Promi-Gruppe im Elektrobus einmal kurz durch den Ort chauffieren ließ, berichtete Busunternehmer Robert Tanner vom mehrtägigen Probebetrieb in der Praxis. "Wir haben den Elektrobus im Schulbusverkehr eingesetzt." Nach anfänglicher Umgewöhnung sei er als Fahrer "überrascht und begeistert" von dem neuartigen Gefährt gewesen.

Große Freude auch bei den Schülern. Diese konnten während der Fahrt auf einem Monitor im Bus-Inneren den jeweils aktuellen Stromverbrauch des Elektroantriebs ablesen.

Einziges Manko: die Aufladung der Batterie über einen 32-KW-Stecker auf dem eigenen Betriebsgelände. Diese dauere nämlich 16 Stunden. Es fehle also an der entsprechenden Infrastruktur zum Wiederaufladen.

Elektrobusse, die vielleicht von früh um 4 Uhr bis nachts um 1 Uhr im Einsatz wären, müssten zwischendurch nachgeladen werden können, sagte Tanner.

Der Höchstadter Bürgermeister Gerald Brehm schlug deshalb vor: "Wenn der Bus mittags eine halbe Stunde an der Schwedenschanze steht, muss dort eben eine Lademöglichkeit geschaffen werden." Schon in Kürze soll in Höchstadt ein neunsitziger Elektrobus bei einer Shopping-Linie die Einkaufszentren — darunter das AischparkCenter — anfahren.

In der Rathaus-Diskussion war für FDP-Fraktionsvorsitzende Elke Weis klar: "Die Probleme mit Diesel oder Benzin werden immer offensichtlicher." Beim Umstieg auf die Elektromobilität sei nur noch die Frage: "Wie kriegen wir das zuverlässig hin?"

Udo Riess als Firmenvertreter der ebe Euro GmbH für Elektrobusse zitierte aus einer Prognose.

 Demnach würden ab dem Jahr 2023 rund 70 bis 80 Prozent aller Neufahrzeuge im ÖPNV elektrisch sein.

Der Erwartungshorizont des Landrates: "In zehn Jahren ist die Technik so, dass die Unternehmer auf E-Mobile umsteigen." So lange will man in Röttenbach nicht warten: Dort sollen bei der baldigen Umgestaltung des Rathausvorplatzes sechs Ladestationen für E-Mobile eingerichtet werden. Auch E-Bikes können dort aufgeladen werden. Laut Hausherr Ludwig Wahl wurde vor zwei oder drei Jahren das erste E-Mobil als Dienstfahrzeug gekauft. Jetzt soll ein zweites folgen. 

FRANK HEIDLER

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