Samstag, 17.11.2018

|

Baruthia-Mann sitzt „Kösener“ Corpsstudenten vor

Der sogenannte Kösener SC-Verband hat seine Führungsspitze turnusgemäß gewechselt — und zwar nach Erlangen - 03.11.2014 17:00 Uhr

Festveranstaltung im Schloss: Corpsstudenten aus Erlangen übernehmen den Vorsitz des Käsener SC-Verbandes. Neuer Vorortsprecher ist Christian von Hesler (am Podium). © Klaus-Dieter Schreiter


Der Kösener SeniorenConvents-Verband (KSCV) ist laut Selbstdarstellung ein 1848 gegründeter Dachverband der ältesten Studentenverbindungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Im Sommersemester 2013 waren 101 Kösener Corps an 40 Universitäten akkreditiert. Über 2000 Studenten und mehr als 13 000 berufstätige Akademiker von allen Kontinenten sind „Kösener Corpsstudenten“. Ihre Führungsspitze wechseln die studentischen Corps des KSCV turnusmäßig.

Nun ein „Vorort“

Nachdem die Erlanger Corpsstudenten der Corps Baruthia, Bavaria, Guestphalia, Onoldia und Rhenania-Brunsviga, die im „Senioren-Convent“ zu Erlangen zusammengefasst sind, den Vorsitz übernommen haben, ist Christian von Hesler vom Corps Baruthia neuer sogenannter „Vorortsprecher“ geworden. Als „Vorort“ wird traditionell der Vorsitz des studentischen Kooperationsverbandes bezeichnet. Von Heslers Vorgänger war Ingo Waibel vom Corps Rhenania in Bonn.

Im Mittelpunkt des dreitägigen Vorortübergabekommerz stand ein Festakt im Senatssaal des Erlanger Schlosses, zu dem etwa 200 Gäste aus ganz Europa gekommen waren.

„Wechselhafte“ Geschichte

Der neue Vorortsprecher Christian von Hesler führte durch die Veranstaltung. Dabei wies er darauf hin, dass Erlangens Corpsstudenten vor 25 Jahren schon einmal den Vorsitz von Bonn übernommen hatte. Zuvor hatte Erlangen als wichtiger Corpsstandort im KSCV diese Aufgabe auch bereits in den Jahren 1866, 1885, 1904, 1928 und 1964 übernommen.

Der Vorsitzende des Verbands Alter Corpsstudenten (VAC), Alexander Hartung, blickte in seinem Grußwort zurück auf die Geschichte der Corpsstudenten, deren kulturelle Wurzeln nach seinen Worten mehr als 300 Jahre zurückreichen. Auf die Prinzipien der Corpsstudenten wie das akademische Fechten „für die Persönlichkeitsentwicklung“, das Convents-Prinzip für die Bildung einer festen Meinung und den Kommers zur Betonung der Gemeinsamkeit, der „Altersunterschiede verschwinden lässt“, ging er ebenso ein wie auf ethische Grundlagen der Corps. Zu denen würden unter anderem Ehrenhaftigkeit, Anstand, Würde, Weltoffenheit und gelebte Toleranz gehören, sagte er.

Launige Festrede

Den Festvortrag hielt der Inhaber des Lehrstuhls für Strafrecht, Strafprozessrecht und Rechtsphilosophie an der Friedrich-Alexander-Universität, Professor Hans Kudlich. Launig sprach er nicht nur über Recht, sondern auch durchaus kritisch über das studentische Corpsleben. „Corpsstudententum scheint eine ganz wunderbare Sache zu sein“, das viele Defizite einer Universität kompensieren könne, konstatierte er.

Es sei jedoch „kein Allheilmittel“ gegen diese Defizite, andere Institutionen würden das auch tun. Die Corps könnten jedoch mit Stolz darauf blicken, dass sie junge Menschen fördern und fordern und auf jedes Mitglied, „dass Sie durch das Studium gebracht haben“.

Musikalisch umrahmt wurde der Festakt im Schloss von einem Streichertrio. Abends fand im Kleinen Saal der Stadthalle noch ein Festkommers statt. Beschlossen wurde, den Vorortübergabekommers mit einem Frühschoppen im Corpshaus der Guestphalia am Bergkirchweihgelände zu verbinden – auch ein Stück Traditionspflege. 

kds

2

2 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Erlangen