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Bewährter Probelauf

Radeln in der Fußgängerzone bis auf weiteres erlaubt - 24.05.2012

ERLANGEN  - Aller Kritik zum Trotz dürfen Radfahrer während der Lieferverkehrszeiten weiterhin legal durch die Fußgängerzone fahren.

Radfahrer, die sich nicht an die Freigabezeiten halten, verärgern viele Bürger. Dennoch halten Stadtverwaltung, Polizei und auch die Mehrheit des Verkehrsausschusses bis auf Weiteres  am Probebetrieb fest.
Radfahrer, die sich nicht an die Freigabezeiten halten, verärgern viele Bürger. Dennoch halten Stadtverwaltung, Polizei und auch die Mehrheit des Verkehrsausschusses bis auf Weiteres am Probebetrieb fest.
Foto: Edgar Pfrogner
Radfahrer, die sich nicht an die Freigabezeiten halten, verärgern viele Bürger. Dennoch halten Stadtverwaltung, Polizei und auch die Mehrheit des Verkehrsausschusses bis auf Weiteres  am Probebetrieb fest.
Radfahrer, die sich nicht an die Freigabezeiten halten, verärgern viele Bürger. Dennoch halten Stadtverwaltung, Polizei und auch die Mehrheit des Verkehrsausschusses bis auf Weiteres am Probebetrieb fest.
Foto: Edgar Pfrogner

Die Bilanz der Polizei zeigt eines deutlich: Das gefühlte und das tatsächliche Gefährdungspotenzial müssen nicht deckungsgleich sein. Lediglich zwei Mal hat es gekracht, seit die in Teilen der Bürgerschaft umstrittene Probephase „Radfahren in der Fußgängerzone“ vor zwei Jahren begann. Zwei Passanten wurden seitdem bei Karambolagen auf der Hauptstraße verletzt — schuldlos, weil sie von Radfahrern übersehen und angefahren worden waren. In einem Fall geschah dies zu einer Zeit, in der Radfahren in der Fußgängerzone nicht zulässig ist.

Bekanntlich hatte der Verkehrsausschuss des Stadtrates im März 2010 beschlossen, Radfahrer in der Fußgängerzone zwischen Henke- und Wasserturm-/Heuwaagstraße zwischen 18.30 und 10.30 Uhr probeweise zuzulassen (die EN berichteten). Den Zorn vieler Bürger zogen sich in der Folge insbesondere all jene zu, die regelwidrig zu schnell und rücksichtslos durch die Fußgängerzone radelten oder sich nicht an die Freigabezeiten hielten.


Gleichwohl kommen Verwaltung und Polizei im Verkehrsausschuss zu dem Ergebnis: „Der Probelauf hat sich bewährt.“ Daher plädiert Umweltreferentin Marlene Wüstner dafür, den Probebetrieb bis auf Weiteres fortzusetzen.

Der Seniorenbeirat hatte vor der Freigabe befürchtet, dass es zu vielen Unfällen zwischen Fußgängern, vor allem mit Handicap, und Radfahrern kommen könnte. Nun mahnt das beratende Gremium an, vor einer endgültigen Entscheidung erneut gehört zu werden. Zudem empfiehlt der Beirat — analog zum „Radler-Hearing“ — eine vergleichbare Veranstaltung für Fußgänger. Mit dieser Idee stößt der Beirat bei Referentin Wüstner aber auf wenig Gegenliebe: „Ich halte es für sinnvoller, wenn alle Verkehrsteilnehmer in einem Raum diskutieren.“

Bereits vergangenen September sprach sich Einzelstadträtin Barbara Grille dafür aus, die Freigabe für Radfahrer zurückzunehmen. Die „besondere Atmosphäre“ in der Fußgängerzone werde gestört, begründete sie und beklagte ein „ständiges Gefahrenpotenzial“, insbesondere für Senioren und Familien mit Kindern.

Während den Probelauf selbst jene Mitglieder des Verkehrsausschusses fortführen wollen, die — wie beispielsweise Jürgen Zeus (FDP) — „nicht so positive Beobachtungen“ gemacht haben, findet Grille bei einem Teil ihrer Anregungen durchaus Zustimmung. Tatsächlich müsse mehr getan werden, um der Falschparker auf der Fahrradachse Herr zu werden, meint Felizitas Traub-Eichhorn (SPD). Gabriele Kopper (CSU) bringt erneut versenkbare Poller ins Spiel.

Claudia Bittner (Erli) plädiert vergeblich dafür, Grilles Antrag vorerst zurückzustellen. Bis Jahresende will die Verwaltung nämlich prüfen, ob es sinnvoll ist, die Fußgängerzone auszuweiten. Ziel ist es, durch zwei unterschiedlich beschilderte Abschnitte für mehr Klarheit und weniger Konflikte zwischen Radfahrern und Passanten zu sorgen: In der Kern-Fußgängerzone könnten — so das Stadtratsgremium zustimmt — die heutigen Probebetriebsregeln fest übernommen werden; im dann erweiterten Fußgängerbereich könnte Radfahren rund um die Uhr zugelassen werden.

  

KIRSTEN WALTERT


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