Dienstag, 19.02.2019

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Brocken war ein harter Brocken

Marathon: Stackmann (M55) gewinnt im Harz, Fröhlich (M70) in München - 15.10.2011 10:30 Uhr

Gespenstische Atmosphäre: Der Erlanger John Stackmann (in schwarz) und ein Konkurrent trotzen den winterlichen Bedingungen auf dem Brocken. © privat


Beim Drei-Länder-Marathon in Bregenz am Bodensee wurden am ersten Oktoberwochenende die Bayerischen Marathon-Meisterschaften veranstaltet. Aus Erlangen nahmen zwei Athletinnen teil, die beide in der Klasse W50 starten: Elke Czermin und Gertrud Härer (beide LG/TV48). Ihnen gelang die große Überraschung, denn sie gewannen mit einem Doppelschlag Titel und Vizemeisterschaft der W50. Ein unerwarteter Erfolg, denn beide liefen verletzungsbedingt keine berauschenden Zeiten, hatten sich aber in dem großen Starterfeld durchgebissen.  

Der Kälteeinbruch am zweiten Oktoberwochenende sorgte für massive Warnungen vor dem „Hexenwetter“, das die Teilnehmer des Brocken-Marathons im Harz – einer der schwersten Marathonläufe in Deutschland – oben auf dem Berg erwarten würde: Minusgrade, Sturmböen, Schnee und Regenschauer. Der Erlanger John Stackmann (LG/SG Siemens) ließ sich davon nicht abschrecken. Auf der „Teufelskanzel“ und schon auf dem Weg dorthin war viel rutschiger Schneematsch zu bewältigen. Trotz immer müder werdender Beine gelang Stackmann danach auf Straßen und den matschigen Waldwegen der Abstieg gut. Auf den letzten 5km vor dem Ziel waren die Matschwege endgültig sumpfig, da zerstampft vom großen Teilnehmerfeld des Halb-Marathons, auf dessen langsameren Teil die Marathon-Teilnehmer hier trafen. Beim Überhol-Slalom und teils steilen Gefällen waren Kraft und Trittsicherheit gefordert. Trotz dieser äußerst schweren Bedingungen blieb Stackmann nur knapp drei Minuten über den anvisierten 3:30 Std. Das war der verdiente Sieg vor 53 Finishern in der Klasse M55.

Beim München-Marathon lief Veit Riedlberger (LG/SG Siemens) bei den für ihn perfekt kühlen Temperaturen von Anfang an ein gleichmäßig hohes Tempo, das er durch den Englischen Garten und auch danach durchziehen konnte. Dadurch gelang es ihm, in der zweiten Hälfte etliche Konkurrenten einzuholen und so relativ entspannt – aber schneller als je zuvor – durchzukommen. Im Ziel konnte er sich über die erhoffte neue persönliche Bestzeit von 2:49 Std. freuen und wurde 44. von 4767 Finishern.

Rekord für Herbert Fröhlich

Herbert Fröhlich vom TDM-Franken war ebenfalls in München am Start, wo er schon mehrfach Erster seiner Altersklasse war. Im vergangenen Jahr hatte der die M65 in 3:17.28 Std. gewonnen. In diesem Jahr startete er in der M70 und erreichte die sensationelle Zeit von 3:08,23 Std. Fröhlich teilte sich den Marathon sehr gut ein. Er lief die erste Hälfte sehr kontrolliert, hielt sich genau an die vorgenommenen Kilometerzeiten und konnte so in der zweiten Hälfte das Tempo beibehalten und ab Kilometer 30 viele andere Läufer überholen. Auf den letzten 2km konnte er das Tempo noch erhöhen, um wie geplant, 3:08,30 Std. zu unterbieten. Damit ist er die zweitschnellste Zeit gelaufen, die bisher ein deutscher Marathonläufer dieser Altersklasse erzielt hat. Deutlich unterboten hat er auch die schnellste Marathonzeit eines bayerischen Läufers (3:17,26 Std. von Heinrich Gutbier im Jahr 1993).

TDM-Mitglied Markus Probst finishte in der M40“ an 28. Stelle von 985 in dieser Altersgruppe in einer Zeit von 2:58:24 Std. Unter zirka 6000 Teilnehmern ist auch der Gesamtplatz 120 eine tolle Leistung.

Erfolge auf kürzeren Strecken

In München wurden auch Läufe über 10km und ein Halbmarathon ausgetragen. Hier nahmen Joseph Katib als Titelverteidiger über 10 km und Joachim Herrmann (beide LG/SG Siemens) im Halbmarathon teil. Da der Münchener Lokalfavorit Sebastian Hallmann nicht startete, war der Weg für Katib frei: nach 16:04 Min. für die ersten 5km zog er das Tempo an und setzte sich vom letzten verbliebenen Konkurrenten locker ab. Nach 15:26 Min. für die zweite Hälfte blieb die Uhr bei 31:30 Min. stehen.

Herrmann und Björn Day (LG/TV48) nahmen gut vorbereitet den Halbmarathon in Angriff. Nach sehr flotten 2km versuchten beide, den passenden Rhythmus und die richtige Gruppe zu finden. Herrmann hatte Glück, konnte lange Zeit in einer gleichmäßig schnellen Gruppe um die schnellste Frau (Susanne Hahn, Saarbrücken) mitlaufen und absolvierte die 10 km wie geplant in 34:30 Min. Dann fiel ein Läufer nach dem anderen aus dieser Gruppe heraus und ab km 16 waren Hahn und Herrmann alleine vorne, wobei Herrmann in der Führungsarbeit bis ins Ziel das Tempo hochhielt. In glänzenden 1:12:58 Std. verfehlte der Erlanger als 13. des Gesamteinlaufs seine Bestzeit aus dem Vorjahr nur um 11 Sek. und siegte mit mehr als 8 Min. Vorsprung in der M50. Day konnte die Lücke zur Gruppe vor ihm nicht schließen und war ab km 8 auf sich allein gestellt. Mit guten 1:16:38 wurde er Gesamt-24. bei über 3300 Finishern. 

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