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Brunnen zum Schutz des Erlanger Trinkwassers

Notwendige Vorarbeiten zum Neubau der Schleusen im Jahr 2019 — Gegen Verunreinigung - 22.04.2017 06:30 Uhr

Mitten im Wald zwischen Erlangen und Möhrendorf finden Bohrarbeiten statt. Dort werden als Vorbereitung für den Schleusenneubau sogenannte „Schutzbrunnen“ gebaut und Grundwassermessstellen eingerichtet. © Foto: Klaus-Dieter Schreiter


Vor allem für den Neubau der Schleuse Erlangen bei Möhrendorf sind umfangreiche Maßnahmen notwendig, um die Grund- und Trinkwasserqualität sicherzustellen.

Denn die rund 25 Meter tiefe Baugrube wird voraussichtlich Auswirkungen auf das Grundwasser haben und die Nutzung der nahe gelegenen Brunnen des Wasserwerks West während der Bauzeit beeinträchtigen. Zudem liegt die Schleusenbaustelle im Wasserschutzgebiet. Darum wurde ein umfassendes Vorsorge- und Schutzkonzept erstellt, für das die Erlanger Stadtwerke als Betreiber der Erlanger Wasserversorgung und das Wasserstraßen-Neubauamt Aschaffenburg (WNA) eng zusammenarbeiten.

"Sowohl bei der Vorbereitung als auch bei der Umsetzung der Schutzmaßnahmen befinden wir uns in intensiver Abstimmung mit dem Wasserstraßen-Neubauamt", erläutert Sigrid Kowol-Wagner, Geologin und Abteilungsleiterin Wasserbereitstellung der Erlanger Stadtwerke. Leiter der derzeitigen Bohr-Baustellen ist der Bauingenieur Patrick Heisinger, als Spezialist für Grundwasser und Bodenschutz steht ihm der Diplomingenieur Rolf Menden zur Seite. Die Schutzbrunnen, erläutert Menden während eines Besuchs der Erlanger Nachrichten an einem der Bohrlöcher, sollen verhindern, dass eventuelle Verunreinigungen aus der Baugrube in Richtung der Erlanger Brunnen fließen können. Sieben Doppelschutzbrunnen seien darum zwischen der Baugrube und den Erlanger Trinkwasserbrunnen angeordnet und können eventuell verunreinigtes Grundwasser "absaugen". Sie sind bis zu 40 Meter tief und decken die beiden übereinander liegenden Grundwasserleiter ab, aus denen das Erlanger Wasser bezogen wird.

26 neue Grundwassermessstellen wurden zusätzlich zu dem vorhandenen Messnetz eingerichtet, an denen ständig unter anderem die Wasserqualität und der Wasserstand kontrolliert werden. "Sollten tatsächlich Verunreinigungen festgestellt werden, was wir nicht erwarten, dann könnten wir rechtzeitig Gegenmaßnahmen einleiten", sagt Menden.

Bereits während der Bohrmaßnahmen müssen umfangreiche Schutzmaßnahmen ergriffen werden. So stehen beispielsweise die Lkw mit den Bohrtürmen auf wasserdichten Planen, und unter den Lkw sind zusätzlich noch Wannen platziert, die eventuell auslaufende Betriebsstoffe auffangen sollen.

Die Bohrungen werden ausschließlich mit reinem Wasser gespült, Chemikalien werden laut Heisinger nicht eingesetzt.

Während der Bauzeit der Schleuse Erlangen werden dann von den Erlanger Stadtwerken weitere Vorsichtsmaßnahmen getroffen. "Die am nächsten gelegenen Brunnen müssen vorsorglich außer Betrieb genommen, die übrigen Brunnen mittels intensiver Grundwasseruntersuchungen überwacht werden", berichtet Kowol-Wagner. Bei einem Ausfall von Brunnen könne auch Trinkwasser über eine Fernleitung eingespeist werden. Außerdem werden laut Menden drei neue Brunnen gebohrt, die die stillgelegten ersetzen sollen.

Parallel zu den Arbeiten im Bereich der Schleuse Erlangen werden auch auf dem Gebiet der Schleuse Kriegenbrunn 28 zusätzliche Grundwassermessstellen eingerichtet. Weil die dortige Baustelle aber trotz des nahen Wasserwerks Eltersdorf nicht im Wasserschutzgebiet liege seien keine Schutzbrunnen notwendig, erläutert der Grundwasser- und Bodenschutzspezialist.

Die Bohrarbeiten kosten laut Bauleiter Patrick Heisinger insgesamt rund eine Million Euro und sollen bis Mitte Mai abgeschlossen sein. 

KLAUS-DIETER SCHREITER

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