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Bubenreuth will keine Grabsteine aus Kinderarbeit mehr

Die Gemeinde akzeptiert nur noch zertifizierte Steine - 26.11.2017 08:00 Uhr

Auf dem Bubenreuther Friedhof dürfen demnächst nur noch Grabsteine gesetzt werden, die nicht aus ausbeuterischer Kinderarbeit hergestellt wurden. © Klaus-Dieter Schreiter


Im August 2016 hatte der bayerische Landtag das "Gesetz zur Bekämpfung ausbeuterischer Kinderarbeit" beschlossen. Ein Friedhofsträger kann demnach durch Satzung bestimmen, dass Grabsteine und Grabeinfassungen aus Naturstein nur dann aufgestellt werden dürfen, wenn sie "nachweislich ohne schlimmste Formen von Kinderarbeit" hergestellt worden sind.

Herstellung im Sinne des Gesetzes umfasst sämtliche Bearbeitungsschritte von der Gewinnung des Natursteins bis zum Endprodukt.

Gabriele Dirsch (Grüne) hat diese Gesetzesänderung nun zum Anlass genommen, im Gemeinderat einen Antrag auf Änderung der Bubenreuther Bestattungssatzung zu stellen. Sie möchte, dass "die Steine durch das Aufbringen eines Siegels oder in anderer Weise unveränderlich als zertifiziert gekennzeichnet sind".

Mehr als die Hälfte der Grabsteine in Deutschland würden aus Indien kommen, wo tausende Kinder in Steinbrüchen ohne Arbeitsschutz mit Sprengpulver und schweren Presslufthämmern arbeiten müssten, erläuterte sie.

Wolfgang Meyer schlug daraufhin eine "Durchführungsverordnung" vor, nach der nur zertifizierte Steinmetze Grabsteine für den Bubenreuther Friedhof liefern dürfen. Das ist laut Bürgermeister Norbert Stumpf jedoch nicht notwendig, weil in Bubenreuth ohnehin jeder Grabstein von der Verwaltung einzeln genehmigt werden muss.

Weil im nächsten Jahr eine Anpassung der Friedhofsatzung geplant ist, schlug der Bürgermeister vor, bis dahin mit der von Gabriele Dirsch beantragten Ergänzung zu warten.

Diesem Vorschlag hat der Gemeinderat einstimmig zugestimmt. Christian Benesch, der in der Verwaltung für das Friedhofswesen zuständig ist, soll darauf achten, dass nur zertifizierte Steine zugelassen werden. 

kds

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