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Bürger in ERH trennen Wertstoffe sehr gut

Viel bessere Verwertungsquote als der Landesdurchschnitt - 07.07.2018 18:00 Uhr

Die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Erlangen-Höchstadt sammeln und trennen Wertstoffe eifrig. Ihr umweltbewusstes Verhalten fand im Ausschuss für Abfallwirtschaft einmütiges Lob. Nicht einhellig befürwortet wurde hingegen eine 14-tägige Abholung des Gelben Sacks. © Harald Sippel


Auch der Landrat lobte die Bürger in Erlangen-Höchstadt für die vorbildliche Wertstofftrennung. Insgesamt wurden in ERH 54 420 Tonnen Wertstoffe gesammelt; das entspricht einer Menge von 403,54 Kilo je Bürger. Bayernweit liegt diese "Primärwertstoffmenge" bei nur 326,5 Kilo je Einwohner. Die Verwertungsquote beträgt somit im Landkreis 77 Prozent, im bayerischen Durchschnitt 69,9 Prozent.

Das macht sich ganz offenkundig auch bei der Restmüllmenge bemerkbar. Die beläuft sich im Landkreis ERH auf 95 Kilogramm pro Einwohner, bayernweit wandern 144,5 Kilo je Einwohner in die Restmülltonne.

Über dem bayerischen Durchschnitt liegt der Landkreis auch beim Sperrmüll, von dem jeder Bürger statistisch 23,03 Kilo abgibt, im Freistaat insgesamt sind es 17,2 Kilo / Bürger. Deutlich höher ist in ERH auch der Anteil an Gewerbemüll mit 34,79 Kilo pro Einwohner, im Landesmittel fallen nur 17,4 Kilo je Einwohner an. Das mag der florierenden Wirtschaft im Landkreis geschuldet sein, belegt ist dies freilich nicht.

Nicht auf einhellige Gegenliebe stieß der Vorschlag von Alexander Tritthart, den Abholrhythmus für den Gelben Sack auf 14 Tage zu verkürzen. Bislang werden die Gelben Säcke nur einmal monatlich im Landkreis ERH abgeholt. Christiane Kolbet bezweifelte, dass "uns damit gedient ist". Denn statt noch mehr in den Gelben Sack zu stopfen, sollte man lieber auf Vermeidung von Plastikmüll setzen. Da könnte laut Kolbet die Abfallberatung noch aktiver werden. Ihre Fraktionskollegin Astrid Marschall sprang ihr zur Seite. Es handle sich hier um einen Kreislauf in der Nahrungskette. "Wir haben immer mehr Kleinpartikel von Kunststoffen auf unseren Tellern".

Der Landrat jedoch hält die Abfuhr des Gelben Sacks alle zwei Wochen für "bürgerfreundlich". Er wolle ja auch nicht, dass mehr Plastikmüll produziert werde, sagte Tritthart. Doch gerade zurzeit, da es so heiß ist, sei die lange Aufbewahrung Gelber Säcke mit Joghurtbechern ein hygienisches und Geruchs-Problem.

Konrad Eitel (SPD) rief in die Runde, es gebe "Städte und Landkreise, die haben gar keinen Gelben Sack". Man sollte doch versuchen, Einfluss zu nehmen, dass Plastikverpackungen vermieden werden. Die Frage von Martin Oberle (FW), wie viel vom Gelben Sack tatsächlich verwertet werde, vermochte Referatsleiterin Anne-Marie Müller nicht zu beantworten.

Einen Unterstützer für die 14-tägige Abholung fand der Landrat unter anderem in Hans Lang (CSU). Wirksam werden könnte dies jedoch ohnehin erst 2021. Denn die geltenden Verträge mit dem Dualen System laufen erst zum 31. 12. 2020 aus.  

dik

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