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Darauf wies mit einigem Stolz Landrat Eberhard Irlinger in seinem traditionellen Jahresrückblick im Kreistag hin. Der Landkreis konnte von 2002 bis Ende 2011 seine Schulden von 35 Millionen auf 26 Millionen senken. Bei einer Bevölkerungsziffer von 131300 — so darf hinzugefügt werden — errechnet sich eine Pro-Kopf-Verschuldung von knapp unter 200 Euro. Der Landesdurchschnitt lag zu Jahresbeginn bei 247 Euro pro Einwohner.
Auch die Kreisbevölkerung hat eine gute Zahlungsmoral. Irlinger zitierte aus dem im November 2011 veröffentlichten Schuldenatlas der „Auskunft Creditreform“. Danach habe Erlangen-Höchstadt unter den über 400 deutschen Gebietskörperschaften die zweitniedrigste Schuldnerquote.
Zu diesen erfreulichen Zahlen trage die heimische Wirtschaft bei. Sechs im Landkreis ansässige Unternehmen gehörten zu den beschäftigungsstärksten in der Region Nürnberg. Die Arbeitslosenquote sei ebenfalls gering und betrug im November nur 2,0 Prozent (die sechsniedrigste in Bayern).
Auch mit der Jahresbilanz 2011 auf dem Sozial- und Bildungssektor könne man zufrieden sein. Für die Unter-Dreijährigen stünden mittlerweile 1200 Plätze in Kindertagesstätten und der Tagespflege zur Verfügung. Zudem habe man die Schulkinder-Ferienbetreuung gefördert, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu unterstützen. Auch Familien in Krisensituationen biete das Jugendamt Hilfen an.
Für Senioren wiederum wurde ein Ratgeber-Heft aufgelegt, und ehrenamtliche Berater würden auf Wunsch ins Haus kommen, die Wohnsituation analysieren und konkrete Ratschläge unterbreiten, wie ältere Menschen möglichst lang in den eigenen vier Wänden bleiben können.
In der Sitzung wurden zudem die Ergebnisse einer repräsentativen Se-niorenbefragung vorgestellt, die alle Lebensbereiche wie Wohnen, Mobilität, medizinische Betreuung, Freizeit- und Bildungsangebote sowie Pflege in Heimen oder ambulant aufzeigt. In der Studie werden auch umfassende Vorschläge zur Festigung und zur Verbesserung des Angebots gemacht. Ein Mitarbeiter des Instituts für angewandte Wirtschafts- und Sozialforschung an der Universität Bamberg stellte das dreibändige Gutachten vor.
Zurück zur Jahresschlussrede des Landrats: Eberhard Irlinger erinnerte außerdem an die kulturellen Höhepunkte des zu Ende gehenden Jahres und zeigte obendrein die Investitionen auf dem Bildungs- und Verkehrssektor auf. Das Angebot wurde um eine kommunale Fachschule für Maschinenbautechnik erweitert und bei der Staatsregierung eine dritte Realschule mit Standort Baiersdorf beantragt.
Zum Schluss dankte Irlinger den Kreistagsmitgliedern, die acht Vollversammlungen und 27 Sitzungen in Fachgremien absolvierten, und vergaß auch seine Mitarbeiter und die ehrenamtlich tätigen Mitbürger nicht. Artig schlossen sich die Kreistags-Fraktionssprecher dem Lob- und Dankesreigen an.
Noch drei weitere Tagesordnungspunkte aus der letzten Kreistagssitzung 2011: Das Gremium segnete die Zweckvereinbarung ab, die dem Gymnasium und der Ritter-von-Spix-Schule in Höchstadt eine neue Zweifachhalle und Einrichtungen zur Ganztagesbetreuung der Mittelschüler beschert. Abzüglich des Staatszuschusses (1,4 Millionen Euro) und zuzüglich von Abbruch- und Pausenhof-Wiederherstellung bleiben 2,0 Millionen Baukosten übrig, die der Landkreis (zu 75 Prozent) und die Stadt Höchstadt (ein Viertel) übernehmen. Aus finanztechnischen Gründen werden die Ausgaben über Darlehen mit 25-jähriger Laufzeit abgetragen.
Gebilligt wurde auch das Kreisstraßen- und Radwege-Ausbauprogramm, das in den Jahren 2012 bis 2014 Investitionen von 8,6 Millionen Euro vorsieht. Auf den Kreis entfallen davon abzüglich Zuschüssen und Fremdbeteiligung 4,1 Millionen.
Die Grünen konnten erreichen, dass der Radweg an der Kreisstraße ERH 33 (sie führt von Eckental-Brand nach Uttenreuth-Weiher) zwischen der Minderleinsmühle und der Einmündung in die Staatsstraße 2243 hochgestuft wird.
Auch eine Umbesetzung im Kreistag wurde vollzogen: Bei der CSU rückt Karlheinz Seitz (Röttenbach) für Andreas Röckelein (Adelsdorf) in den Kreistag nach. Seitz gehörte schon früher dem Kreistag an, Röckelein bat wegen häufiger beruflicher Reisen und Auslandsaufenthalte um die Entbindung vom Mandat.HEINZ GÖPFERT
